Die Causa IG Bönen brodelt weiter. Semih Yigit (rechts), hier noch im Trikot der IG, lief gestern erstmals für seinen neuen Verein Türkspor Dortmund auf.
Die Causa IG Bönen brodelt weiter. Semih Yigit (rechts), hier noch im Trikot der IG, lief gestern erstmals für seinen neuen Verein Türkspor Dortmund auf. – Foto: Waltermann-Fotografie

Ist der IG Bönen ein Ultimatum gesetzt worden? Natürlich nicht!

Westfalenliga-Aufsteiger IG Bönen kämpft weiter um seine Existenz. Bis zum 10. August soll Klarheit herrschen.

Dies sei aber nicht richtig, wie Coach Ferhat Cerci nun erklärt. FuPa Westfalen hatte sich auf eine Aussage des Trainers der 2. Mannschaft, Gültekin Ciftci, bezogen, der dem Lokalportal "Sport Kreis Unna" dies so mitgeteilt haben soll. Cerci sagt: "Gültekin hat lediglich erzählt, was bereits bekannt ist. Einige Spieler haben die Verträge aufgelöst und einige überlegen noch. Dass alle weg sind, war niemals Thema."

Ultimatum - geht doch gar nicht

Nun soll von Staffelleiter Friedhelm Spey ein Ultimatum gesetzt worden sein, wie die Lokalpresse "Ruhr Nachrichten" berichtet. „Ich habe der IG Bönen ein Ultimatum gesetzt. Bis zu einem bestimmen Zeitpunkt muss sich der Verein schriftlich dazu geäußert haben, ob die Mannschaft am ersten Spieltag antreten wird oder nicht“, wird Spey zitiert. Dies erscheint fragwürdig, allgemein dürfte es sich lediglich um eine freundliche Bitte des Staffelleiters handeln.

FuPa Westfalen hat mit Andree Kruphölter, FLVW-Vizepräsident Amateurfußball, gesprochen. "Natürlich ist der IG Bönen kein Ultimatum gesetzt worden. Der Gegner des 1. Spieltags (Anm. der Redaktion: GW Nottuln) hat beim Staffelleiter Friedhelm Spey hinsichtlich der eigenen Planungen (Catering, Sicherheitsdienst, etc.) angefragt, ob die Partie zustande kommt. Der Staffelleiter hat daraufhin einen Vertreter der IG Bönen kontaktiert. Dort war man sich einig, dass in Kürze aus Fairnessgründen eine Entscheidung gefällt werden sollte. Dafür wurde der 10. August, vier Tage vor Saisonstart, als spätestes Datum auserkoren, was daraufhin auch nochmal schriftlich fixiert wurde", so Kruphölter.

Auf das fragwürdige Wort "Ultimatum" angesprochen, sagt auch Cerci: "Genau, ein Ultimatum kann uns keiner setzen. Aber wir werden uns trotzdem innerhalb der von Herrn Spey gesetzten Frist äußern. Wir versuchen als Verein bis zuletzt zu kämpfen. Dem Verein in dieser schwierigen Phase eine Frist zu setzen, finde ich nicht ganz so schön. Die Last, die der Verein aktuell mit sich trägt, ist schon schwer genug für alle Beteiligten. Aber wir wollen auch aus Fairnessgründen gegenüber den anderen Vereinen natürlich vor Saisonbeginn eine Entscheidung treffen. Egal in welche Richtung."

Doch wie geht es nun genau weiter? "Fakt ist, dass noch nichts entschieden ist. Wir haben als Verein noch ein, zwei Gespräche, die wir wahrnehmen möchten. Gespräche mit der Gemeinde Bönen bzw. dem Bürgermeister. Wir erhoffen uns Unterstützung durch die Gemeinde. Ich als Trainer stehe dem Vorstand auch nur beratend zur Seite, aber wir sprechen über alles. Und dann wird in Kürze eine Entscheidung getroffen", so Cerci.

Vermeintlich verdrehte Berichterstattung in den "Ruhr Nachrichten"

Traurig ist Cerci u. a. über eine Berichterstattung der "Ruhr Nachrichten", in der der Bockum-Höveler Coach David Schmidt das Verhalten der IG Bönen in den letzten Monaten angeprangert haben soll. "David hat mich sofort angerufen und erklärt, dass er das so gar nicht gesagt hat. Da sind Dinge verdreht worden", so Cerci. Zur Erklärung: die SG Bockum-Hövel wäre als Vizemeister der Nutznießer gewesen, hätte die IG Bönen beispielsweise direkt nach Saisonende auf den Aufstieg verzichtet.

Weitere Abgänge sind fix

Folgende Abgänge sind bekannt: Barbaros Inan (Hammer SpVg), Adil Elmoueden (FC Iserlohn), Marcel Klemmer, Ismail Budak (beide ASK Ahlen), Arif Et (BSV Schüren), Ilker Algan (TuS Bövinghausen), Mohamed El Gourari (Cronenberger SC) und Kingsley Nweke (FC Iserlohn).

Vor dem Rückzug des Hauptsponsors hatten sich bereits Hüseyin Kücük (SVF Herringen), Okan Güvercin (SC Neheim), Yasin Acar (Türkspor Dortmund), Zübeyir Kaya (ASK Ahlen), Serhad Gün (Werner SC) und Emre Demir (VfL Kamen) verabschiedet.

Von den letztjährigen Personalien sind nur noch Ivan Mandusic, Jesse Kuhn, Damir Kurtovic, Ilkay Nagis, Kaan Akcay, Samet Akyüz und Muhammed Bulut übrig.

Aufrufe: 04.8.2022, 10:30 Uhr
sbAutor