
Drei Tore in einer Halbzeit, danach kontrolliertes Verwalten: Die U23 von Holstein Kiel II hat ihre Ambitionen in der Oberliga Schleswig-Holstein, die wohl mit dem Erreichen des zweiten Platzes defininiert werden können, eindrucksvoll untermauert. Beim Tabellenletzten SV Preußen Reinfeld gewann das Team um das neue Trainerduo Sven Boy und Linus Schewior verdient mit 3:1 und legte den Grundstein bereits vor der Pause. Es war das zweite Spiel mit dem zweiten Sieg nach der Trennung von Cheftrainer Willi Weiße.
Von Beginn an übernahmen die Gäste das Kommando. Mit hoher Passsicherheit und Tempo im letzten Drittel setzte Kiel die Defensive der Hausherren früh unter Druck. Reinfeld fand kaum Zugriff, verlor viele zweite Bälle und ließ die nötige Kompaktheit vermissen.
Die Konsequenz folgte prompt, nachdem die : Innerhalb der ersten Halbzeit zog Kiel auf 3:0 davon. Vor allem Islam Matene stellte die Hintermannschaft der Gastgeber vor kaum lösbare Aufgaben. Der Offensivspieler schnürte einen Doppelpack und profitierte dabei sowohl von individueller Klasse als auch von Abstimmungsproblemen in der Reinfelder Defensive.
Während die Gäste zielstrebig und effizient agierten, blieb Reinfeld offensiv nahezu wirkungslos. Nur selten gelang es, sich kontrolliert aus der eigenen Hälfte zu befreien.
Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich die Mannschaft von Preußen Reinfeld deutlich verbessert. Aggressiver im Zweikampf und mutiger im Spiel nach vorne gelang es den Gastgebern, die Partie offener zu gestalten. Die Ouvertüre der zweiten Hälfte gestaltete die Mannschaft von Neutrainer Axel Junker, der Ende September Pascal Lorenz abgelöst hatte, sogar besser als die Kieler
Der Anschlusstreffer zum 1:3 Jonas Dürr brachte kurzzeitig neue Hoffnung, aber keine Hebelwirkung: Echte Spannung wollte und sollte nicht mehr aufkommen. Denn Holstein verteidigte diszipliniert, ließ kaum klare Chancen zu und spielte die Partie souverän zu Ende.
Unterm Strich entschied die erste Hälfte das Spiel. Während Kiel seine Möglichkeiten konsequent nutzte, verschlief Reinfeld die Anfangsphase komplett. Die Leistungssteigerung nach der Pause blieb damit letztlich ohne zählbaren Effekt für die Reinfelder, die nach auch das vierte Spiel 2026 nach dem 1:4 bei Rotenhof, 0:5 gegen Kilia Kiel und 0:4 beim PSV Neumünster abgaben. Der Abstiegsstrudel hat die Preußen tief hineingezogen: Eine Rettung, 10 Punkte aus 8 Spielen aufzuholen, ist nahe an einem Wunder dran.
“Erstmal hat es mich gefreut, dass die Trainingsinhalte, die wir unter der Woche abgearbeitet haben, gut umgesetzt wurden. Mit einer reifen Spielweise ist es der Mannschaft außerdem gelungen, Druckphasen zu überstehen und sich den Bedingungen anzupassen. Dadurch haben wir den Spielrhythmus bestimmt und am Ende verdient gewonnen“, fasste Sven Boy auf der Webseite von Holstein Kiel das Geschehen aus Sicht der Störche zusammen.
Doppeltorschütze Islam Matene schlug in die gleiche Kerbe ein: „ch habe mich sehr über meinen ersten Doppelpack für Holsteins U23 gefreut. Vor allem, weil ich damit ein Stück weit das mutige Spiel von uns belohnen konnte, mit dem uns die drei Tore in der ersten Halbzeit gelungen sind. In der zweiten Hälfte gab es dann nochmal Phasen, in denen Reinfeld uns unter Druck gesetzt hat. Das haben wir aber mit einer erwachsenen Spielweise sehr gut gelöst bekommen.”
SV Preußen 09 Reinfeld: Marco – Czeschel (69. Nakai), Vogel, Treichel, Kaben (82. Yussef), Miljic, Dürr, Brügmann (69. Jasmund9, Schmalfeld (46. Beck), Nagorny, Boebs.
Trainer: Axel Junker.
Holstein Kiel U23: Müller-Kalthoff – Medlin, Petersen, Wiese – Lückner, Soldanski (90. Meyer), Koc , Winter – Matene (90. Spieckermann), Kulikas (72. von Esebeck), Knaak (46. Rüzgar).
SR: Jannik Romahn (SV Hemmingstedt).
Ass.: Simon Schmeling, Tom Braun.
Z.: 100.
Tore: 0:1 Islam Matene (30.), 0:2 Islam Matene (35.), 0:3 Laurynas Kulikas (40.), 1:3 Jonas Dürr (51.).