– Foto: Martin Alberer

Erdinger Fußballer: Was passiert, wenn das Stadion abgerissen wird?

Erdinger Fußballer und Footballer bangen um ihr Stadion

Erding – Für viel Aufruhr – vor allem in der Erdinger Sportszene – hat die Meldung gesorgt, das Städtische Stadion könnte eventuell abgerissen werden, um Platz für ein neues Feuerwehrhaus zu bekommen.

Nebeneffekt wäre eine Vergrößerung des Festplatzes für Sinnflut, Herbstfest und Autoausstellung (wir berichteten).

Das Stadion wird von den Fußballern des TSV Erding, der JFG Sempt und von Türkgücü Erding genutzt, außerdem von den Footballern der Erding Bulls. Sie alle sollen – laut ersten Planungen – ihre neue Heimat auf den Plätzen im neuen Gerd-Vogt-Sportpark hinter der Eissporthalle finden, allerdings gibt es dort keine Tribünen.

„Zurück in die Steinzeit.“ Mit diesem Satz kommentiert TSV-Vizepräsident Hermann Meilinger die Planungen. Vor Jahrzehnten seien entsprechende Pläne schon einmal angedacht worden, erinnert er sich. Damals war die komplette Auslagerung des Sportgeländes nach Schollbach schon fast beschlossene Sache. „Jetzt kommt es total unerwartet, und ich kann nicht verstehen, dass man nicht vorher Kontakt mit dem Hauptverein aufgenommen hat.“ Im Sportpark befinde sich nur ein Rasenplatz, „und der ist zu klein für den regulären Spielbetrieb, weil er nicht die erforderlichen Mindestmaße hat“.

Abriss des Stadions: Am Schlimmsten werde es die Jugendarbeit betreffen

Folglich bliebe nur der Kunstrasen als Großfeld-Platz, auf dem alle Mannschaften ab der C-Jugend spielen müssten. „Das ist unmöglich“, schimpft Meilinger. Nächstes Thema sei der Verkauf von Speisen und Getränken. „Sollen wir wieder, wie früher, mit dem Leiterwagerl um den Platz laufen und Bier und Wurstsemmeln verkaufen?“, fragt er. Dass keine Tribüne und auch kein Unterstand vorhanden sei, sei für ihn ebenfalls „nicht akzeptabel“. Er glaubt, dass von den Entscheidungsträgern im Stadtrat, „wahrscheinlich die Wenigsten Fußball gespielt haben“.

Am Schlimmsten werde es die Jugendarbeit betreffen, was Fußball-Jugendleiter Lothar Feuser bestätigt. „Die Gerüchte gibt es ja schon länger, und die immer wieder verschobene Sanierung war ja auch ein Indiz, nur die Art der Kommunikation stößt halt auf“, sagt er. „Die neuen Plätze am Sportpark sollten unsere aktuelle Situation verbessern und können den Wegfall des Stadions nicht kompensieren.“ Er weist auf die vielen Vereine und Mannschaften hin, die das Stadion nutzen. Natürlich brauche man keine Tribüne für hunderte Zuschauer, betont Feuser, „aber die zitierte Aussage aus dem Stadtrat macht deutlich, welchen Stellenwert der FC Erding bei der Stadt hat“. Natürlich gebe es einen Kunstrasen, und den müssten sich nun alle teilen.

„Es ist einfach ein Fiasko“, stellt TSV-Vize Meilinger fest, der noch einmal ausdrücklich betont, „dass man uns in keinster Weise vorgewarnt hat, das ist nicht akzeptabel“.

Die Erding Bulls sind mit American Football bei den Rasensportarten in Erding die zuschauerstärkste Sportart. „Unsere Seniors hatten in den letzten Jahren bei den normalen Ligaspielen mindestens 400 Zuschauer, bei besonderen Spielen waren es auch schon 1500“, erzählt Pressesprecherin Eva Lütcke. „2021 spielen wir jetzt eine Klasse höher und erwarten entsprechend mehr Fans, vor allem da in Deutschland das Interesse an American Football sehr groß ist und noch weiter wächst.“ Es sei für die Bulls daher „unausweichlich, dass wir ein Stadion entsprechender Größe nützen können“. Und so hoffe man jetzt auf gute Gespräche „und die bestmögliche Lösung“.

Die stellt Janine Krzizok in Aussicht. „Es ist alles noch nicht spruchreif, und weil es noch keine konkreten Planungen gibt, ist im Moment alles nur Spekulation, aber ich bin sicher, dass für alle Seiten eine gute Lösung gefunden werden wird“, betont Erdings Sportreferentin. Sie ist der Meinung: „Der Gerd-Vogt-Sportpark ist für den FC Erding, Türkgücü Erding, die JFG Sempt und die Bulls ein absoluter Glücksfall.“

wk

Aufrufe: 26.2.2021, 16:05 Uhr
Erdinger Anzeiger / Wolfgang KrzizokAutor

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