
Seit Freitag wird viel spekuliert, warum Hasan Ismaik seine Anteile doch nicht verkauft hat. Der News-Ticker zum Investoren-Wirbel.
Update vom 28. Juli, 16:15 Uhr: Hasan Ismaik ist in München gelandet! Wie bereits letzte Woche angekündigt, trifft sich der Investor mit Neu-Präsident Gernot Mang, weiteren 1860-Verantwortlichen sowie Fans und Medienvertretern. Wie aus einem Post des Jordaniers hervorgeht, fand das Treffen mit Mang bereits statt. Am Sonntag posierten die beiden auf dem Balkon eines Münchner Hotels. Doch Mang ist nicht der Einzige, mit dem sich Ismaik ablichten ließ.
Am Montag veröffentlichte Ismaik ein Bild mit Herbert Bergmaier und hinterließ eine mysteriöse Nachricht. Denn Ismaik stellte Bergmaier als neues Mitglied des Aufsichtsrats der KGaA vor. Dieses wird aktuell von Sebastian Seeböck und Thomas Probst auf Seiten des e.V. bekleidet. Saki Stimoniaris, Andrew Livingston und Yahya Ismaik repräsentieren die HAM-Seite. So war zumindest der Stand vor dem Besuch des Investors.
Doch das Trio scheint nun Geschichte zu sein, wie Ismaik vor der Geschäftstelle bestätigte. Dort verkündete der 1860-Investor, im neuen Heimtrikot der Löwen, dass die drei HAM-Vertreter zurückgetreten sind. Bergmaier soll der neue Nachfolger sein – die zwei weiteren Vertreter wollte Ismaik noch nicht verraten.
Update vom 23. Juli, 14:00 Uhr: Wer soll da noch mitkommen? Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, steckt hinter dem vermeintlich verhinderten Investor eine Briefkastenfirma, in deren Namen Matthias Thoma verhandelt hat. Bei der „Helvetic Corporate Finance SA“ sei Managerin Megan Susannah Marie Heath „alleinige Verwaltungsrätin mit Einzelunterschrift“. Gab es also von Anfang an gar keine „Familienholding“ aus der Schweiz?
Außerdem gibt es offenbar pikante Details zum am 5. Juli verkündeten Verkauf von Ismaiks Anteilen. Demnach hätten Ismaiks Anwälte bei Matthias Thoma um eine Freigabe für die am Tag vor der Mitgliederversammlung verschickte Pressemitteilung gebeten. Hat Ismaiks Rechtsbeistand dessen Veto somit ignoriert?
Der Jordanier selbst schrieb am 20. Juli auf seinen Social-Media-Kanälen, er wäre gegen eine frühzeitige Bekanntgabe des Deals gewesen: „Es war von Anfang an vorgesehen, dass keine öffentliche Mitteilung erfolgt, bevor der Abschluss vollständig vollzogen ist. Sobald der Käufer offiziell Anteilseigner gewesen wäre, sollte eine umfassende Medienerklärung veröffentlicht werden.“ Es bleibt mysteriös.

Update vom 23. Juli, 10:00 Uhr: Hasan Ismaik wird kommende Woche in München erwartet. Nach Informationen von Münchner Merkur und tz wird der Jordanier am Montag in der Landeshauptstadt eintreffen und möchte sich mit dem neuen Präsidium treffen. „Vergangenes muss aufgearbeitet werden – aber entscheidend ist, wie wir gemeinsam nach vorne schauen“, sagt der Jordanier vor seiner Reise nach Deutschland.
Update vom 22. Juli, 14:20 Uhr: Während sich Hasan Ismaik mit dem ehemaligen Präsidium eine Schlammschlacht liefert, hat der als Investor gehandelte Matthias Thoma erstmals selbst Stellung bezogen. „Ich wäre nicht der Käufer gewesen, sondern habe nur für den vorgesehenen Käufer gesprochen. Das hat bislang noch keiner kommuniziert“, wird der 57-Jährige bei dieblaue24 zitiert.
Der Wahl-Schweizer weiß zwar nach eigenen Angaben, warum der Deal gescheitert ist, hält sich aber bedeckt. „Es ist eine schwebende Geschichte. Ich will nicht weiter Öl ins Feuer gießen. Ich weiß aber, warum es so gekommen ist.” Thoma habe „nie mit Hasan Ismaik selbst gesprochen. Das war für ich von Anfang an sehr seltsam“. Stattdessen hätte er sich mit Juristen aus dem Team des Jordaniers ausgetauscht. Außerdem habe sich Ex-Vize-Präsident Karl-Christian Bay „nichts zuschulden kommen lassen“.
Update vom 21. Juli, 17:30 Uhr: Karl-Christian Bay hat genug. Der langjährige Funktionär des TSV 1860 München hat am Montag seinen Rücktritt als Aufsichtsrat bekannt gegeben. „In meinen bisherigen Funktionen habe ich zuletzt auch an dem gescheiterten Investorendeal auf Seiten des Vereins mitgewirkt“, sagt der 55-Jährige: „Insoweit trage ich Verantwortung, der ich mich nicht entziehen werde. Gleichzeitig setze ich mich gegen jede Form von Unwahrheit entschieden zur Wehr und werde dies weiterhin tun.“
Update vom 21. Juli, 14:30 Uhr: Müssen die Löwen-Fans Hasan Ismaik nach dessen Rolle rückwärts sogar dankbar sein? Das zumindest vermuten die Kollegen von der Abendzeitung. Demnach hätten intensive Nachforschungen „höchstbedenkliche Erkenntnisse“ zu Tage gefördert. Matthias Thoma sei der deutschen Justiz bekannt. Im Jahr 2021 erging offenbar sogar ein rechtskräftiger Strafbefehl gegen den verhinderten Investor. Weiter wird berichtet, Thoma habe Ismaik „an die 60 Millionen Euro“ für dessen Anteile geboten.
„Ich dementiere mit aller Deutlichkeit, dass ich irgendetwas mit der Auswahl oder Prüfung des Käufers zu tun hatte.“
Karl-Christian Bay
Update vom 21. Juli, 13:00 Uhr: Während Ex-Oberlöwe Reisinger sich nicht zum geplatzten Verkauf äußern will, hat Karl-Christian Bay in der Süddeutschen Zeitung Stellung bezogen. „Ich dementiere mit aller Deutlichkeit, dass ich irgendetwas mit der Auswahl oder Prüfung des Käufers zu tun hatte“, wird der 55-Jährige zitiert. „Weder habe ich den Käufer ermittelt, vorgeschlagen oder mich an der Auswahlentscheidung beteiligt. Noch habe ich den Compliance Check oder den Proof of fund durchgeführt.“
Er habe sich in der Woche nach der Pressemitteilung vom 5. Juli „unwohl“ gefühlt, als das vorgesehene Zeitfenster zur Präsentation des Ismaik-Nachfolgers nicht eingehalten wurde. „Ich entziehe mich sicherlich keiner Verantwortung, aber ich übernehme keine Verantwortung für Dinge, die ich nicht gemacht habe. Die Verantwortung liegt und verbleibt insoweit beim Verkäufer und seinen Beratern“, schießt er gegen die Vorwürfe des Jordaniers zurück.
Update vom 21. Juli, 12:30 Uhr: Gernot Mang setzte am Sonntag beim Fanfest an der Grünwalder Straße auf Pragmatismus. „Unser Mitgesellschafter ist nicht gegangen, für uns im neuen Präsidium hat sich daher nichts geändert“, sagte der neue Präsident der Löwen im Gespräch mit Münchner Merkur und tz. „Wichtig ist, dass die Blickrichtung jetzt nach vorne geht. Wir haben eine hungrige Mannschaft, die heiß ist und willig.“
Am Freitag, nachdem die Bombe geplatzt war, habe es einen ersten telefonischen Austausch gegeben. Bald soll ein persönliches Treffen folgen, um wichtige Themen zu besprechen. „Standort Giesing, Bau der Turnhalle – unser Programm steht. Und wenn die Aussagen stimmen, die Hasan Ismaik gemacht hat: Lass uns über die Sporthalle sprechen, lass uns über das Stadion sprechen – dann haben wir eine Basis“, glaubt das neue Oberhaupt der Löwen.
Erstmeldung vom 21. Juli, 12:00 Uhr: München – Am vergangenen Freitagnachmittag platzte der Traum vieler Fans von 1860 München. Der am 5. Juli angekündigte Verkauf von Hasan Ismaiks Anteilen an eine Schweizer Familienholding war geplatzt. Der umstrittene Investor verkündete auf seinen Social-Media-Kanälen, dass er den Prozess gestoppt habe.
„Nachdem ich mich intensiv mit der aktuellen Situation beschäftigt habe, musste ich feststellen: Ein Rückzug meinerseits würde dem TSV 1860 nicht helfen – im Gegenteil“, schrieb der 47-Jährige. Ex-Präsident Robert Reisinger und sein ehemaliger Stellvertreter Karl-Christian Bay hätten die Anhänger des Traditionsklubs aus Giesing getäuscht, „um sich selbst als Retter zu inszenieren“. Dies habe mit „ehrlicher Vereinsführung“ nichts zu tun, wetterte der Geldgeber weiter.
Am Sonntag legte Ismaik dann noch einmal nach. „Das, was geschehen ist, ist die Folge einer übereilten und unnötigen Bekanntmachung des Verkaufs. Sie hat beim Klub große Verwirrung ausgelöst und alle Beteiligten in eine unangenehme Lage gebracht“, glaubt der Investor, dem auch die Handhabe bei der Mitgliederversammlung des e.V. gegen den Strich ging. Einzelne Redner hätten sich „in einer Weise geäußert, die den Respekt gegenüber 14 Jahren unerschütterlicher Unterstützung meinerseits für 1860 vermissen lässt“.