
Obwohl es in der Bezirksliga nicht ganz für die Meisterschaft gereicht hat, kann sich der ASV Dachau ab sofort Titelträger nennen. Die Koston-Elf triumphierte am Dienstag im Finale des Kreisklassenpokals gegen niemand Geringeren als den Stadtrivalen.
959 Tage ist es her, da gab es letztmal das Duell der Dachauer Platzhirsche, dem ASV auf der einen Seite und dem TSV 1865 auf der anderen. Damals gewann der Bayernligist 1865 mit 6:2 über den Bezirksligisten. Gestern zeigte sich ein anderes Bild. Mit dem 3:2-Finalsieg triumphierte der ASV und färbt die Stadt Blau-Weiß.
"Ein super anstrengendes Spiel", resümierte der Spielertrainer der Blau-Weißen, Matthias Koston im Gespräch mit Fussball Vorort/FuPa Oberbayern. Er selbst absolvierte zum zweiten Mal binnen drei Tagen die vollen 90 Minuten. Doch in Stadtderbys geht es um mehr – das weiß Koston nur zu gut. Er selbst hat schon einige Male gegen den Rivalen gespielt. Fast auf den Tag genau vor 13 Jahren zum Beispiel. Damals erzielte er den späten 2:0-Siegtreffer im Pokalfinale.
Das Dachauer-Duell ist für ihn immer etwas Besonderes: "Das leben die Jungs beim TSV genauso wie die Jungs beim ASV." Durch die unterschiedlichen Ligen der beiden Klubs kommt es nur selten zu prestigeträchtigen Aufeinandertreffen. Umso wichtiger ist der Ausgang der Partie. Und auch Koston weiß das Derbyfieber in Dachau zu schätzen: "Es ist gut, dass es sowas noch gibt!"

Umso schöner ist es, wenn die Duelle von Spannung geprägt sind – und so war es auch am Dienstag. Den Anfang machten die Blau-Weißen in Minute 26. Sergen Retzep erzielte das 1:0, doch TSV-Dauerbrenner Lorenz Knöferl stellte sechs Minuten darauf wieder auf Null.
Im zweiten Spielabschnitt war es erneut der ASV mit dem ersten Stich. Cihan Özturk erzielte erst das 2:1 und hatte dann noch die Chance auf seinen zweiten Treffer des Tages. Sein Elfmeter geht aber laut Spielertrainer Matthias Koston "gefühlt 30 Meter über das Tor". Doch die Bezirksliga-Elf ließ sich davon nicht beirren und kam durch Niklas Kiermeier schließlich zum 3:1-Treffer. Berkant Barin machte es für die Gäste nochmal spannend, doch der KSK-Pokal blieb schießlich in der Hand des Bezirksligisten.
Im Duell gegen den Landesligisten war allerdings auch das viel zitierte "Glück des Tüchtigen" vorhanden, so Koston. Doch am Ende sind Derbyspiele immer gesondert zu betrachten: "Wir haben alles gezeigt was uns als ASV Dachau auszeichnet. Wir arbeiten Fußball! Wir lieben Fußball!". Eine gesonderte Darlegung der Wichtigkeit dieses Triumphs ist hinfällig, denn "jeder weiß, was das bedeutet!", sagt Koston.
Doch nach Spitzenspiel Numero eins ist vor Spitzenspiel Numero zwei. Am Samstag kann der Woche des ASV Dachau nämlich die Krone aufgesetzt werden. Zum Topspiel gegen Freising braucht es zwar auch die Schützenhilfe der Gerolfinger im Spiel gegen Moosinning. Im Duell Dritter gegen Vierter bräuchten die Dachauer ohnehin einen Sieg um die Chance auf die Landesliga zu wahren.
Matthias Koston freut sich im Saisonabschluss auf ein emotionales, lautes Duell: "Es gab schon immer eine große Rivalität zwischen Freising und dem ASV." Der Blau-Weiße-Aufstiegstraum ist also noch am Leben und könnte gegen den nächsten Rivalen in Erfüllung gehen. Und wer weiß, vielleicht gibt es zur nächsten Saison dann das Duell ASV gegen TSV 1865 auch im Ligabetrieb. (mh)