2026-04-02T18:01:11.048Z

Spielbericht

Jetzendorf siegt im Derby dank einer „Riesenmannschaftsleitung"

Landesliga Südwest

von Robert Ohl · 22.09.2024, 10:51 Uhr · 0 Leser
Bittere Derbypleite: Berkant Barin (rotes Trikot) und der TSV 1865 verloren gegen den TSV Jetzendorf (im Bild Simon Zach, links, und Frederic Rist) 0:1.
Bittere Derbypleite: Berkant Barin (rotes Trikot) und der TSV 1865 verloren gegen den TSV Jetzendorf (im Bild Simon Zach, links, und Frederic Rist) 0:1. – Foto: Robert Ohl

Der TSV Jetzendorf hat das Landesliga-Derby beim TSV Dachau 1865 verdient mit 1:0 gewonnen. 65-Trainer Orhan Akkurt ärgerte sich: „Wir haben schlampig gespielt.“

„Wir haben schlampig Fußball gespielt und uns heute selber geschlagen!“ Orhan Akkurt, Trainer des Fußball-Landesligisten TSV Dachau 1865, war ungehalten am Samstagnachmittag. Seine Mannschaft hatte so eben das Derby gegen den TSV Jetzendorf auf eigenem Platz 0:1 verloren. Und war damit noch gut bedient, wie Akkurt bestätigte: „Wir können froh sein, dass wir nicht höher verloren haben.“

Die Dachauer enttäuschte tatsächlich auf der ganzen Linie. Die Gäste aus Jetzendorf hingegen konnten alles umsetzen, was sie sich vorgenommen hatten. Beide Mannschaften stehen nun mit 20 Punkten im Niemandsland der Tabelle der Landesliga Südwest. Jetzendorf hat allerdings ein Spiel weniger als Dachau 1865.

Dachaus Stammkeeper Marco Jakob konnte wegen einer Leistenverletzung nicht spielen. Sein Vertreter Valentin Kriegel machte seine Sache gut, zeigte aber auch einige Schwächen.

Geuenich ist der beste Mann auf dem Platz

Der überragende Spieler des Derbys war Benedict Geuenich. Der Jetzendorfer Innenverteidiger erzielte nicht nur das goldene Tor, sondern wurde auch zur unüberwindbaren Wand in der Defensive.

Das Spiel war von Beginn an geprägt von harten Zweikämpfen im Mittelfeld – und das tat den Jetzendorfern gut. Die Dachauer hatten erhebliche Probleme mit der Körperlichkeit des Gegners. Das machte sich vor allem im Spielaufbau bemerkbar. Akkurt sprach von einer „ekelhaften Spielweise“ der Jetzendorfer.

Jetzendorf geht vor der Pause in Führung

Die Gäste übernahmen schnell das Zepter. Doch die erste Torchance hatte der Dachauer Kevin Kozica, der den Ball aus kurzer Distanz an den linken Pfosten setzte (10.). Es sollte die einzige zwingende Chance für die Dachauer bleiben.

Jetzendorf hatte deren mehrere. Das Tor des Nachmittags erzielte Benedict Geuenich in der 43. Minute. Er traf nach einer Freistoßflanke von Frederic Rist mit einem Schuss aus spitzem Winkel unter die Latte. Das sichere 0:2 vergab Stefan Stöckl nur zwei Minuten später. Nach einer Flanke von Hannes Frank kam der Jetzendorfer Stürmer vollkommen frei vor dem leeren Tor zum Abschluss. Doch anstatt den Ball über die Linie zu bugsieren, wählte Stöckl einen wuchtigen Schuss – und verfehlte das Tor.

Gäste gewinnen trotz schlechter Chancenverwertung

Auch in der zweiten Halbzeit war Jetzendorf griffiger und dem 0:2 deutlich näher als Dachau 1865 dem Ausgleich. Wlad Beiz (74.) und Stefan Stöckl (75.) vergaben noch dicke Chancen. Die mangelnde Chancenverwertung war das Einzige, was Jetzendorfs Trainer Stefan Kellner kritisierten wollte: „Der Sieg hätte deutlich höher ausfallen müssen.“ Ansonsten freute sich Kellner über eine „Riesenmannschaftsleitung, endlich waren wir offensiv wieder gefährlicher, hinten haben wir nichts zugelassen.“

Der Dachauer Berkant Barin erhielt in der 92. Minute wegen Meckerns von Schiedsrichterin Paulina Koch eine Zeitstrafe. Koch bot eine gute Leistung, sie hatte nur etwas Probleme mit der Vorteilsregelung.