2026-05-06T12:44:31.715Z

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Jamie van de Loo: „Man darf einfach nicht aufgeben“

Jamie van de Loo aus dem Landesliga-Kader des SV Budberg kommt nicht auf die Beine. Der 27-Jährige muss weitere Rückschläge wegstecken. Warum der Offensivspieler nicht aufgibt und wann er sein Comeback plant.

von Fabian Kleintges-Topoll · Heute, 09:30 Uhr · 0 Leser
Van de Loo arbeitet am Comeback
Van de Loo arbeitet am Comeback – Foto: SV Budberg

Seit dem 27. September 2024 hat Jamie van de Loo, damals noch beim 1. FC Kleve aktiv, kein Pflichtspiel mehr bestritten. Der Sommer-Neuzugang des SV Budberg arbeitet nach einer schweren Verletzung am rechten Knie trotz aller Ungewissheit weiter intensiv daran, erstmals das schwarz-weiße Trikot überzuziehen. Ein Gespräch mit dem 27-Jährigen über mentale Rückschläge, unzählige Arzttermine, seine persönlichen Ziele und den Landesliga-Aufstiegskampf.

Herr van de Loo, wie schwer fällt es Ihnen inzwischen, Woche für Woche nur zuschauen zu können?

Jamie van de Loo: Am Anfang war es natürlich für den Kopf extrem belastend. Du weißt erst mal gar nicht, wie lange das alles dauert und denkst dir immer: Das wird schon wieder. Wenn du dann aber wieder ein paar Mal nicht mehr nur individuell arbeitetest, sondern mit trainierst und merkst, dass es doch noch nicht funktioniert, zieht dich das mental schon runter. Gerade sonntags am Platz zu stehen und den Jungs nicht helfen zu können, ist brutal schwer. Es juckt unfassbar in den Füßen.

War der ursprüngliche Plan nicht eigentlich, längst wieder auf dem Platz zu stehen?

van de Loo: Richtig. Das Ziel war das neue Jahr. Aber ich habe relativ früh in der Winterpause gemerkt, dass der Heilungsprozess nicht so verläuft wie erhofft. Ich habe mehrere Ärzte aufgesucht und mir verschiedene Meinungen eingeholt. Irgendwann habe ich eine Laufanalyse machen lassen, um endlich genau herauszufinden, woher die Schmerzen kommen und wo das eigentliche Problem liegt. Dafür bin ich regelmäßig nach Wuppertal gefahren und habe auch ordentlich Geld in die Hand genommen.

Wie sieht denn der aktuelle Genesungszustand aus?

van de Loo: Die Probleme an der Patellasehne sind inzwischen deutlich besser geworden. Dafür kamen in den wenigen Mannschaftseinheiten Beschwerden in der Kniekehle auf. Deshalb wurde ich jetzt noch mal an eine Spezialistin in Düsseldorf weitervermittelt. Am 21. Mai habe ich dort einen zweistündigen Termin, bei dem ich komplett durchgecheckt werde. Parallel mache ich weiter meine Fitness-Übungen und merke auch Besserungen. Nach über 16 Monaten muss sich der Körper aber natürlich erst wieder an die Belastungen und Bewegungen gewöhnen. Ich darf jetzt nicht zu schnell zu viel machen, muss mich in Geduld üben – auch wenn mir das unglaublich schwerfällt.

Gab‘s Momente, in denen Sie gezweifelt haben?

van de Loo: Ich versuche die ganze Zeit positiv zu bleiben. Das ist das Wichtigste. Irgendwann wieder auf dem Platz zu stehen, daran glaube ich fest. Man darf einfach nicht aufgeben. Ich hoffe, dass es klappt und ich zur Sommervorbereitung wieder einsteigen kann.

Hilft es Ihnen, ständig nah bei der Mannschaft zu sein?

van de Loo: Definitiv, gerade den jüngeren Spielern können wir Erfahrene auch in der Kabine schon mal etwas mitgeben. Wir leben hier total von der Gemeinschaft. Der Trainer sagt vor fast jedem Spiel, dass wir wie eine große Familie sind – und genau so fühlt es sich auch an. Es passt menschlich und wir spielen auch noch guten Fußball.

Im Meisterrennen ist der SVB als Verfolger noch auf zwei Patzer des SV Scherpenberg angewiesen. Wie blicken Sie auf den Endspurt?

van de Loo: Wenn man am Ende so weit oben steht, will man natürlich aufsteigen. Deshalb war das Heimspiel gegen Speldorf brutal bitter, auch das Wesel-Spiel war nicht gut. Diese verlorenen Punkte könnten am Ende vielleicht fehlen. Aber so ist Fußball eben. Die Liga ist komplett verrückt. Wenn es nicht klappt, wäre das in Budberg auch kein Weltuntergang.

Am Sonntagmorgen (11 Uhr) geht’s zur SG Essen-Schönebeck. Ein Pflichtsieg?

van de Loo: Die Uhrzeit habe ich in der A-Jugend gehasst (lacht). Das wird auf gar keinen Fall ein Selbstläufer. Das Hinspiel war schon eng. Sie haben Spieler, die sich nach jedem gewonnenen Zweikampf feiern, als hätten sie gerade die Meisterschaft gewonnen. Davon dürfen wir uns nicht aus der Ruhe bringen lassen. Für Essen geht es auch noch um den Klassenerhalt.

Wie sieht Ihre Zukunft aus, bleiben Sie in Budberg?

van de Loo: Ich würde den Verein ungern nach einem Jahr ohne Einsatz wieder verlassen und freue mich unfassbar auf das Comeback. Ich müsste bestimmt eine Träne verdrücken. Denn der SV Budberg ist neben dem TuS Borth mein zweiter Heimatverein. Hier wurde mir der Schritt in die MSV-Jugend ermöglicht. Die Wertschätzung, die man jetzt auch als lange verletzter Spieler erfährt, ist groß. Ich fühle mich extrem wohl.