
Im Rahmen der offiziellen Saisoneröffnung des SSV Ulm 1846 Fußball hat Kapitän Johannes „Jo“ Reichert vor dem Spiel am heutigen Samstag gegen den FC Zürich seine vorzeitige Vertragsverlängerung bis 2027 bekanntgegeben.
Großer Applaus, stehende Ovationen und Sprechchöre gab es zu für Reichert als er das Stadion betrat, der beim SSV längst mehr ist als nur ein Verteidiger.

„Ich freue mich euch alle wiederzusehen“, sagte der 34-Jährige vor ungefähr 5000 Zuschauern im Donaustadion und verkündete unter großem Jubel der Fans seine Vertragsverlängerung bis 2027. Wenig später fügte er an: „Der unglückliche Abstieg hat uns noch stärker gemacht. Der SSV wird nicht untergehen, dafür werden wir alle sorgen.“
Reichert, gebürtiger Ulmer, trägt mit Ausnahme eines zweijährigen Gastspiels beim 1. FC Kaiserslautern seit der Jugend das Trikot der Spatzen. Seine Laufbahn ist im heutigen Profifußball eine Ausnahmeerscheinung. „Mit fünf Jahren bei den Spatzen gestartet, durchlief er alle Jugendmannschaften, wurde Profi, überstand schwierige Phasen und feierte große Erfolge“, schreibt der Verein in seiner Mitteilung.
Zu den sportlichen Meilensteinen gehören der Aufstieg in die 2. Bundesliga im Jahr 2023 sowie die Drittliga-Meisterschaft 2024 – beides Errungenschaften, die Reichert nicht nur miterlebte, sondern entscheidend mitprägte. Insgesamt bestritt der Innenverteidiger bislang 432 Pflichtspiele für den SSV. Viermal gewann er mit der Mannschaft den wfv-Pokal.
Mit der Verlängerung des Kontrakts bis 2027 setzt der Verein nun ein deutliches Zeichen der Kontinuität. Für SSV-Geschäftsführer Markus Thiele ist der Schritt folgerichtig: „Jo ist Identifikation, Leader und absolute Führungsfigur in der Mannschaft und im Verein. Kaum einer lebt den SSV so wie er, darüber hinaus ist er auch sportlich ein sehr wichtiger Faktor.“ Die frühzeitige Verlängerung sei „eine Herzensangelegenheit“.
Auch Reichert selbst betonte seine Verbundenheit: „Ich freue mich riesig über meine vorzeitige Vertragsverlängerung. Ich bin glücklich, weiterhin für meinen Herzensverein spielen zu dürfen, und werde alles dafür geben, dass wir gemeinsam unsere Ziele erreichen werden. Lang lebe unser SSV!“
Tom Gaal, der nach zwei Jahren beim SSV zum FC St. Gallen wechselt, verabschiedete sich vor dem Spiel von den Ulmer Fans. „Es hat sich angefühlt wie nach Hause zu kommen, als ich hierher angereist bin. Ich bleibe euch als Fan erhalten und bleibt so, wie ihr seid“, sagte Gaal auf dem Rasen.
Noch bevor der Ball gegen Zürich rollte, hatte der SSV also bereits ein erstes Ausrufezeichen für die neue Saison gesetzt.
