
Der SSV Jeddeloh II steht im Endspiel des Niedersachsenpokals und hat dabei einmal mehr seine Nervenstärke unter Beweis gestellt. Gegen den TSV Havelse setzte sich die Mannschaft von Trainer Björn Lindemann mit 4:2 im Elfmeterschießen durch, nachdem es nach regulärer Spielzeit und Verlängerung 1:1 gestanden hatte.
Die Anfangsphase gehörte zunächst den Gästen, die durch Christopher Schepp früh zu einer ersten Gelegenheit kamen (4.). Doch mit zunehmender Spieldauer übernahm Jeddeloh die Kontrolle und näherte sich durch Keita Taguchi sowie Max Wegner mehrfach dem Tor an. Vor allem Wegner hatte die bis dahin größte Chance, als er nach einem langen Ball frei vor Norman Quindt auftauchte, jedoch im letzten Moment gestört wurde.
Die verdiente Führung fiel schließlich nach einer Standardsituation: Eine Ecke von Krolikowski segelte in den Fünfmeterraum, Quindt verschätzte sich – und Wegner köpfte aus kurzer Distanz zum 1:0 ein (31.). In der Folge blieb Jeddeloh die aktivere Mannschaft, musste jedoch kurz vor der Pause einen personellen Rückschlag verkraften, als Innenverteidiger Niklas von Aschwege verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste.
Nach dem Seitenwechsel zeigte sich Havelse deutlich verbessert – und wurde sofort belohnt. Schepp setzte sich auf der linken Seite durch und legte mustergültig für Leon Sommer auf, der aus kurzer Distanz zum 1:1 einschob (47.).
In der Folge entwickelte sich eine ausgeglichene Partie. Jeddeloh kam durch Ghawilu zu einer guten Möglichkeit, scheiterte jedoch an Quindt, während auf der Gegenseite vor allem Marko Ilic mehrfach gefährlich wurde. Die größte Chance zur Entscheidung vergab der Havelser Angreifer in der Nachspielzeit, als er eine Kopfballablage freistehend über das Tor setzte.
Auch Jeddeloh hatte Pech: Ein wuchtiger Abschluss von Wegner landete zwar im Netz, wurde jedoch wegen einer Abseitsstellung aberkannt. So ging es nach 90 Minuten folgerichtig in die Verlängerung.
Dort ließ die Intensität sichtbar nach. Beide Teams waren um Kontrolle bemüht, klare Torchancen blieben jedoch rar. Die beste Gelegenheit vergab der eingewechselte Pascal Steinwender, der aus kurzer Distanz an Quindt scheiterte, während Sommer auf der Gegenseite über das Tor abschloss.
Im Elfmeterschießen zeigte sich schließlich, warum der SSV Jeddeloh II bereits in den vergangenen Jahren gegen Havelse vom Punkt erfolgreich war. Während die Schützen des SSV sicher verwandelten, avancierte Torhüter Moritz Onken zum entscheidenden Faktor.

Bereits den ersten Versuch der Gäste setzte Johann Sommer über das Tor. Danach hielt Onken gegen Besfort Kolgeci und Arlind Rexhepi – und sicherte seinem Team damit den 4:2-Erfolg im Elfmeterschießen.
Mit dem Sieg wirft Jeddeloh nach dem VfL Osnabrück den zweiten Drittligisten aus dem Wettbewerb und zieht zum zweiten Mal nach 2018 ins Finale ein. Dort kommt es am 24. Mai im August-Wenzel-Stadion zur Neuauflage gegen die SV Drochtersen/Assel, die sich bereits zuvor gegen den VfB Oldenburg durchgesetzt hatte.
SSV Jeddeloh – TSV Havelse 4:2 n.E.
SSV Jeddeloh: Moritz Ben Onken, Niklas-Leon von Aschwege (42. Philip Gramberg), Dominique Ndure, Kasra Ghawilu, Tim Janßen (105. Tom-Julian Kanowski), Robin Krolikowski (86. Ibrahim Touray), Moritz Brinkmann (74. Pascal Steinwender), Gazi Siala, Keita Taguchi, Fynn Luca Friedrichs, Max Wegner (74. Finn Cramer) - Trainer: Björn Lindemann
TSV Havelse: Norman Quindt, Besfort Kolgeci, Leon Sommer, Semi Belkahia (55. Dennis Duah), Julius Düker (107. Leon Svitek), Noah Plume (103. Marco Schleef), Johann Berger, Arlind Rexhepi, Marko Ilic, Robin Müller (76. Lorenzo Paldino), Christopher Schepp (82. Emre Aytun) - Trainer: Samir Ferchichi
Schiedsrichter: Julian Bergmann - Zuschauer: 1029
Tore: 1:0 Max Wegner (31.), 1:1 Leon Sommer (47.), 2:1 Gazi Siala (121. i.E.), 2:2 Marko Ilic (121. i.E.), 3:2 Fynn Luca Friedrichs (121. i.E.), 4:2 Ibrahim Touray (121. i.E.)
Besondere Vorkommnisse: Besfort Kolgeci (TSV Havelse) scheitert mit Foulelfmeter an Torwart Moritz Ben Onken (121.). Johann Berger (TSV Havelse) scheitert mit Foulelfmeter an Torwart (121.). Arlind Rexhepi (TSV Havelse) scheitert mit Foulelfmeter an Torwart Moritz Ben Onken (121.).