
Nach vier sieglosen Spielen und zuletzt zwei Niederlagen ohne ein eigenes Tor trifft der SV Sonsbeck am Samstag um 14.15 Uhr mit der SpVg Schonnebeck auf den Spitzenreiter der Oberliga. Entsprechend sind die Voraussetzungen für eine Trendwende im Willy-Lemkens-Sportpark nicht gerade gut. Dennoch setzen die Sonsbecker auf ihre Heimstärke, denn von 24 Punkten holte der SVS 17 vor eigenem Publikum.
Hoffnungen ruhen auch auf Spielmacher Jannis Pütz, der in den vergangenen Wochen durch seine berufliche Tätigkeit als E-Sport-Profi nur eingeschränkt trainieren konnte. Aber Pütz, der für Borussia Mönchengladbach in der Virtual Bundesliga sein Geld verdient, kommt mit einer ordentlichen Position Selbstbewusstsein zurück nach Sonsbeck. Denn am Donnerstag schlug er mit seinem Partner Lukas Wolff im virtuellen Spitzenspiel Borussia Dortmund, wodurch er mit seinen Mitspielern nach sieben Spieltag von der Tabellenspitze der virtuellen Bundesliga grüßt.
Der E-Sport-Profi, der im Borussia-Park schon zu einer festen Größe geworden ist, ist auch im Spiel der Sonsbecker eine wichtige Säule. Der 27-jährige zieht die Fäden im zentralen Mittelfeld und seine Standards sorgen für mächtig Gefahr vor den gegnerischen Toren. Gerade diese Situationen könnten auch im Spiel gegen Schonnebeck zu einem wichtigen Faktor werden. Im vergangenen Aufeinandertreffen mit den Essenern sorgte Pütz für die zwischenzeitliche 2:1 Führung, jedoch unterlag der SVS letztlich noch mit 2:3. Damit konnten die Sonsbecker die vier direkten Duelle in der Oberliga bislang noch nicht einmal siegreich bestreiten.
„Schonnebeck ist eine sehr starke Mannschaft und wir konnten bislang nie gegen sie punkten. Aber irgendwann muss eine Serie auch mal reißen. Wir haben überraschend in Niederwenigern verloren und somit wollen wir jetzt auch überraschend gewinnen“, gibt sich Pütz optimistisch. Er weiß aber auch, dass dafür alles stimmen muss. „Wir müssen mit der richtigen Einstellung aufs Feld gehen, unsere Fehler abstellen, vorne die Tore machen und brauchen das nötige Spielglück.“ Obwohl der SVS zuletzt keine Tore erzielte, sah Pütz auch positive Aspekte. „Wir haben uns zahlreiche Chancen erarbeitet und hätten genauso gut als Sieger vom Platz gehen können. Das Restprogramm hat es jetzt in sich und wir haben mit Schonnebeck und Velbert zwei ganz dicke Brocken vor der Brust, aber wir sind diese Saison wieder sehr heimstark und wir brauchen uns deshalb auch nicht zu verstecken.“
Pütz freut sich, der Mannschaft wieder auf dem Platz zu helfen, denn hilflos von außen mit zu fiebern ist nicht sein Ding. „Wenn man nicht regelmäßig trainieren kann, ist es gerechtfertigt, auf der Bank zu sitzen und anderen, die beim Training sind, den Vorzug zu geben. Aber grundsätzlich ist es immer hart, nur zusehen zu können. Das kann ich auch nicht gut.“ Pütz, der auch in der siebten Saison in Sonsbeck immer noch rundum zufrieden ist, verschwendet auch keinen Wechselgedanken in der Virtual Bundesliga. Trotz zwei Lockangeboten möchte er der Borussia weiter treu bleiben. „Mönchengladbach ist mein Herzensverein und ich will auch gar nicht wechseln. Im Vergleich zu meiner vorherigen Station in Paderborn ist die Fahrtzeit nun auch viel angenehmer und ich habe dadurch mehr Lebensqualität.“
Da hinter dem Einsatz des erkrankten Luca Terfloth am Samstag ein großes Fragezeichen steht, freut sich SVS-Trainer Heinrich Losing, dass er wieder voll auf Pütz bauen kann. Auch Sanjin Vrebac, der aus dem Urlaub zurück ist, steht wieder zur Verfügung und brennt auf einen Einsatz. Mit vier Treffern ist Vrebac aktuell auch der erfolgreichste Torschütze im Sonsbecker Dress. Mit Arne Wessels hat Schonnebeck, den besten Torjäger der Oberliga in ihren Reihen. Der 19-jährige hat bereits 19 Tore erzielt und führt die Liste mit weitem Abstand an. „Arne spielt eine riesige Saison, aber Schonnebeck hat auch noch andere gute Spieler. Wir müssen mutig agieren und dürfen uns nicht vor Angst in die Hosen machen“, so Sonsbecks Coach, der auch weiß: „Wir müssen hart arbeiten, die Bereitschaft zeigen, alles zu investieren und dürfen uns keine Fehler erlauben.“