2026-03-25T14:09:28.761Z

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Irres Kreispokal-Comeback nach 1:4: "Gar nicht mehr dran geglaubt"

Altmark-Strom-Pokal der Stadtwerke Stendal +++ Der ASV Weiß-Blau Stendal und der SV Medizin Uchtspringe liefern sich einen denkwürdigen Schlagabtausch

von Kevin Gehring · Heute, 11:40 Uhr · 0 Leser
– Foto: Laura Bornemann

Es war womöglich das kurioseste Kreispokal-Spiel, das Sachsen-Anhalt in dieser Saison erlebt hat. Zum Halbfinale im Altmark-Strom-Pokal der Stadtwerke Stendal trafen sich am Sonnabend der Kreisligist ASV Weiß-Blau Stendal und der Landesklasse-Vertreter SV Medizin Uchtspringe. Beide Seiten sorgten für einen denkwürdigen Schlagabtausch über 120 Minuten.

"Das war ein verrücktes Spiel", sagte Medizin-Angreifer Marcel Brinkmann nach dem fünften Finaleinzug in den vergangenen elf Jahren. "Mein Stimmungsbarometer hatte auf jeden Fall einige Schwankungen. Du gehst heiß ins Spiel, gehst früh in Führung - da war die Stimmung ganz oben", erklärte Brinkmann. Nach nur drei Minuten brachte Michael Adam dem Favoriten nach einer Ecke in Front. Danach aber kippte das Geschehen komplett.

Landesklasse-Schreck zieht zur Stundenmarke auf 4:1 davon

Erst erzielte Niklas Riehn den Ausgleich für den Underdog (23.), dann brachte Max Erdmann den Kreisligisten sogar in Führung (32.). "Sie haben hinten dicht gestanden und viel mit langen Bällen gearbeitet. Damit haben wir massivste Probleme gehabt", erkannte Medizin-Co-Trainer Andreas Schmidt: "Nach unserem 1:0 hatten wir überhaupt keinen Zugriff mehr auf das Spiel. Wir haben uns auf das Spiel von Weiß-Blau eingelassen. Zwischenzeitlich war es ein wildes Hin-und-Hergeschlage der Bälle."

"Wir haben uns von ihnen richtig einlullen lassen - eigentlich ohne Grund", sagte auch Brinkmann: "Wir haben dann verdient 1:4 zurückgelegen." Enrico Wendt (51.) und Yanick Riehn (59.) ließen den Kreisligisten, der im Pokal schon zwei Landesklasse-Teams eliminiert hatte, zur Stundenmarke davonziehen. "Da haben sich alle blöd angeschaut", sagte Schmidt. "Ich persönlich hab auch eigentlich gar nicht mehr dran geglaubt, dass wir noch was ausrichten können", erzählte Brinkmann, "doch wenn man es am wenigsten erwartet, trifft es dann doch ein."

Glen Gerhardt brachte die Mediziner mit einem Elfmeter zurück ins Spiel (74.). "Danach sind wir nur noch vorne draufgegangen und haben Fehler erzwungen", erklärte Schmidt. Und Marcel Brinkmann hat die Mühen belohnt: Mit einem späten Doppelschlag (87., 90.+1) schickte der 36-Jährige die Partie in letzter Sekunde noch in die Verlängerung. "Die Emotionen in diesem Spiel waren der blanke Wahnsinn. Sowas habe ich selten erlebt", unterstrich Schmidt. "Da war die Stimmung natürlich wieder oben", stimmte der Doppelpacker zu und ergänzte: "Ohne dass es abgehoben klingen soll, wusste ich, in dem Moment als es in die Verlängerung ging, dass wir das Spiel ziehen."

Stoppa-Dreierpack in der Verlängerung entscheidet das Spiel

So kam es dann auch: Manuel Stoppa brachte den Landesklassisten gleich zum Start der Extrazeit nach vorne (91.), Jason Taylor Langer legte nur wenige Minuten später nach (94.). "Uns kam zugute, dass Weiß-Blau zuvor schon einige der besten Spieler ausgewechselt hatte", erklärte Brinkmann. Zwar brachte Yanick Riehn die Kreisliga-Elf noch einmal heran (97.), doch sorgte Stoppa mit zwei weiteren Treffern im zweiten Durchgang der Verlängerung dann doch noch für klare Verhältnisse (107., 115.).

So zog der SV Medizin Uchtspringe ins fünfte Endspiel seit dem Kreispokal-Triumph 2012 ein. "Man kann dieses Wechselbad der Gefühle gar nicht in Worte fassen", staunte Schmidt. "Man hat keinen Klassenunterschied gesehen - zumindest nicht in den ersten 90 Minuten." Auch Brinkmann zollte dem Kreisligisten seinen Respekt: "Weiß-Blau hat super gespielt. Sie haben gekämpft, haben alles reingehauen und haben eine super Pokalsaison gespielt. Wir hätten uns echt nicht beschweren können, wenn wir das Ding verloren hätten."

Im Finale wartet nun der Möringer SV auf die Mediziner. Ebenfalls in der Verlängerung hatte der MSV die Landesklasse-Paarung gegen den TuS Siegfried Wahrburg mit 2:0 gewonnen. Niklas Wendt (96.) und Lucas Mayer (110.) trafen für den Vorjahresfinalisten zum wiederholten Einzug ins Endspiel.