2026-04-10T07:15:08.667Z

Allgemeines

Jan Sonntag: Acht Tore für die Ewigkeit in der Bezirksliga

Nach einer historischen 19:1-Gala beim TV Pflugfelden wird Jan Sonntag vom SV Germania Bietigheim zum FuPa-Spieler der Woche in Württemberg gekürt. Der 20-jährige Torjäger spricht über seinen Torhunger, den Aufstiegstraum und das familiäre Herz seines Vereins.

von red · 10.03.2026, 20:00 Uhr · 0 Leser
Foto: SV Germania Bietigheim / FuPa-Grafik
Foto: SV Germania Bietigheim / FuPa-Grafik

Es war ein Nachmittag, der die Geschichtsbücher der Bezirksliga Enz/Murr erzittern ließ. Wenn ein Spiel mit 19:1 endet, ist das im Fußball bereits eine Sensation – doch wenn ein einzelner Akteur dabei acht Treffer erzielt und zwei weitere vorbereitet, grenzt das an sportliche Ekstase. Jan Sonntag, das Offensivjuwel vom SV Germania Bietigheim, hat genau dies vollbracht. Mit einer Mischung aus jugendlicher Unbekümmertheit und eiskalter Präzision zerlegte er die Defensive des TV Pflugfelden fast im Alleingang. Die logische Konsequenz: Die Auszeichnung zum FuPa-Spieler der Woche in Württemberg.

Eine Auszeichnung mit Ansage

Trotz der astronomischen Zahlen bleibt der junge Held des Tages bemerkenswert geerdet. Dennoch verhehlt er nicht, dass ihm die Bedeutung seiner Leistung bewusst war. „Ich hatte nicht unbedingt damit gerechnet, aber mir war natürlich bewusst, dass bei einem so deutlichen Sieg die Chancen relativ gut für mich stehen“, erklärt Jan Sonntag mit einer sympathischen Offenheit gegenüber FuPa. Es ist die Belohnung für einen Tag, an dem einfach alles funktionierte.

Der gnadenlose Sturmlauf von Bietigheim

Was sich auf dem Rasen in Pflugfelden abspielte, war kein gewöhnlicher Sieg, sondern ein regelrechter Rausch. Während andere Mannschaften bei einer deutlichen Führung einen Gang zurückschalten, blieb die Germania unersättlich. Auf die Frage, was an diesem Tag so besonders gut lief, findet Sonntag eine einfache, aber eindrucksvolle Antwort: „Ich denke, was gut lief, war, dass wir einfach konsequent von der ersten bis zur letzten Minute unser Spiel durchgezogen haben.“ Es war dieser bedingungslose Wille, der in den acht persönlichen Treffern des 20-Jährigen gipfelte.

Das eiskalte Duell Auge in Auge

Jan Sonntag ist ein Spieler, der das Adrenalin sucht, besonders wenn er allein auf das gegnerische Gehäuse zustürmt. Obwohl er „alle Positionen in der Offensive sehr gerne“ bekleidet, zieht es ihn instinktiv dorthin, wo es am gefährlichsten ist: „Am liebsten spiele ich aber vorne im Zentrum.“ Dort blüht er auf, wenn die Entscheidung fällt. „Ich erziele meine Tore gerne, wenn ich im Eins-gegen-eins mit dem Torwart bin“, beschreibt er seine Lieblingsmomente auf dem Platz, schiebt aber sofort nach: „Am Ende ist es mir aber egal, solange der Ball im Tor landet.“

Ein familiärer Hafen für große Talente

Hinter dem Erfolg des Einzelnen steht beim SV Germania Bietigheim ein Gefüge, das Jan Sonntag sichtlich am Herzen liegt. Es ist nicht nur der sportliche Erfolg, der ihn antreibt, sondern die tiefe Verbundenheit zu seinem Club. „Es ist ein sehr familiärer Verein. Zudem haben wir eine geile Mannschaft – auf und abseits des Platzes“, schwärmt der Torjäger. Diese Harmonie scheint der Treibstoff für die außergewöhnlichen Leistungen des Teams zu sein, das die Liga derzeit nach Belieben dominiert.

Die unmissverständliche Mission Aufstieg

Mit dem ersten Tabellenplatz im Rücken und einer Offensive in Rekordlaune gibt es für die Fußballer aus Bietigheim nur noch eine Richtung. Die Träume sind groß, der Fokus ist scharf. „Wir wollen jedes Spiel gewinnen und am Ende der Saison aufsteigen“, verkündet Sonntag mit der Entschlossenheit eines Leaders. Es ist eine Kampfansage an die Konkurrenz, die nach dem 19:1-Debakel von Pflugfelden wohl noch mehr Ehrfurcht vor dem Tabellenführer haben dürfte.

Träume von der höheren Spielklasse

Trotz seiner erst 20 Jahre blickt Sonntag bereits über den Tellerrand der Bezirksliga hinaus, ohne dabei die Bodenhaftung zu verlieren. Seine sportliche Zukunft lässt er noch offen, doch der Ehrgeiz lodert in ihm. „Ich habe für die Zukunft noch keine genauen Vorstellungen, möchte aber erst einmal gesund bleiben und irgendwann auch wieder höher spielen“, sagt er. Schließlich war in der vergangenen Saison für den Oberligisten TSG Backnang und davor im Nachwuchs für die SG Sonnenhof Großaspach und den VfR Heilbronn am Ball. Wer acht Tore in einem Spiel erzielt, dem stehen zweifellos viele Türen offen.

Zwischen Hörsaal und Hantelbank

Abseits des Scheinwerferlichts führt Jan Sonntag ein Leben voller Disziplin und Fleiß. Der Mann, der auf dem Platz die Gegner schwindelig läuft, drückt im Alltag die Schulbank oder vertieft sich in die Arbeit. „Ich studiere aktuell und übe nebenher noch eine Tätigkeit als Werkstudent aus“, verrät er. Doch auch in seiner Freizeit kommt der Körper nicht zur Ruhe. Um seine Dynamik auf dem Platz zu bewahren, investiert er viel Schweiß: „Ich gehe regelmäßig ins Gym und gehe auch sehr gerne laufen.“ Es ist dieser unermüdliche Einsatz, der Jan Sonntag an einem Sonntag im März zum König der Bezirksliga machte.