Diese Riesenchance zum Ausgleich vergibt der Ismaninger Rufus Roth (Nr. 6) – er schafft es, den Ball aus kürzester Distanz übers Tor der Sechziger zu schießen.
Diese Riesenchance zum Ausgleich vergibt der Ismaninger Rufus Roth (Nr. 6) – er schafft es, den Ball aus kürzester Distanz übers Tor der Sechziger zu schießen. – Foto: Gerald Förtsch

Ismaning enttäuscht: Frank Schmöllers Junglöwen haben die Hosen an

FCI erwischt keinen Sahnetag

Der nette Lauf mit zehn Punkten aus den jüngsten vier Spielen ist wieder Geschichte beim FC Ismaning. Mit einem ziemlich trostlosen 0:2 (0:1) gegen den TSV 1860 München II verabschiedete der FCI sich von den eigenen Fans im letzten Heimspiel des Jahres.

Ismaning - Es ist eine gerne genutzte Redewendung in der Bayernliga, dass man gegen die Zweitvertretungen der Profivereine Männerfußball spielen will. Das heißt, dass gestandene Fußballer mit körperlicher Robustheit den jungen und technisch perfekt geschulten den Schneid abkaufen. Diese Idee scheiterte diesmal alleine schon am gegnerischen Trainer Frank Schmöller. Der ist nicht nur der erfolgreichste Coach der Ismaninger Vereinsgeschichte, sondern auch der Inbegriff von Männerfußball. Diesmal hatten eher die Junglöwen die Hosen an.

Der Ismaninger Trainer Mijo Stijepic wollte es sich aber nicht so leicht machen und die Niederlage einfach mit der an dem Tag zu großen Klasse des Gegners begründen. „Vielleicht haben wir auch einfach nur zu viel zugelassen“, sagte der Coach und wies nicht ohne Grund darauf hin, „dass der eine oder andere bei uns nicht seinen Sahnetag erwischt hat“.

Zuletzt hatten seine Ismaninger den Gegnern das Leben schwerer gemacht, und dazu kam diesmal, dass der Nachwuchs der Sechzger gute Lösungen fand. Etwas bezeichnend für das Spiel war die Entstehung des 0:1 nach einer halben Stunde. Einen Abschlag von FCI-Torhüter Lorenz Becherer konnten die Löwen an der Mittellinie ohne jegliche Bedrängnis wieder nach vorne köpfen – und mit dem schnellen Umschalten erwischte man den FCI komplett auf dem falschen Fuß. Nach dem Treffer (30.) hatte der Gast gegen bedrohlich wackelnde Ismaninger Oberwasser, und mit zwei Superparaden im Eins gegen Eins verhinderte Becherer bis zur Pause eine Vorentscheidung.

In dieser ausgeglichenen Bayernliga hat jede Mannschaft immer Chancen, und auch in diesem nicht so galaktischen Ismaninger Kick gab es die Momente, in die Spur zu komme. In der ersten Hälfte köpfte Daniel Gaedke an die Unterkante der Latte und verpasste den Ausgleich nur hauchdünn (40.). Noch dramatischer war die zweite Chance nach knapp einer Stunde. Der FCI hatte eine Ecke, der verlängerte Ball kam zu Rufus Roth, der einen Meter vor dem Tor blank stand und drüberschoss. „Der war schwerer über als in das Tor zu schießen“, bemerkte Ex-Stürmer Stijepic später völlig zurecht.

So ging dann alles seinen normalen Gang der Dinge. Ismaning erhöhte, in Rückstand liegend, das Risiko – und die Löwen lauerten auf den Konter, bekamen ihn und machten das Tor in der 72. Minute durch Kevin Goden. Die an diesem Tag bessere Mannschaft hatte damit auch das Spiel gewonnen, und jetzt freuen sich alle langsam auf die Winterpause.

FC Ismaning – TSV 18860 München II 0:2 (0:1).

FCI: Becherer - Jobst (24. Roth), Weber, Redl - Hofmann (46. Bux), Schäfer (76. Lommer), Yilmaz, Davydov (46. Mittermaier), Kubina - Gaedke, Schädler (46. Bosnjak).

Tore: 0:1 Feil (30.), 0:2 Goden (72.).

Schiedsrichter: Stefan Dorner (Falkenfels).

Zuschauer: 222.

Aufrufe: 020.11.2022, 17:59 Uhr
Nico BauerAutor