Mit einem 2:0 gegen die DJK Neustadt holte der TSV Pleystein (weißes Trikot) wichtiges Punktegut im Buhlen ums Dasein in der Liga.
Mit einem 2:0 gegen die DJK Neustadt holte der TSV Pleystein (weißes Trikot) wichtiges Punktegut im Buhlen ums Dasein in der Liga. – Foto: Andi Weinzierl

Irchenrieth schrammt in Moosbach an Überraschung vorbei

Der Tabellenzweite wendet beim Gastgeber das Blatt erst in den Schlußminuten zu seinen Gunsten

Die Windischeschenbacher hatten die leidige Erfahrung schon gemacht, nun hätte es fast auch die DJK Irchenrieth in Moosbach "erwischt": Erst in der Schlußphase drehte die Pianka-Elf (2./40) das Match bei der abstiegsbedrohten SpVgg (13./11) noch in ihre Richtung und schrammte damit knapp an einer Pleite vorbei. Relativ problemlos erledigte dagegen Primus SV Altenstadt/WN (1./43) seine Aufgabe beim Schlußlicht in Thanhausen (14./10) und gewann mit 4:1. Den Frust der letzten Wochen schoss sich schließlich die SpVgg Windischeschenbach (3./37) vom Leib, mit 6:0 versetzte sie ihrem Gastgeber SV Altenstadt/VOH auf eigenem Terrain eine mehr als kräftige "Watschn" und bleibt damit am Führungsduo dran.

In den unteren Gefilden gelang dem TSV Pleystein (11./13) mit dem 2:0 gegen die DJK Neustadt (7./27) ein lebenswichtiger Heimdreier. Im Duell zweier ebenfalls abstiegsgefährdeter Teams fielen keine Tore, der TSV Püchersreuth (12./13) und die benachbarte SG Wurz/Störnstein (10./14) trennten sich im Derby 0:0.

"Nicht Fisch und nicht Fleisch" ist dieses Remis für beide Teams im Abstiegskampf. Der erhoffte Derbysieg als Befreiungsschlag blieb auf beiden Seiten aus, wobei der Gastgeber aufgrund noch nie dagewesener Personalprobleme mit dem Punkt wahrscheinlich mehr leben kann, als die Gäste, die sich im Laufe der Woche vom ihrem Trainer Alexander Herrmann getrennt hatten. Die sportliche Verantwortung hat nun Karlheinz Schreiner übernommen, wie lange, ist noch offen.

"Nachdem von Millionen Kartenanfragen für das "NFL-Munich-Game" auch acht Karten nach Püchersreuth gingen und uns das Verletzungspech weiter treu bleibt, musste ich auf sage und schreibe 15 Spieler verzichten. Nur mit Hilfe der AH, bei der ich mich bedanken möchte, konnten wir überhaupt spielen. Die zusammengewürftelte Mannschaft hat das kämpferisch gut gemacht, es war wichtig, nicht zu verlieren. Das Ergebnis ist gerecht, dass das Derby kein spielerischer Leckerbissen werden würde, haben wir gewußt", so TSV-Coach Sebastian Schell am Montag.

Tore: Fehlanzeige - Schiedsrichter: Andre Wächter - Zuschauer: 250

Über eine halbe Stunde hielt der SVA sein Tor sauber, ehe ein Doppelschlag den Gästen noch vor der Pause eine beruhigende Führung brachte. Der Treffer von Spielertrainer Michael Bachmeier - an diesem Tag dreifacher Torschütze - kurz nach dem Seitenwechsel brachte dann schon eine frühe Vorentscheidung. In der Schlußphase schraubte die SpVgg schließlich mit drei "Buden" innerhalb von acht Minuten das Ergebnis noch auf ein für die Schreiner-Elf schmerzhaftes 0:6. Rechtzeitig, bevor man das Führungsduo hätte davonziehen lassen, hat die SpVgg nach zuletzt bescheidenen Ergebnis die Kurve bekommen und meldet sich im Meisterschaftskampf zurück.

"Ein verdienter und sehr wichtiger Sieg für uns. Nach den letzten Wochen tut der Dreier zudem richtig gut. Jetzt gilt es im letzten Spiel des Jahres gegen Thanhausen nachzulegen", so SpVgg-Spielertrainer Michael Bachmeier.

Tore: 0:1 Michael Bachmeier (34.), 0:2 Frank Eckl (40.), 0:3 Michael Bachmeier (48.), 0:4 Philipp Horn (80.), 0:5 Michael Bachmeier (84.), 0:6 Frank Eckl (88.) - Schiedsrichter: Hans Stubenvoll - Zuschauer: 80

Zwei schnelle Tore schienen den Tabellenführer schon frühzeitig einem klaren Sieg entgegensteuern zu lassen. Als Benedikt Hecht jedoch auf 1:2 verkürzte, kam beim Gastgeber wieder Hoffnung auf, dem Primus doch Paroli bieten zu können. Doch der kurz zuvor eingewechselte Martin Giering und Fabian Zaus mit seinem Saisontreffer Nummer 13 sorgten dann doch dafür, dass die Messe zur Pause schon gelesen war. Nachdem in Halbzeit 2 keine Treffer mehr fallen sollten, blieb es am Ende beim erwarteten klaren Sieg des Ersten beim Letzten.

"Ich bin echt stolz auf meine Mannschaft, auch wenn die letzten Wochen echt schwierig waren, spielen wir mit großem Einsatz und Engagement. Individuelle Fehler und die Chancenverwertung sind das Manko, aber wir werden weiter hart arbeiten, um uns da zu verbessern. Wir haben auch gegen den Tabellenführer 90 Minuten lang alles gegeben und mitgehalten, doch hat Altenstadt halt aktuell einen tollen Lauf und eine brutale individuelle Qualität", so VfB-Coach Fabian Polster heute Vormittag.

Tore: 0:1 Fabian Zaus (4.), 0:2 Daniel Nordgauer (16.), 1:2 Benedikt Hecht (18.), 1:3 Martin Giering (38.), 1:4 Fabian Zaus (44.) - Schiedsrichter: Rudolf Kasper - Zuschauer: 75 - Zeitstrafe: 10 Minuten für Andreas Friedl (VfB/67.)

Seit 2018 ohne Sieg gegen die DJK Neustadt gelang dem TSV der nach dem Trainerwechsel erhoffte Turnaround. Ein Abwehrfehler und ein irreguläres Tor begünstigten den lebenswichtigen Dreier für die Kreuzbergelf, die damit die Abstiegsplätze verlassen konnte. Die Gäste haderten mit zweifelhaften Entscheidungen von Schiedsrichterroutinier Johann Grünauer, der den Kreisstädtern übrigens zum dritten Mal in den letzten sechs Partien als Unparteiischer zugeteilt wurde.

Pleystein begann im Spiel 1 nach der Ära Bernd Reil wie erwartet hochmotiviert, ging kompromißlos in die Zweikampfe und nützte einen Abwehrfehler der Gäste früh zum 1:0, als Volker Lorenz die Kugel über den herausstürzenden Gästekeeper Laurenz Flor ins Tor hob. In Folge übernahmen die auf fünf Stammspieler verzichtenden Gäste das Kommando, außer durch ein paar Fernschüsse strahlten sie gegen eine massiv das Tor verteidigende Heimelf aber keine Gefahr aus. Pleystein verlegte sich schon früh ganz auf Konter, die jedoch zumeist schon kurz hinter der Mittellinie von der hoch stehenden Gästekette abgefangen wurden. Viele grenzwertige Zweikämpfe prägten die Szenerie, Schiedsrichter Grünauer hätte da viel früher mit Verwarnungen für Ruhe sorgen müssen. Vor allem die Routiniers der Heimelf machten sich das zunutze, während der jungen Gästeelf zunehmend der Schneid abgekauft wurde.

Nach Wiederbeginn brachte ein eigentlich irreguläres Tor den Gastgeber auf die Siegerstrasse. Nach einem Ball in die Spitze sprang ein Pleysteiner Angreifer dem aus dem Tor eilenden DJK-Schlußmann mit vollem Risiko in den Nacken, dieser blieb verletzt liegen, der Ball war frei und Bendikt Namberger schob ihn ins leere Tor. Für alle war eigentlich klar, ein Foulspiel des TSV-Akteurs, kein Tor. Doch auch zum Erstaunen der Platzherren gab Schiedsrichter Grünauer den Treffer, den der TSV natürlich gerne nahm. Heftige Proteste der Gäste blieben vom Referee ungehört. Im weiteren Verlauf sahen die Fans dann kein schönes Fußballspiel mehr. Viel Stückwerk, viele Unterbrechungen, die Platzherren verteidigten gegen einen allerdings ohne Durchschlagskraft anrennenden Gast mit allen Mitteln ihren Vorsprung. Hier drückte der Unparteiische oft, vor allem aber bei Volker Lorenz gleich mehrfach beide Augen zu. War der TSV-Sturmführer nach seinem Tor eigentlich nur noch durch rüde Attacken aufgefallen, hätte er nach einem bösen Foul an Gästeinnenverteidiger Florian Bösl mit Gelb-Rot, wenn nicht sogar mit Rot den Platz verlassen müssen. Am Ende stand schließlich ein 2:0 für die Platzherren auf der Anzeigetafel gegen einen Gegner, der zugegeben eine enttäuschende Vorstellung bot.

"Mit Kampf ohne Ende und einem hohen läuferischen Aufwand wollten wir gewinnen, was uns gelungen ist. Wir haben gut begonnen, nach zwanzig Minuten aber nachgelassen. Nach der Pause hat uns natürlich das 2:0 - zugegeben nach einem Foulspiel - in die Karten gespielt. Danach haben wir keine Chancen der Neustädter mehr zugelassen. Ich bin stolz auf die Jungs, sie haben heute alles Mögliche auf den Platz gebracht", so TSV-Interimstrainer Alexander Schön nach der Partie.

Gästetrainer Stefan Zimmermann war gleich doppelt sauer: "Unglaublich, was der Schiedsrichter heute abgeliefert hat. Viel zu spät hat er Zeichen gesetzt, dann gibt er das 2:0 trotz des heftigen Einsteigens des Pleysteiners und dann wartet er, bis der Lorenz ausgewechselt wird, um ihn nicht rausstellen zu müssen. Unabhängig davon haben wir heute eine schlechte Leistung geboten. Wenn du in 90 Minuten keine klare Torchance hast, dann sagt das alles!"

Tore: 1:0 Volker Lorenz (8.), Benedikt Namberger (55.) - Schiedsrichter: Johann Grünauer - Zuschauer: 80 - Zeitstrafe: 10 Minuten für Patrik Schneider (TSV/77.)

Ein gutes und hart umkämpftes Derby (elf Mal musste der Unparteiische "Gelb" ziehen) sahen die zahlreichen Besucher in der Waldauer Elm-Arena. Dabei reichte dem Gastgeber eine zweimalige Führung nicht, um am Ende den erhofften Dreier zu verbuchen. Dabei startete der SVW erfolgversprechend und ging nach einer Viertelstunde per Strafstoß (Rewitzer war von Gästekeeper Müssig gefoult worden) in Front. Wohl antworteten die Gäste durch ihren Goalgetter Luca Kraus, der nach 20 Minuten einen Freistoß sträflich ungedeckt ins Tor verlängerte, doch stellte Daniel Rewitzer in Spielminute 30 den alten Torabstand wieder her, als er einen Abpraller eindrückte. Kurz vor der Halbzeit hatte Stefano Scifo sogar das 3:1 vor der Brust, doch brachte er das Runde alleine vor dem SpVgg-Tor nicht ins Eckige.

Hälfte 2 blieb dann lange torlos, ehe erneut Luca Kraus nach abgelaufener Zeitstrafe für Scifo den Ausgleich - nach Meinung der Gastgeber aus Abseitsposition - markierte. Zuvor hatte Waldau noch eine tolle Kontermöglichkeit ungenutzt gelassen. Die Schlußphase war dann turbulent. Erst setzte Stefano Scifo einen Kopfball aus fünf Metern neben das Tor (85.), ehe ein Treffer des Gästespielers Neidhardt wegen Handspiel nicht gegeben wurde (88.). In der Nachspielzeit hätte Stefano Scifo zum Matchwinner avancieren können, alleine vor Gästekeeper Müssig zielte er aber am langen Pfosten vorbei.

"Aus dem Spiel heraus fast keine Chancen für die Gäste zugelassen, spricht für die starke Defensivleistung meiner Männer, auch wenn die Gegentore zu einfach gefallen sind. Offensiv hatten wir gute Aktionen, hätten aus den sich bietenden Chancen aber mehr machen müssen. Am Ende nehmen wir das Ergebnis hin, denn am Ende hätten beide Mannschaften gewinnen können. Unter dem Strich sind wir nun seit sechs Spielen ungeschlagen, ich ziehe den Hut vor meinen Jungs", so SVW-Coach Hans-Jürgen Linge im Rückblick.

Tore: 1:0 Kevin Schutzbier (15./Strafstoß), 1:1 Luca Kraus (20.), 2:1 Daniel Rewitzer (30.), 2:2 Luca Kraus (82.) - Schiedsrichter: Markus Kühlein - Zuschauer: 150 - Zeitstrafe: 10 Minuten für Stefano Scifo (SVW/72.)

Ein am Ende klarer Sieg der Bezirksligareserve aus Luhe-Wildenau und Etzenricht gegen einen Lokalrivalen, für den die Partie schon schlechte Vorzeichen hatte und der dann auch noch 79 Minuten in Unterzahl agieren musste. Nach frühem Führungstreffer für den Gastgeber erhielt Gästekeeper Daniel Villgrattner in der 11. Minute die Rote Karte, als er - quasi als "letzter Mann" - den auf ihn zustürmenden Jonas Meißner an der Strafraumgrenze zu Fall brachte. In Unterzahl kassierte der FC prompt das 0:2, ehe der Anschluß gelang. Zwei weitere Tore für die SG schufen dann aber schon bis zur Pause eine Vorentscheidung. Drei "Buden" innerhalb von nur sechs Minuten sollten nach dem Seitenwechsel dann frühzeitig das Endergebnis von 6:2 bringen.

"Das Endergebnis spricht für sich. Dass wir unter schwierigen Voraussetzungen ins Derby gehen werden, war von vorneherein klar, insgesamt fehlten mir 18 Spieler, alleine 15 waren davon krankheitsbedingt ausgefallen. Gegen unsere neuformierte Defensive hatte die SG dann leichtes Spiel, sie nützte Unachtsamkeiten und eigene Fehler konsequent. Auch wenn das Spiel zur Halbzeit dann schon entschieden war, muss ich meinen Jungs ein Kompliment machen, wir haben nie aufgehört und bis zum Schluß gekämpft. Am Ende natürlich ein verdienter Sieg der SG, mit voller Kapelle hätten wir uns hier allerdings ganz anders aus der Affäre gezogen", so FCL-Spielertrainer Oliver Wagner im Resümee.

Tore: 1:0 und 2:0 Ovidu Suceava (4./19.), 2:1 Luka Opacak (23.), 3:1 Jonas Meißner (31.), 4:1 Lukas Winderl (41.), 5:1 Sebastian Urban (51.), 5:2 Felix Kraus (53.), 6:2 Jonas Meißner (57.) - Schiedsrichter: Klaus Seidl - Zuschauer: 80 - Platzverweis: Rot für Torhüter Daniel Villgrattner (FC/11.)

Puh, das war knapp. Fast hätte die SpVgg nach Windischeschenbach dem nächsten Favoriten ein Bein gestellt, lange Zeit sah es so aus. Während die favorisierten Gäste vor dem Seitenwechsel nur eine Großchance zu verzeichnen hatten, lochte Moosbach gleich doppelt ein. Zwei Mal traf Jiri Barta, jeweils assistiert von Christof Müssig. Als Torjäger Maximilian Kaufmann kurz nach der Pause auf 1:2 verkürzte, schien das Spiel den erwarteten Verlauf zu nehmen. Doch weit gefehlt, Felix Enderlein versetzte der DJK nach einem perfekt abgeschlossenen Konter einen nächsten Rückschlag. Irchenrieth gab nicht auf, war durch Parfait Douhadji wieder dran, ehe das Unglück für Moosbach in Minute 81 seinen Lauf nahm. Nach einem Eckstoß verlängerte Marco Lehner die Kugel unglücklich ins eigene Netz und nur sechzig Sekunden später stellte Noah Hammer das Ergebnis aus heimischer Sicht gar auf 3:4. "Wenn du hintendrin stehst, verlierst du solch ein Spiel, wenn du vorne bleiben willst, musst du auch solche Spiele gewinnen", so könnte man die 90 und ein paar mehr Minuten resümieren, an deren Ende Maximilian Kaufmann noch seinen Saisontreffer Nummer 25 verpasste, als er einen Strafstoß verschoss.

Tore: 1:0 und 2:0 Jiri Barta (11./37.), 2:1 Maximilian Kaufmann (51.), 3:1 Felix Enderlein (56.), 3:2 Parfait Douhadji (65.), 3:3 Marco Lehner (81./Eigentor), 3:4 Noah Hammer (82.) - Schiedsrichter: Artur Parusel - Zuschauer: 100

Aufrufe: 015.11.2022, 11:00 Uhr
Werner SchaupertAutor