
Die SpVgg Unterhaching hat auch gegen den Tabellenzweiten aus Aue ihre Heimstärke gezeigt. In einem intensiven Spiel trennten sich beide unentschieden.
Unterhaching – Bis kurz vor Schluss führten die Hachinger sogar, ehe Aue durch den Last-Minute-Ausgleich den Endstand herstellte. Die Verletzung von Kapitän Markus Schwabl in dessen 300. Spiel für Unterhaching trübte allerdings das zufriedenstellende Ergebnis.
Zu Beginn der Partie hatten die Gäste aus Sachsen mehr vom Spiel und dominierten die Begegnung, ohne wirklich zwingend zu werden. Kurz vor der Halbzeit kam auch Haching besser ins Spiel und konnte sich erste bessere Gelegenheiten herausspielen. Die Beste vergab Lenn Jastremski nach schön herausgespielter Ballstafette relativ frei stehend aus halbrechter Position. Mitten in die Hachinger Drangphase hinein trafen dann aber die Gäste nach einem schön zu Ende gespielten Konter in Person von Marcel Bär zur Auer Führung (42.).
Wer im weiteren Verlauf ein einseitiges oder gar langweiliges Spiel erwartete, wurde von den im zweiten Abschnitt immer spielfreudiger und mutiger werdenden Hachingern eines Besseren belehrt. Die erste Großchance nach Wiederanpfiff konnte Martin Männel im Auer Kasten mit einer starken Parade noch entschärfen. Wenig später verlängerte Lenn Jastremski eine Freistoßflanke von Simon Skarlatidis mit dem Kopf auf Sebastian Maier, der ebenfalls per Kopf, zum Ausgleich für Unterhaching traf (61.). Angestachelt von den Fans und der eigenen Leistung legten die Hachinger binnen drei Minuten nach.
Nach einer Traumkombination über die rechte Seite flankte Hachings Kapitän Markus Schwabl butterweich an den Sechzehnmeterraum, wo Lenn Jastremski mit einem technisch anspruchsvollen Flugkopfball unten links zur Hachinger-Führung einnickte (64.). Schwabl, der sein 300. Spiel für die Vorstädter bestritt, musste in der 70. Minute nach einem Zweikampf verletzt ausgewechselt werden. Eine genauere Diagnose ist noch nicht bekannt. Trainer Marc Unterberger sprach nach dem Spiel aber von muskulären Problemen am Oberschenkel bei seinem Kapitän.
Die Gäste aus dem Erzgebirge wirkten nach dem Doppelschlag geschockt und bekamen in der zweiten Halbzeit kaum einen Fuß in die Tür. Trainer Dotchev sprach nach den zwei Gegentreffern von einer „kalten Dusche“ für seine Mannschaft. Die Spielvereinigung lauerte nach dem 2:1 auf Konter und hatte einen weiteren Hochkaräter, um nachzulegen und den Deckel drauf zu machen. Luc Ihorst verpasste eine etwas zu scharf geratene Hereingabe nach schön herausgespielter Kombination denkbar knapp. So blieben die Veilchen im Spiel und erhöhten gegen Ende des Spiels nochmal die Schlagzahl.
Dotchev wechselte ab der 80. Minute gleich viermal, wodurch die Gäste wieder zielstrebiger und vom Mute der Verzweiflung angetrieben in der 90. Minute zu einer Doppelchance kamen. Nach einem Volley-Lattenknaller von Pepic aus ca. 20 Metern setzte Torschütze Bär den Abpraller neben das leere Tor. Dieser Angriff war die Initialzündung für den Auer Schlussakkord. Mit dem vermutlich letzten Angriff des Spiels schoss Bär aus halblinker Position im Strafraum unplatziert auf das Hachinger Tor. Heide konnte den Ball nur unglücklich in die Mitte abwehren, wo der eingewechselte Steffen Nkansah goldrichtig stand und diesmal den Ball per Kopf im Tor unterbrachte.
Das 2:2 Unentschieden war aufgrund der unterschiedlichen Phasen des Spiels leistungsgerecht. Sowohl Marc Unterberger als auch Pavel Dotchev waren am Ende mit dem Punkt zufrieden. Dotchev sprach von einem „sehr intensivem Spiel zweier guter Mannschaften“ und freute sich für seine „Jungs“, die sich den Punkt am Ende gegen „brutal starke Unterhachinger“ erkämpften. Unterberger bezeichnete die Art und Weise des Unentschiedens zwar als „unglücklich“, über den gesamten Spielverlauf gesehen aber als „fair“. Die Reaktion seiner Mannschaft nach dem Rückstand sei „hervorragend“ gewesen.
Insgesamt ist der 35-Jährige „stolz“ auf die bisherige Saison seiner Mannschaft und sprach bei den bislang gesammelten 8 Punkten von „einem Geschenk“. Das nächste Spiel bestreitet die SpVgg Unterhaching bereits nächsten Dienstag bei Hansa Rostock. (Igor Petkovic)