2026-03-13T07:45:35.464Z

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„Irgendwo fehlt uns die Routine“: Heesebergs Zehn-Minuten-Drama

Trotz einer frühen Führung durch Alexander Schrader verliert der FC Heeseberg mit 2:4 beim BSC Acosta II – Zehn unkonzentrierte Minuten kosten die Baethge-Elf ein mögliches Erfolgserlebnis.

von red · Heute, 09:00 Uhr · 0 Leser
– Foto: Friedhelm Brauner

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Es gibt Spiele, die innerhalb weniger Augenblicke eine völlig neue Statik bekommen. Der FC Heeseberg erlebte am Sonntag beim BSC Acosta II genau solch eine Partie: Eine Stunde lang agierten die Gäste diszipliniert und führten nicht unverdient, nur um das Spiel innerhalb einer kurzen Schwächephase komplett aus der Hand zu geben.

Dabei begann der Vormittag für die Mannschaft von Trainer Christian Baethge ideal. Bereits in der 4. Spielminute brachte Alexander Schrader die Gäste in Führung. Der Plan, den Favoriten früh zu ärgern, schien aufzugehen. „Mein Ziel war es, so lange wie möglich die Null zu halten. Das ist uns gerade in der ersten Halbzeit gut gelungen“, resümierte Baethge nach dem Abpfiff. Heeseberg blieb durch Diagonalbälle und schnelles Umschaltspiel gefährlich, während Acosta zwar spielstark agierte, aber zunächst am Defensivbollwerk der Gäste verzweifelte. Ein Remis zur Pause wäre laut Baethge „gerecht gewesen“, doch die 1:0-Führung gab den Gästen das nötige Selbstvertrauen.

Der Kollaps nach dem Seitenwechsel

Nach dem Wiederanpfiff änderte sich das Bild jedoch schlagartig. Die Gastgeber kamen, wie ihr Trainer Uwe Stucki betonte, „hoch konzentriert aus der Pause“. Was dann folgte, glich einem sportlichen Offenbarungseid der Heeseberger Defensive. Innerhalb von nur vier Minuten (50. bis 53. Minute) drehte der BSC die Partie durch einen Doppelpack von Julius Janknecht und einen Treffer von Ole Schene auf 3:1.

Die Videoaufnahmen verdeutlichen das Problem: Beim Ausgleich zum 1:1 hebelt eine Flanke von der rechten Seite die gesamte Zuordnung aus; Janknecht steht am langen Pfosten sträflich frei. Nur Sekunden später führt ein Fehler im Aufbau zum 2:1. Christian Baethge fand dafür deutliche Worte: „Wie es die Saison schon so oft gewesen ist, haben wir halt im Spiel immer mal Minuten, wo wir nicht konzentriert sind. Wo wir einfach dann die Routine irgendwo vermissen lassen, um solche Spiele halt auch mal über die Bühne zu bringen.“ Man sei in dieser Phase schlichtweg „überrannt“ worden.

Tabelle: Der Blick nach unten wird kritischer

Zwar keimte noch einmal Hoffnung auf, als Alexander Schrader per Foulelfmeter auf 2:3 verkürzte (61.), doch Ole Schene stellte postwendend den alten Abstand wieder her (62.). Damit bleibt Heeseberg auf dem 13. Tabellenplatz stecken.

„Es ist kein Weltuntergang, gegen Acosta zu verlieren“, so Baethge, „aber wir lassen momentan zu viele Spiele liegen.“ Die kommenden Aufgaben werden nicht leichter: Am nächsten Spieltag wartet der Tabellenzweite aus Wendezelle. Baethge warnt bereits vor deren „enormer Wucht vorne“. Für Heeseberg wird es darum gehen, die Fehler in der Hintermannschaft abzustellen, um nicht erneut in einen folgenschweren Sekundenschlaf zu verfallen.