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Ligavorschau

Issel und der Ritt auf der Rasierklinge

Frauen-Rheinlandliga: Am Sonntag beginnt der zweite Saisonabschnitt. Wie die Aussichten der Teams aus der Region sind.

von Sonja Gauer · 08.03.2025, 13:19 Uhr · 0 Leser
Während die erste Mannschaft des TuS Issel (helle Trikots, hier im Rheinlandpokalspiel beim VfL Trier, 7:0) in der Regionalliga einen Platz im Mittelfeld belegt, geht die weite Garnitur in der Rheinlandliga personell am Krückstock. Einmal konnte der TuS II bereits nicht antreten, weil er zu wenig Spielerinnen hatte.
Während die erste Mannschaft des TuS Issel (helle Trikots, hier im Rheinlandpokalspiel beim VfL Trier, 7:0) in der Regionalliga einen Platz im Mittelfeld belegt, geht die weite Garnitur in der Rheinlandliga personell am Krückstock. Einmal konnte der TuS II bereits nicht antreten, weil er zu wenig Spielerinnen hatte. – Foto: Maxime Tapprich

Lange Zeit war unklar, ob der TuS Issel II am Sonntag, 17 Uhr, zum Rückrunden-Auftakt beim Tabellendritten SV Diez-Freiendiez überhaupt antreten kann. Aufgrund zahlreicher Verletzungen und Erkrankungen geht die Mannschaft personell auf dem Zahnfleisch. Während der Wintervorbereitung stand Trainer Marko Haink, der das Team vier Wochen vor Ende der Hinrunde von Christian Becker übernommen hatte, teilweise nur mit vier bis fünf Spielerinnen auf dem Feld. Zwischen Becker und der Mannschaft hatte es im ersten Halbjahr Unstimmigkeiten gegeben. „Er war hoch engagiert und hat sich ein großes Fachwissen angeeignet. Am Ende sind wir aber einvernehmlich zu dem Entschluss gekommen, getrennte Wege zu gehen“, berichtet Issels Abteilungsleiter Josef Regneri, der in den vergangenen Tagen viele intensive Gespräche über die Zukunft der zweiten Mannschaft führen musste. Schließlich wäre die Saison für den TuS Issel bei einer weiteren Spielabsage laut Statuten sofort beendet. Da der TuS in der Hinrunde aus personellen Gründen bereits beim FC Urbar nicht antreten konnte, ist man angezählt und müsste bei einem erneuten Nichtantritt in unteren Gefilden neu beginnen.

Die mit nur drei Punkten auf dem letzten Tabellenplatz notierten Moselanerinnen wollen sich jedoch „sportlich fair aus der Liga verabschieden“, so Regneri. „Wir hoffen, dass wir das durchziehen können“, sagt der Abteilungsleiter mit Blick auf die angespannte Personallage. In der kommenden Saison will die Mannschaft in der Bezirksliga antreten, die dem Leistungsvermögen der Spielerinnen eher entspreche. „Das ist auch für die B-Juniorinnen wichtig, weil die Spielerinnen, für die der Sprung in die Regionalliga zu groß ist, ansonsten auf der Strecke bleiben würden“, sagt Trainer Marko Haink. Unterstützt werden soll die Mannschaft im restlichen Verlauf aus den Reihen der U17.

(Viel) besser als für die Isselerinnen läuft es für die anderen vier Rheinlandliga-Teams aus der Region. Zwar kämpft die SG Vulkania als Tabellenneunter um den Klassenerhalt, beim Aufsteiger, der Fußballerinnen der SG Kylltal-Birresborn, aus SG Dreis-Brück, Bongard und Waldkönigen vereint, ist man jedoch zuversichtlich, dass dieser gelingt. „Zum Ende der Hinserie konnte man sehen, dass wir durchaus mithalten können“, berichtet Trainer Florian Mittler. „Im Großen und Ganzen sind wir mit den ersten Monaten zufrieden. Ärgerlich ist es nur, dass wir in den letzten Spielen vor der Winterpause keine Punkte mehr einfahren konnten.“ Die Vorbereitung sei dabei „witterungs- und krankheitsbedingt sehr schleppend“ verlaufen. Zudem wurden zwei Tests vom Gegner kurzfristig abgesagt. Mit Alison Panic holte die SG eine junge Akteurin von Ligakonkurrent Rübenach. Traurige Nachrichten gibt es von Kapitänin Manuela Hennen, die verletzungsbedingt aufhören musste. Die 31-Jährige wird nun in den Trainer- und Betreuerstab aufrücken.

Für die FSG Saarburg/Serrig geht es zum Start auswärts gegen den abstiegsbedrohten SV Rengsdorf (Anstoß: 16 Uhr). Unterschätzen will die FSG den Gegner nicht. „Rengsdorf hat eine starke Mannschaft. Das wird sicher nicht einfach“, sagt Trainer Rainer Britten. Danach empfängt sein Team den Tabellenführer FC Urbar, ehe es zum Dritten nach Diez-Freiendiez geht. „Wir haben ein starkes Auftaktprogramm“, weiß Britten. Hinter dem Team liegt eine ordentliche Vorbereitung mit guten Ergebnissen in den Testspielen. Zwar reiht sich da auch eine Niederlage im Rheinlandpokal gegen Bad Neuenahr (0:3) ein, mit dem Auftritt seiner Mannschaft gegen den Regionalligisten war Britten aber zufrieden. Verzichten muss er künftig auf Sanja Braun, die studienbedingt pausiert. Mit Saskia Kirchen, Lena Haag, Nina Micarelli und Jessica Bechter kehren vier Spielerinnen nach Langzeitverletzungen zurück. Ziel der FSG ist es, den sechsten Platz zu festigen und den Abstand nach vorne zu verringern.

Der FC Bitburg liegt derzeit mit 24 Punkten auf Rang fünf. „Mit der Hinrunde sind wir zufrieden. Nur die Unentschieden in Weitefeld und Rengsdorf waren wegen unserer spielerischen Überlegenheit etwas ärgerlich. Den vier Punkten trauern wir noch etwas nach“, resümiert Trainer Daniel Lenzen, der mit einem unveränderten Kader in die Rückrunde starten wird. In der Vorbereitung hat die Mannschaft „den Fokus noch mehr auf körperliche Fitness und Ausdauer gelegt. Auch am Übergang von Defensive auf Offensive arbeiten wir“, berichtet der Trainer, der mit seinem Team in der Tabelle „noch ein paar Plätze gut machen“ und im Spielsystem fußballerisch flexibler werden will. Zum Start müssen die Bierstädterinnen am Sonntag, 15 Uhr, beim Tabellenführer in Urbar antreten. „Wir haben nichts zu verlieren und reisen sicher nicht den weiten Weg, um mit leeren Händen nach Hause zu fahren“, sagt Lenzen.

Der aktuelle Vierte VfL Trier will in der Rückrunde den Platz unter den Top-Fünf verteidigen. „Dann hätten wir viel erreicht“, sagt Trainer Tim Schilling vor dem Rückrunden-Auftakt gegen die SG Andernach III (Anstoß: 15.15 Uhr, Mariahof). Abgesehen von der bekannten Platzproblematik in Heiligkreuz (TV berichtete mehrfach über den sich verzögernden Kunstrasenbau), wegen der die Mannschaft bei den Trainingsinhalten häufig kreativ werden musste, blickt der VfL auf eine gute Vorbereitung zurück. „Jetzt wollen wir uns fußballerisch weiterentwickeln und spielerisch den nächsten Schritt gehen. Zudem wollen wir defensiv stabil bleiben und bei Standards nicht mehr so anfällig sein“, unterstreicht Schilling. Neu sind Torfrau Bianca Reuter (zuletzt Saarburg), welche die am Kreuzband verletzte Stella Biedinger sowie die sich im Ausland befindende Luise Heinrich ersetzt, sowie Lara Bunse (Rosport) sowie Karlotta Arens (RW Ostentrop). Nina Schönhofen und Lisa Marie Bernheine gehören schon seit Sommer zum Kader, arbeiten indes jeweils nach Kreuzbandriss aktuell noch mit Fitness-Trainer Kevin Noll. Gegen die Bäckermädchen wollen die Triererinnen zum Start ihrer Favoritenrolle gerecht werden. „Wir werden den Gegner nicht unterschätzen, aber wir sind gut genug, um sie zu schlagen“, geht Schilling das Spiel gegen den Tabellenvorletzten zuversichtlich an.