
Vierzehn Tore, dramatische Wendungen und ein Ausgleich in der sechsten Minute der Nachspielzeit: Das 7:7 zwischen der SGM Kreßberg und der SG Oppenweiler-Strümpfelbach gehörte zu jenen Spielen, über die man in der Bezirksliga Rems/Murr/Hall noch lange sprechen wird. Für die Zuschauer war es ein Spektakel, für die Trainer wohl eher ein Lehrstück darüber, wie schmal die Linie zwischen Offensivlust und defensiver Unordnung sein kann.
Ein holpriger Beginn
Die Partie begann aus Sicht der Gastgeber denkbar ungünstig. Bereits in der 4. Minute traf Even Stoppel zum 0:1 für die Gäste. Doch Kreßberg reagierte schnell: Stürmer Elia Krieger glich in der 10. Minute aus und brachte sein Team mit einem weiteren Treffer in der 24. Minute sogar in Führung.
„Wir sind ziemlich schlecht ins Spiel gestartet und hatten in der Anfangsphase Probleme“, sagte der 24-Jährige später. „Mit dem Ausgleich zum 1:1 sind wir dann aber besser reingekommen und konnten uns stabilisieren.“
Kurz vor der Pause stellte Moritz Stoppel (45.+1) den Ausgleich wieder her – ein erstes Zeichen dafür, dass dieses Spiel keinen ruhigen Verlauf nehmen würde.
Ein Spiel, das sich überschlägt
Die zweite Halbzeit begann mit einem Paukenschlag: Luca Krämer brachte Oppenweiler-Strümpfelbach unmittelbar nach Wiederanpfiff wieder in Führung (46.). Doch das Spiel blieb offen. Thomas Kreidl (48.) und erneut Elia Krieger (61.) drehten die Partie, ehe Kreidl mit seinem zweiten Treffer das 5:3 erzielte (70.).
Doch eine Vorentscheidung war das nicht. Krämer (73.) und Lukas Rosenke (80.) stellten den Gleichstand wieder her. Luca Krieger (83.) und Even Stoppel (84.) antworteten im Minutentakt, ehe Nico Bäuerle (86.) die Gastgeber erneut in Führung brachte.
Acht Tore in einer halben Stunde
Vor allem die Schlussphase nahm Züge eines offenen Schlagabtauschs an. Acht Treffer fielen in den letzten dreißig Minuten – ein Tempo, das selbst erfahrene Bezirksliga-Beobachter selten erleben.
„Ich glaube, es war eine Mischung aus offensiver Qualität und defensiver Fahrlässigkeit auf beiden Seiten“, analysierte Elia Krieger. „Beide Teams haben ihre Chancen sehr gut genutzt, gleichzeitig haben wir es hinten aber auch nicht konsequent genug verteidigt.“ Und vor allem: Keine Mannschaft wollte sich mit einem Punkt zufriedengeben. „Keine Mannschaft hat nach dem Rückstand zurückgesteckt. Beide haben bis zum Schluss an den Sieg geglaubt.“
Der späte Schlusspunkt
Als Nico Bäuerle in der 86. Minute zum 7:6 traf, schien Kreßberg endlich den entscheidenden Treffer gelandet zu haben. Doch in der sechsten Minute der Nachspielzeit traf Lukas Rosenke erneut – und besiegelte ein Ergebnis, das statistisch kaum zu greifen ist.
Selbst für den dreifachen Torschützen war das Erlebnis außergewöhnlich. „Seit der F-Jugend vermutlich nicht mehr“, sagte Krieger lachend über ein Spiel mit so vielen Toren. „Im Herrenfußball hätte ich das ehrlich gesagt auch nicht für möglich gehalten.“
Kreßbergs Hoffnungsträger
Für die SGM Kreßberg bleibt der Punkt im Tabellenkeller dennoch wertvoll. Als Zwölfter befindet sich der Aufsteiger mitten im Abstiegskampf. Hoffnung macht vor allem die Offensive – und Spieler wie Elia Krieger. Der Stürmer, einst beim FSV Hollenbach ausgebildet und später beim TSV Crailsheim in der Verbandsliga aktiv, kommt in dieser Saison bereits auf 13 Tore und vier Vorlagen.
„Unsere größte Stärke ist auf jeden Fall die Offensive“, sagt Krieger. „Wir haben vorne viel Qualität und können immer Tore erzielen.“ Das Ziel ist klar formuliert: „Unser oberstes Ziel ist ganz klar der Klassenerhalt.“ Wenn Kreßberg dabei weiter Spiele produziert, die so wild verlaufen wie dieses 7:7, wird die Liga zumindest eines nicht erleben: Langeweile.