
Der Nordthüringer Traditionsklub überwintert aktuell auf einem Abstiegsplatz – entsprechend klar sind die Zielsetzungen für die kommenden Wochen. Im Fokus stehen dabei zwei gezielte Verstärkungen für die Defensive, die dem Team im Abstiegskampf Stabilität verleihen sollen.
Wacker-Trainer Stefan Wilke betont, dass die personellen Veränderungen das Ergebnis einer intensiven und ehrlichen Analyse der Hinrunde sind: „Wir haben den Kader in der Winterpause sehr bewusst und ehrlich analysiert. Vor allem im Defensivbereich hatten wir Bedarf. 30 Gegentore in 13 Spielen sind einfach zu viel.“
Gemeinsam mit Sportdirektor Philipp Seeland wurden daher mit Innenverteidiger Stergios Dodontsakis und Torhüter Jaakko Lakkamäki zwei zentrale Positionen neu besetzt. „Diese Spieler bringen Qualität, Mentalität und Stabilität in die Mannschaft. Wir sind überzeugt, dass wir den Kader damit klar verbessert haben und für die Rückrunde deutlich schlagkräftiger aufgestellt sind“, so Wilke.
Innenverteidiger Stergios Dodontsakis, genannt „Dodo“, hatte bereits im Probetraining vor Weihnachten einen überzeugenden Eindruck hinterlassen. Der 27-Jährige bringt körperliche Präsenz, Ruhe am Ball und internationale Erfahrung mit. Ausgebildet wurde er unter anderem bei PAOK Saloniki, spielte in der Youth League und war griechischer U17-Nationalspieler. Zudem kennt Dodontsakis den deutschen Fußball bereits aus seiner Zeit beim TSV Essingen in der Verbandsliga Württemberg sowie beim SC Herford in Westfalen. Da er gut Deutsch spricht und in Nordhausen sein Online-Studium im Bereich Sportmanagement abschließen möchte, unterschrieb er einen Vertrag über eineinhalb Jahre und plant auch perspektivisch seine berufliche Zukunft in Deutschland.
Mit Jaakko Lakkamäki verstärkt Wacker zudem die Torhüterposition. Der junge, motivierte Finne stand zuletzt in der zweiten zyprischen Liga unter Vertrag und will nun im deutschen Fußball Fuß fassen. „Mit Felix Hoffmann haben wir im Prinzip nur einen festen Keeper, Noah Hoinkis gehört eigentlich noch zu den A-Junioren, macht seine Sache aber sehr gut“, erklärt Wilke. Die Verpflichtung Lakkamäkis soll zusätzliche Qualität und Konkurrenz im Tor bringen.
Der Startschuss in die Vorbereitung fiel am Dienstagabend unter besonderen Bedingungen. Gemeinsam mit den Ultras befreite der Tabellen-Vorletzte den Kunstrasenplatz von Schnee und Eis, bevor das erste Training absolviert wurde. Die Vorbereitung sei klar strukturiert und bewusst intensiv angelegt, so Wilke: „Der Fokus liegt auf der körperlichen Verfassung, der Weiterentwicklung unserer Spielidee sowie auf klaren taktischen Abläufen.“
Neben intensiven Trainingseinheiten sind mehrere Testspiele gegen Göttingen 05, Blau-Weiß Zorbau und Bad Tennstedt geplant. Zudem nimmt Wacker an zwei Hallenturnieren teil, darunter der eigene Wacker Cup, bei dem sich die Mannschaft vor heimischem Publikum präsentieren und wichtige Spielpraxis sammeln möchte. Auf ein klassisches Trainingslager wird bewusst verzichtet – stattdessen setzt man auf eine kompakte, effiziente Vorbereitung mit hoher Trainingsqualität.
Angesichts der Tabellensituation ist die Zielsetzung für die Rückrunde eindeutig. „Kurzfristig ist unser klares Ziel, schnell die Abstiegsränge zu verlassen. Dafür brauchen wir von Beginn an konstante Leistungen, hohe Intensität und absolute Geschlossenheit auf und neben dem Platz“, stellt Wilke klar. Darüber hinaus wolle sich die Mannschaft sportlich stabilisieren, weiter zusammenwachsen und Schritt für Schritt Boden in der Tabelle gutmachen.
