2026-05-06T12:44:31.715Z

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Joel Kaworsky verrät seinen Umbruchplan beim VfR Warbeyen

Der VfR Warbeyen hat die Trainerfrage geklärt – nun rückt der Blick auf den neuen Mann an der Seitenlinie. Joel Kaworsky, früher Coach beim Büdericher SV, spricht erstmals über seinen Weg, seine Ambitionen und wie er den Umbruch nach dem Abstieg in der Regionalliga angehen will.

von RP / Nils Hendricks · Heute, 15:30 Uhr · 0 Leser
Joel Kaworsky wird neuer Cheftrainer in Warbeyen
Joel Kaworsky wird neuer Cheftrainer in Warbeyen – Foto: Michael Gohl

Die Trainerfrage ist geklärt: Vor zwei Wochen gab der VfR Warbeyen bekannt, dass Joel Kaworsky zur kommenden Saison den Trainerposten beim Zweitliga-Absteiger übernimmt. Er tritt damit die Nachfolge von Thomas Gerstner an, der das Frauenteam Anfang März vom langjährigen Coach Sandro Scuderi übernommen hatte. Joel Kaworsky steht also vor der schwierigen Aufgabe, den Umbruch in der Regionalliga zu meistern. Doch wie tickt der „Neue“ beim VfR? Und wie will der 31-Jährige seine Aufgabe angehen? Im Gespräch mit der RP spricht Kaworsky erstmals über seine Pläne.

Joel Kaworsky übernimmt beim VfR Warbeyen: Umbruch in der Regionalliga

Kaworskys Weg auf die Trainerbank begann früh – und eher unfreiwillig. „Ich habe relativ schnell gemerkt, dass ich eine große Leidenschaft für den Fußball habe“, sagt der 31-Jährige, der seine aktive Karriere nach mehreren Verletzungen bereits mit 26 Jahren beenden musste. „Danach habe ich bei meinem Heimatverein, dem Büdericher SV, den Trainerposten übernommen. Dort habe ich ziemlich schnell gemerkt, wie viel Spaß mir das Ganze macht“, so Kaworsky.

Vom Verletzungs-Aus zur Trainerlaufbahn: So begann Kaworskys Weg

Es folgten Stationen bei der U 17 des TSV Meerbusch sowie beim ETB Schwarz-Weiß Essen, ehe Kaworsky schließlich bei den U19-Juniorinnen der SGS Essen landete. Der Wechsel in den Frauenfußball war für ihn zunächst Neuland: „Ich habe bis dahin kaum Frauenfußball geschaut, bin dann aber hingefahren und habe mir mein eigenes Bild gemacht. Vor Ort habe ich gemerkt, wie spannend und aufstrebend dieser Bereich ist. Alles befindet sich extrem in der Professionalisierung.“

Der Kontakt zum VfR Warbeyen kam ausgerechnet über Thomas Gerstner zustande. Kaworsky kennt den aktuellen VfR-Coach noch aus gemeinsamen Zeiten bei der SGS Essen. „Er hat mich angerufen, als er in Deutschland war, und gefragt, ob wir uns mal auf ein Bier treffen“, sagt Kaworsky. Im Rahmen seiner Fortbildung zur B+Lizenz hospitierte Kaworsky wenig später beim VfR Warbeyen. Dabei kam er auch mit den Verantwortlichen in den Austausch.

In den folgenden Gesprächen sei schnell deutlich geworden, dass die Vorstellungen zusammenpassen. „Wir haben uns darüber ausgetauscht, wie wir uns die Entwicklung des Vereins vorstellen. Wichtig war mir, dass nach so einem Abstieg auch die gegenseitigen Ambitionen stimmen. Denn ich bin erst 31 und noch sehr ambitioniert“, sagt Kaworsky. Am Ende fanden beide Seiten zügig zusammen.

Seit feststeht, dass er die erste Frauenmannschaft des VfR Warbeyen übernimmt, verschafft sich Joel Kaworsky ein genaues Bild vor Ort. Er verfolgt jede Trainingseinheit und hat sich intensiv mit dem Videomaterial beschäftigt. „Ich werde sehr davon profitieren, dass vor mir mit Thomas Gerstner ein erfahrener Trainer am Werk ist. Mir imponiert, wie fleißig hier trotz des Abstiegs vor und hinter den Kulissen gearbeitet wird und wie klar die Zukunftsvision ist“, sagt Kaworsky.

Plan für die Regionalliga: Kader, Anspruch und Konkurrenz für den VfR Warbeyen

Im Hintergrund laufen bereits die Planungen für die kommende Saison. Isa Hoevers hat als erste Spielerin ihre Zusage für die Regionalliga gegeben. Auch mit dem übrigen Kader befindet sich der designierte Coach im engen Austausch und hat klare Vorstellungen von der künftigen Ausrichtung: „Wir wollen einen Stamm zusammenhalten, aber nach so einer Saison wird sich das Gesicht der Mannschaft auch verändern“, sagt Kaworsky.

Der 31-Jährige geht davon aus, dass die Regionalliga West in der kommenden Saison besonders stark besetzt sein wird. „Da treffen viele tolle Traditionsvereine aufeinander, die den Frauenfußball für sich entdecken und bereit sind zu investieren“, sagt Kaworsky und nennt unter anderem Klubs wie Arminia Bielefeld, Borussia Dortmund oder den FC Schalke 04.

Verstecken will sich der VfR Warbeyen dennoch nicht. Die Voraussetzungen für eine gute Saison sieht Kaworsky im Verein gegeben – sowohl strukturell als auch sportlich. „Hier wird sehr gute Arbeit geleistet, das Fundament stimmt. Nach der Fertigstellung der Platzanlage am Bresserberg sind wir so aufgestellt, dass wir eine sehr gute Rolle spielen können. Nichts weniger darf unser Anspruch sein“, sagt Joel Kaworsky, wohlwissend, dass er vor einer anspruchsvollen Aufgabe steht.