2026-04-14T12:48:59.332Z

Allgemeines

Jevenstedt in Schockstarre – Zwei Gegentreffer in der Nachspielzeit

von Olaf Wegerich · Heute, 11:23 Uhr · 0 Leser
Jonas Kabus (mitte) und der SC Weiche Flensburg 08 II haben ein rasantes und glückliches Finish gegen den TuS Jevenstedt.
Jonas Kabus (mitte) und der SC Weiche Flensburg 08 II haben ein rasantes und glückliches Finish gegen den TuS Jevenstedt. – Foto: Ismail Yesilyurt

Der TUS Jevenstedt muss sechs Spieltage vor Saisonende bei der Zweitvertretung von Weiche 08 Flensburg trotz einer ganz starken Leistung eine ganz bittere 2:3-Niederlage durch zwei Gegentreffer in der Nachspielzeit hinnehmen und steht im Kampf um den Klassenerhalt weiter mächtig unter Druck. Viel hätte nicht gefehlt, und die Mannschaft von Trainer Guido Wieck hätte nach dem Überraschungssieg beim TSV Rantrum den nächsten Paukenschlag gelandet. Weiche II gelingt durch den glücklichen Heimerfolg der Sprung auf den siebten Platz.

Nach zögerlichem Beginn brauchten die Gastgeber knapp zehn Minuten, um im Spiel anzukommen. Danach zirkulierte der Ball dann deutlich besser durch die Reihen der Gastgeber, aber es fehlte ihren Aktionen an Tempo und Dynamik, um die Jevenstedter ernsthaft in Bedrängnis zu bringen.

Die selbstbewusst auftretenden Gäste konnten in der ersten Hälfte durch den schön herausgespielten Treffer von Lucas Seefeldt (36.) zunächst vorlegen. Dabei war Weiche der Ball zunächst verrutscht, und als Torhüter Bock vor dem Strafraum den Ball mit der Brust annehmen wollte, war der höchst clevere Seefeldt zur Stelle und schob zum Führungstreffer ein.

Lucas Seefeldt (am Ball, TuS Jevenstedt) bewies wieder seinen Torriecher.
Lucas Seefeldt (am Ball, TuS Jevenstedt) bewies wieder seinen Torriecher. – Foto: Olaf Wegerich

In der Folge standen die Gäste defensiv sehr kompakt und ließen wenig anbrennen. Nach einem Konter konnte Seefeldt (51.) für Jevenstedt sogar den zweiten Treffer nachlegen.

„Die spielen das ganz gut raus und legen im Sechzehner einmal den Ball quer, weil wir dann nicht rechtzeitig rauskommen, nicht nach vorne verteidigen, sondern zurückweichen“, haderte Weiche-Coach nach dem zweiten Gegentreffer.

Doch nur zehn Minuten später melden sich die Gastgeber mit dem Anschlusstreffer zurück. Tanju Hassanoglu spielt den scharfen Ball rein hinter die Kette, und Nico Empen (61.) ist zur Stelle und schiebt mit links zum 1:2 ein.

In der verbleibenden Spielzeit drücken die Gastgeber mit Vehemenz auf den Ausgleich, werden aber erst in der Nachspielzeit für ihren unermüdlichen Aufwand belohnt. Jevenstedt kommt in dieser Phase kaum noch zu Entlastungsangriffen, kann aber die hauchdünne Führung bis in die Nachspielzeit verteidigen, ehe sich die Ereignisse überschlagen.

Zunächst gelingt Lennart Trede (90+4) der 2:2-Gleichstand. Dann sind nur noch dreißig Sekunden zu spielen, und die Jevenstedter verlieren in Ballbesitz leichtfertig das Spielgerät. Eine Chance, die sich Elvind Bajrami (90+6) nicht entgehen lässt und zum viel umjubelten 3:2-Siegtreffer nutzt.

Stimmen zum Spiel:

Trainer Dimitri Kehl (SC Weiche 08 Flensburg II): Nach 10 Minuten waren wir ganz gut im Spiel und haben den Ball laufen lassen, haben dann aber leider auf dem geilen Kunstrasen zu viele Fehlpässe gespielt. Aber mir fehlte dann auch das Tempo und die Dynamik im Spiel. Jevenstedt hat es defensiv richtig gut gemacht, neunzig Minuten lang. Aber man hat schon gemerkt, dass ihnen zum Ende die Puste ausgeht. In der Halbzeitpause haben wir alles angesprochen, dass wir weiter drücken müssen. Für mich ist das immer wichtig, dass wir auch dabei Fußball spielen, schnell spielen und tief spielen.
Mit dem Schlusspfiff haben wir den 3:2-Lucky Punch draufgesetzt. Man kann natürlich sagen, dass Jevenstedt, weil sie so lange geführt haben, nicht nur einen Punkt verdient gehabt hätte, sondern vielleicht sogar drei. Ich weiß nicht, aber ich sage es mal so: Was uns nachher ausgezeichnet hat, war, dass wir immer mehr den Kampf entwickelt haben. Und in der Landesliga, egal ob Jevenstedt oder wer auch immer, wenn du was mitnehmen willst, dann musst du mitmachen. Wenn du dich hinten reinstellst und nur wartest, das hat denen nachher auch den Punkt oder den Dreier gekostet.

Trainer Guido Wieck (TUS Jevenstedt): Am Ende mit null Punkten nach Hause zu fahren, gerade so wie das Spiel gelaufen ist, mit zwei Gegentoren in der Nachspielzeit, das ist für die Jungs mehr als bitter. Wir haben unsere Auswechslungen Lühder und Seefeldt leider nicht kompensieren können, sodass wir da im Spiel gegen den Ball im Eins-gegen-eins und auch in der Entlastung Weiche das Spiel in die Hand gegeben haben. So ist dann eben Fußball und nicht immer so, wie man sich das wünscht.