
Wer denkt, im Fußball alles schon einmal gesehen zu haben, dann aber das B-Juniorenspiel zwischen Hilden 05/06 und dem Lohausener SV verpasst hat, der muss sich wohl eines Besseren belehren lassen. Denn was sich Ende August auf der Anlage am Weidenweg in Hilden abspielte, grenzt schon an Einmaligkeit.
Es stand etwas auf dem Spiel, als sich der Nachwuchs von Hilden 05/06 und des Lohausener SV zum Auftakt der Qualifikationsrunde für die Leistungsklasse gegenüberstanden. Den besseren Start erwischten dabei zunächst die Gäste, die bereits nach acht gespielten Minuten mit 2:0 in Führung lagen. Ein entspannter Vormittag wurde es für den LSV im Anschluss dennoch nicht, was auch am Team von Sebastian Keitel selbst lag, dass sich mit Gelb-Rot (60.) und einer Roten Karte (61.) innerhalb kürzester Zeit selbst dezimierte. Spätestens ab da stand dann auch der Schiedsrichter im Mittelpunkt. Und er sollte wenige Minuten später endgültig die Regie übernehmen.
Dabei ging es weniger um den Elfmeterpfiff für die Platzherren acht Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit, sondern um die Tatsache, dass er den im Nachschuss nach einer Parade des Lohausener Torhüters eigentlich regelkonform erzielten Anschlusstreffer aus für alle Anwesenden unerklärlichen Gründen nicht zählen ließ. So blieb es zunächst beim 2:0 für den LSV, der die Partie nach einer weiteren Hinausstellung (Gelb-Rot, 75.) nur noch mit sieben Feldspielern fortsetzen konnte. Nach einem weiteren Strafstoß für Hilden, der diesmal direkt verwandelt wurde, mussten die Gäste noch einmal kurzzeitig zittern. Dann pfiff der Unparteiische die Begegnung beim Stand von 2:1 für Lohausen ab. Dachten zumindest die Beteiligten.
Umso größer war das Entsetzen gerade auf Seiten des vermeintlichen Siegers, als dieser einen Blick in den Spielbericht warf. Denn da hatte der Mann an der Pfeife plötzlich einen 2:2-Endstand eingetragen. Weil ihm zwischenzeitlich offensichtlich selbst bewusst geworden war, dass ihm beim ersten Elfmeter ein krasser Fehler unterlaufen war und es die Doppelberührung des Hildener Spielers vor dem vermeintlichen 1:2 nicht gab.
Somit ging das Qualifikationsspiel am Verhandlungstisch in die Verlängerung. Auf Einspruch des Lohausener SV wurde die Spielwertung vor dem Kreisjugendsportgericht aufgehoben und die Partie zumindest formal neu angesetzt. Das Ende der kuriosen Geschichte: Ein Wiederholungsspiel wird es trotzdem nicht geben, da Hilden als Gruppenletzter so oder so nicht mehr aufsteigen kann und Lohausen als Tabellenführer schon sicher qualifiziert ist. Deshalb wurde die sportliche belanglose Partie wieder abgesetzt.
