2026-03-13T07:45:35.464Z

Allgemeines

Inklusion wächst auf dem Fußballplatz von TuRU Düsseldorf

Ob Autismus, Spastik oder Entwicklungsstörung – beim Inklusionsteam von TuRU Düsseldorf zählt vor allem eines: die Freude am Spiel. Das Projekt zeigt, wie Sport Grenzen überwindet und Selbstständigkeit fördert.

von Marcus Giesenfeld · Heute, 15:30 Uhr · 0 Leser
Vorzeige-Projekt bei TuRU Düsseldorf - Füllbild.
Vorzeige-Projekt bei TuRU Düsseldorf - Füllbild. – Foto: Stephan Horn

Ein kurzes Dribbling, ein Schuss und Tor – was sich für viele Fußballer nach einer simplen Aufgabe anhört, geht für andere nicht so einfach in Fleisch und Blut über. Bei TuRU Düsseldorf hat man es sich schon vor einigen Jahren zum Ziel gesetzt, auch Sportbegeisterten mit Handycap die Möglichkeit zu geben, ihre Leidenschaft auszuleben. Das Oberbilker Projekt „Inklusion wächst“ ist ein voller Erfolg.

Mittlerweile besteht das Inklusionsteam der Turu aus rund 30 Aktiven. Mädchen und Jungs, junge Frauen und Männer zwischen acht und 21 Jahren sind dabei. Ihre persönlichen Schicksale sind ganz unterschiedlich. „Wir haben Kinder, die beispielsweise aufgrund einer Spastik in ihren Bewegungen eingeschränkt sind. Andere wiederum haben eine Entwicklungsstörung“, schildert Kadir Ildem. Gemeinsam mit Marietta Plutta trainiert er die Mannschaft. Auch Ildems Sohn Erol ist Teil des Teams. Er ist Autist.

Einmal pro Woche bitten Ildem und Plutta ihre Schützlinge zum Training. Im Winter geht es in die Halle. Nach Ostern finden die Einheiten dienstags ab 17 Uhr wieder unter freiem Himmel auf der Anlage an der Feuerbachstraße statt. Auf dem Plan stehen dann weniger Technik und Taktik. „Im Vordergrund steht der Spaß am Spiel und an der Bewegung“, erklärt Ildem. Dafür denken sich die beiden Übungsleiter immer neue Übungen aus, mit denensie die Motorik und Beweglichkeit sowie den Umgang mit dem Ball verbessern.

Ildem und Plutta bleibt dabei nicht nur die Rolle der Taktgeber. Wenn es erforderlich ist, nehmen die Trainer ihre Schützlinge auch an die Hand, um ihnen Sicherheit und Orientierung auf dem Spielfeld zu geben.

Wenige Angebote wie bei TuRU Düsseldorf

Angebote wie das der Turu gibt es in der Stadt noch nicht allzu viele. „Mit der Turu gibt es noch einen weiteren Klub, der im Inklusionsbereich engagiert ist“, weiß Ildem. Auch das „Team Bananenflanke“ hat sich über die Stadtgrenzen hinaus schon einen Namen gemacht. Dort sind vornehmlich Kinder und Jugendliche mit kognitiver Beeinträchtigung aktiv. Angesichts der noch geringen Teamdichte finden Wettkämpfe in Abstand von Monaten häufig außerhalb Düsseldorfs statt.

Zuletzt nahm die Turu an einem Turnier des BV Weckhoven für Spieler mit wenig Erfahrung und stärkerem Handycap teil. „Gespielt wird dann ohne Abseits. Und wenn ein Team mit drei Toren Differenz führt, dann muss es den Gegner ein Tor schießen lassen“, gibt Ildem Einblick in das Regelwerk.

Für ihn ist das Projekt längst zu einer Herzensangelegenheit geworden, auch weil das Angebot bei der Turu weit über ohne Sport hinaus wirkt. „Wir wollten, dass unser Sohn Bahnfahren lernt. Das klappt nun. Erol kann die vier Stationen zum Trainingsplatz bewältigen“, freut sich Ildem.