2026-03-13T07:45:35.464Z

Allgemeines

Intensives Kellerduell endet ohne Treffer

Der ATSV Scharmbeckstotel und TV Jahn Delmenhorst trennen sich in der Frauen-Oberliga Niedersachsen West torlos.

von COE · Heute, 18:08 Uhr · 0 Leser
– Foto: Cedric Siefker

Im Kellerduell der Frauen-Oberliga Niedersachsen West hat der ATSV Scharmbeckstotel einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf geholt. Gegen den TV Jahn Delmenhorst endete eine umkämpfte Partie auf schwierigem Untergrund 0:0.

Im Duell zweier Teams aus der unteren Tabellenregion der Frauen-Oberliga Niedersachsen West hat sich der ATSV Scharmbeckstotel am Sonntag ein torloses Remis gegen den TV Jahn Delmenhorst erkämpft. Auf schwer bespielbarem Rasen entwickelte sich eine intensive, aber chancenarme Begegnung.

Scharmbeckstotels Trainer Andreas Klug hatte sich trotz der schwierigen Platzverhältnisse bewusst für die Austragung der Partie ausgesprochen. „Abstiegskampf auf schwerem Geläuf! Wir wollten unbedingt spielen, um den Schwung weiter aufrechtzuerhalten“, sagte er nach dem Spiel.

Die Begegnung verlief weitgehend ausgeglichen. „Es war das erwartet schwere Spiel gegen einen unangenehmen Gegner“, ordnete Klug die Partie ein. „Gefühlt ein Spiel auf Augenhöhe, auch wenn Jahn optisch mehr Ballbesitz hatte.“ Gefährliche Torchancen blieben auf beiden Seiten rar. Eine der wenigen Möglichkeiten Delmenhorsts entstand Mitte der ersten Halbzeit, als ein Distanzschuss in hohem Bogen auf das Tor zuflog. „Dieser wurde sehenswert von unserer Keeperin Nina Brüning entschärft und darf als eklig für einen Keeper eingestuft werden“, erklärte Klug.

Auch die Gastgeberinnen setzten vereinzelt Nadelstiche, insbesondere über Umschaltsituationen. „Mit ein wenig mehr Entschlossenheit bei unseren Umschaltaktionen wäre mehr drin gewesen als dieser Punkt“, sagte der Trainer. Kurz vor Schluss bot sich nach einer Ecke noch eine gute Gelegenheit, doch auch hier fehlte das nötige Glück.

Am Ende blieb es beim 0:0 – ein Ergebnis, mit dem Scharmbeckstotel im Abstiegskampf leben kann. „So bleibt unterm Strich ein Punkt“, sagte Klug und betonte zudem die Disziplin seines Teams: „Noch zu erwähnen ist, dass wir uns von der aufkommenden Hektik nicht haben anstecken lassen.“ Auch die Leistung der Unparteiischen hob er hervor: „Ein Lob auch an die Schiedsrichter.“

Mit dem Remis bleibt der ATSV Scharmbeckstotel zwar Tabellenletzter, konnte aber aus den vergangenen beiden Spielen vier Punkte holen – und das ohne Gegentor. „Das zeigt, dass wir an uns glauben und weiter an uns arbeiten, um die Saison bestmöglich zu spielen“, so Klug.

Beim TV Jahn Delmenhorst überwog hingegen die Enttäuschung über das Ergebnis. Trainer Daniel Prause sprach von einer verpassten Gelegenheit. „Am Ende ist es viel zu wenig. Wir haben im Hinspiel 1:1 gegen Scharmbeckstotel gespielt, gestern 0:0 – wenn du gegen diese Mannschaft aus zwei Spielen nur zwei Punkte holst, ist das viel zu wenig“, sagte er.

Seine Mannschaft habe das Spiel über weite Strecken kontrolliert. „Wir waren in beiden Spielen drückend überlegen, haben gestern extrem hoch gestanden, ganz hoch angepresst und wollten maximalen Druck aufbauen. Das ist uns gut gelungen.“ Dennoch gelang es dem Team nicht, aus der optischen Überlegenheit Kapital zu schlagen.

Prause verwies auf eine frühe Großchance nach einer Ecke sowie mehrere weitere Möglichkeiten. „Wir hatten schon nach wenigen Minuten eine Top-Chance nach einer Ecke, wo wir aus ganz kurzer Distanz innerhalb des Fünfers den Ball nicht über die Linie gedrückt kriegen“, sagte er. Dazu kamen ein Distanzschuss und einige Halbchancen, die teilweise wegen Abseitsstellungen abgepfiffen wurden.

Trotz deutlich mehr Ballbesitz – laut Prause zwischen „70 und 85 Prozent“ – fand Delmenhorst keine Lösungen gegen die tief verteidigenden Gastgeberinnen. „Scharmbeckstotel steht in einem wahnsinnig tiefen Block, was extrem schwer zu bespielen ist, aber wir finden eben auch nicht die idealen Lösungen dagegen“, erklärte er. Versuche über Verlagerungen und breite Außenspielerinnen brachten nicht den erhofften Erfolg.

Auch die Spielleitung sah der Delmenhorster Trainer kritisch. Das Spiel sei „wirklich fahrig geworden“, mit vielen Unterbrechungen und Diskussionen. „Es war kaum möglich, Zweikämpfe zu führen, sodass es ein holpriges Spiel wurde“, sagte Prause.

Entscheidend sei jedoch die eigene mangelnde Durchschlagskraft gewesen. „Wir müssen der Mannschaft deutlich vorwerfen, dass wir es nicht hinbekommen, im letzten und auch im vorletzten Drittel klare Aktionen bis hin zum Torabschluss sauber durchzuspielen.“ Gerade in den Übergängen zwischen den Spielfeldzonen habe es zu viele Ungenauigkeiten gegeben.

Prause sprach deshalb von einer verpassten Chance im Kampf um die eigenen Saisonziele. „Wir hätten einen großen Schritt machen können und müssen. Dass das nicht passiert ist, ist kaum zu erklären“, sagte er. „Von sechs möglichen Punkten gegen Scharmbeckstotel holen wir nur zwei – das ist in der Phase nicht akzeptabel.“

Positiv bewertete der Trainer allerdings die Intensität seiner Mannschaft. „Wir haben insgesamt ein aggressives Gesicht gezeigt. Wir waren eklig, bissig und aggressiv – so wollen wir auftreten“, erklärte er. Dennoch bleibe die mangelnde Torgefahr ein wiederkehrendes Problem: „Das ist ein Thema, das uns schon seit anderthalb Jahren begleitet, dass wir zu wenig Offensivgefahr ausstrahlen. Das müssen wir sofort abstellen.“