
Seit Kurzem steht fest, dass Jim-Patrick Müller die DJK Vilzing am Ende der Saison verlässt und parallel seine Zelte im höherklassigen Fußball abbricht. Ein komplettes Karriereende des ehemaligen Zweitligaspielers bedeutet dies aber nicht. Stattdessen schließt sich der 35-Jährige, wie am Wochenende bekanntwurde, ab Sommer der TSG 08 Roth an. Die Mittelfranken gehören der Kreisliga West im Spielkreis Neumarkt/Jura West an. Für den Klub ist es zweifelsohne ein außergewöhnlicher Transfer. Müllers Wechsel nach Roth hat aber gute Gründe, kommt keinesfalls aus dem Nichts. Vielmehr schließt sich ein Kreis.
Die Kontakte und Verbindungen nach Roth bestanden ohnehin immer. Denn: Müllers Eltern Silvia und Bernd sowie Opa Heini wohnen in Roth. Hinzu kommt, dass Bruder Fabian bei der TSG 08 Fußball spielt. Und auch Jim-Patrick Müller selbst erlernte das Fußballspielen in Roth, beim damals noch existierenden TSV, der dann zur TSG fusionierte. Über den Nachwuchs des SC 04 Schwabach und der SpVgg Greuther Fürth wurde er schließlich Fußballprofi, feierte in seiner erfolgreichen Laufbahn unter anderem mit Jahn Regensburg den Aufstieg in die 2. Bundesliga.
In Regensburg lebt der Sympathieträger seit einigen Jahren auch. Warum dann aber der Wechsel zu seinem Heimatklub, 20 Autominuten südlich von Nürnberg? Nun, ausschlaggebend war noch ein weiterer Faktor: Beruflich verschlägt es ihn nämlich künftig in die Region. Daher war auch der fußballerische Schritt irgendwo folgerichtig. Mit Roths Sportlichem Leiter Marian Hrasche stand Müller schon länger in Kontakt.
Wie oft und regelmäßig der Spielgestalter zukünftig die Fäden im Mittelfeld des Kreisligisten ziehen wird, hängt auch mit seiner neuen beruflichen Tätigkeit zusammen. In jedem Fall freut sich Müller auf die Rückkehr zu seinem ersten Fußballverein, dessen Werdegang er über die Jahre immer im Blick behalten hat. „Für mich schließt sich ein Kreis. Ich komme wieder nach Roth und spiele mit meinem Bruder und vielen Bekannten wie Hannes Ludwig, Tim Schneider oder Domi Distler“, wird Müller auf der Homepage der TSG zitiert. Die Gedanken an eine komplette Beendigung seiner aktiven Karriere in diesem Sommer verwarf der 35-Jährige rasch wieder: „Von 100 auf null wäre nicht gegangen, das Kabinengefühl brauche ich schon noch.“
Gegenwärtig trägt Jim-Patrick Müller aber noch das Trikot der DJK Vilzing. Mit den Oberpfälzern hat er den Klassenerhalt in der Regionalliga Bayern bereits sicher. Am letzten Spieltag schließt sich für den den gebürtigen Mittelfranken ein weiterer Kreis. Da tritt seine Mannschaft bei der U23 der SpVgg Greuther Fürth an – jenem Verein, der sich als Sprungbrett für Müllers weitere Karriere entpuppte. Dass die Partie in Seligenporten, keine 20 Kilometer von Roth entfernt, stattfindet, rundet das Ganze ab.
