Nach sechs intensiven Jahren als Lizenztrainer im NLZ des 1. FC Saarbrücken hatte ich ursprünglich geplant, mir zunächst eine längere Pause zu gönnen. Daher war es für mich wichtig, diese Entscheidung in Ruhe mit meiner Familie abzustimmen.
Nach diesen Gesprächen habe ich mich schließlich dazu entschieden, dem Verein zu helfen und erstmal eine Interimslösung bis zum Sommer zu übernehmen.
Wie siehst du den Verein ASC Dudweiler?
Der ASC Dudweiler ist für mich ein schlafender Riese mit enorm viel Potenzial. Die Anlage ist riesig und wunderschön gelegen – eigentlich ein absoluter Gewinn. Gleichzeitig bringt genau das aber auch große Herausforderungen mit sich.
Ein Gelände in dieser Größenordnung dauerhaft instand zu halten, ist mit den vorhandenen Mitteln kaum zu bewältigen. Aktuell verfügt der Verein über zwei Rasenplätze ohne Flutlicht sowie einen Hartplatz mit Flutlicht. Schon allein diese Infrastruktur vernünftig zu pflegen, übersteigt auf Dauer die Möglichkeiten eines einzelnen Platzwarts.
Ohne zusätzliche Unterstützung wird es schwierig sein, diese Anlage langfristig in einem guten Zustand zu halten. Umso mehr überrascht es mich, dass bislang keine intensiveren Kooperationen mit umliegenden Nachwuchsleistungszentren zustande gekommen sind.
Die Lage und die vorhandenen Flächen machen den ASC im Grunde zu einem idealen Standort – ein echtes Pfund, von dem beide Seiten profitieren könnten.
Ich hoffe sehr, dass sich hier in Zukunft Perspektiven ergeben und Partnerschaften entstehen, die dem Verein helfen, sein großes Potenzial auch wirklich auszuschöpfen.
Wie siehst du die aktiven Mannschaften bei ASC bzw. wie kam es zu dem Umschwung?
Die Ausgangssituation war alles andere als einfach. Trotz zahlreicher Gespräche war nicht jeder Spieler bereit, den gemeinsamen Weg mitzugehen und den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Einige haben sich stattdessen für einen Vereinswechsel entschieden.
Das habe ich akzeptiert – auch wenn ich dafür nicht zwingend Verständnis aufbringen musste.
In der Folge haben wir die Mannschaft neu organisiert und dabei großen Wert auf eine klare Grundordnung gelegt – sowohl im Training als auch im gesamten Miteinander innerhalb des Teams. Strukturen und Verlässlichkeit sind aus meiner Sicht gerade in so einer Phase entscheidend.
Ich bin überzeugt, dass im Amateurfußball nicht nur das Geschehen auf dem Platz zählt. Der Zusammenhalt entsteht auch davor und danach. Zeit miteinander zu verbringen, sich auszutauschen und als Einheit aufzutreten, ist ein zentraler Faktor, um wieder erfolgreich zu sein und ein echtes Teamgefühl zu entwickeln.
Ein wichtiger Punkt war es, im Training keinen Unterschied zwischen erster und zweiter Mannschaft zu machen. Dadurch hatte ich die Möglichkeit, mir ein umfassendes Bild von allen verfügbaren Spielern zu verschaffen.
Gleichzeitig konnte ich so neue Strukturen einführen und diese mannschaftsübergreifend verankern. Jeder Spieler wusste, dass Leistung, Einstellung und Teamgedanke entscheidend sind – unabhängig davon, in welcher Mannschaft er ursprünglich eingeordnet war.
Dieser offene Ansatz hat nicht nur für mehr Transparenz gesorgt, sondern auch für mehr Zusammenhalt innerhalb des gesamten Vereins gestärkt.
Ein weiterer wichtiger Schritt war, die vorhandenen Spieler im Verein wieder stärker zu machen. Wir haben Spieler reaktiviert und bewusst auf die enorme Erfahrung aus dem Kreis der AH zurückgegriffen.
Diese „alten Hasen“ haben nicht nur sportlich, sondern auch menschlich eine wichtige Rolle übernommen.
Gleichzeitig haben wir versucht uns gezielt zu verstärken (was in der Winterpause mit der Tabellensituation fast unmöglich ist) – allerdings nur mit Spielern, die den Verein wirklich weiterbringen und sich mit der Aufgabe identifizieren.
Uns war wichtig Charaktere in die Mannschaft zu holen, die sowohl auf als auch neben dem Platz einen Mehrwert bieten. So ist nach und nach echter Teamgeist entstanden, was uns in dieser schwierigen Phase Stabilität gibt.
„Wenn man Spiele gegen den Tabellenführer sieht, in denen das Team 70 Minuten lang sehr stark spielt, mehr Spielanteile hat und leider die Chancen zur Führung nicht nutzt, die Partie dann aber doch durch individuelle Fehler verloren geht, dann weißt du zwar, dass du auf einem guten Weg bist – aber du stehst am Ende mit leeren Händen da.
Individuelle Aussetzer wiegen gegen solche Gegner doppelt schwer, weil sie den Spielverlauf komplett auf den Kopf stellen. Der ‚gute Weg‘ ist zwar ein schwacher Trost, aber er zeigt, dass das System und die Qualität stimmen.
Meistens fehlt dann nur noch die Abgeklärtheit im Abschluss oder die Konzentration bis zur 90. Minute.“
Wir haben jetzt nur noch Endspiele – das sollte jedem bewusst sein! Die Mannschaft wird sich Sonntag für Sonntag zerreißen.
Wo siehst du dich ab Sommer als Trainer?
Ich denke das ist an den Vorstand mehr als klar kommuniziert. Der Verein ist in guten Gesprächen – es wird mit Sicherheit eine gute Lösung gefunden werden.