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🗣: Ingolstadt ärgert Gegentorflut – Landsberg "stolz auf die Truppe"

Die Stimmen zum Pokal-Spektakel

von Michel Guddat · 02.09.2025, 22:15 Uhr · 0 Leser
Sabrina Wittmann freute sich über sieben Treffer ihrer Mannschaft. Tiziano Mulas und der TSV Landsberg hingegen scheiden erhobenen Hauptes aus dem Pokal aus.
Sabrina Wittmann freute sich über sieben Treffer ihrer Mannschaft. Tiziano Mulas und der TSV Landsberg hingegen scheiden erhobenen Hauptes aus dem Pokal aus. – Foto: Roland Schäfer/Eiler/FuPa

Elf Tore sahen die Zuschauer im Pokalspiel zwischen Bayernligist TSV Landsberg und Drittligist FC Ingolstadt. In einer höchst unterhaltsamen Partie scheidet Landsberg erhobenen Hauptes aus dem Toto-Pokal aus. FCI-Trainerin Sabrina Wittmann hingegen geht mit gemischten Gefühlen aus dem Match. Die Stimmen zum Spiel.

Sabrina Wittmann, Trainerin des FC Ingolstadt: »Das war heute fast wie ein Elfmeterschießen, vom Ergebnis her kann man sagen. Wir haben vieles richtig gut gemacht, aber die vier Gegentore ärgern uns schon sehr – vor allem, weil wir in der ersten Halbzeit mit den einzigen zwei Aktionen von Landsberg auf unser Tor direkt in Rückstand geraten sind. Jeweils auch nach eigenen Fehlern. Es war klar, dass Landsberg tief stehen und auf Umschaltmomente warten würde, aber in den entscheidenden Situationen, sowohl beim Ballverlust als auch bei der Abwehrchance, haben wir uns einfach nicht gut angestellt. Das hat sich ein wenig durchs ganze Spiel gezogen: Eigentlich hatten wir immer alles im Griff, haben aber in den Momenten, in denen Landsberg Luft bekommen hat, die Kontrolle wieder abgegeben. Das war heute extrem ärgerlich.

Nichtsdestotrotz haben wir immer wieder das Tor getroffen, das freut uns, denn das war in den letzten Spielen unser Credo. Gerade in der Anfangsphase haben wir vieles richtig gemacht und wenn wir unsere Chancen besser nutzen, brechen wir den Gegner früher. So haben wir Landsberg immer wieder rankommen lassen. Das müssen wir uns ankreiden, da haben wir unser Spiel nicht gut gemanagt – sonst wäre es ein ungefährdeterer Sieg geworden. Trotzdem bleibt festzuhalten: Die vier Gegentore sind extrem ärgerlich. Jetzt heißt es trainieren, trainieren, trainieren.«

„Ingolstadt ist ein Profi-Team, die wissen ganz genau, wie sie uns knacken können“

Furkan Kircicek, Trainer des TSV Landsberg: »Am Ende ist es natürlich bitter für uns. Uns haben einfach die Kräfte gefehlt. In der Anfangsphase haben wir es überragend gemacht, sind mit einem klaren Plan ins Spiel gegangen und meiner Meinung nach – und vermutlich auch nach Meinung der Zuschauer – völlig verdient mit 1:0 und 2:0 in Führung gegangen. Die Phase danach war der Knackpunkt, die hätten wir besser überstehen müssen. In manchen Situationen haben wir nicht gut verteidigt, waren zu spät in den Zweikämpfen und haben dann die individuelle Qualität von Ingolstadt zu spüren bekommen, die sofort eiskalt zuschlagen, wenn sie zentral vor dem Tor zum Abschluss kommen. So sind dann auch schnell das 2:1 und 2:2 gefallen.

Nichtsdestotrotz haben wir weiterhin ordentlich dagegengehalten, gekämpft und sind mit einem 2:2 in die Halbzeit. Nach der Pause hatten wir uns viel vorgenommen, kassieren dann aber zu einfache Gegentore. Ingolstadt ist ein Profi-Team, die wissen ganz genau, wie sie uns knacken können. Aber als Fünftligist, als Amateurverein, bei dem jeder noch arbeitet, haben wir es überragend gemacht. Auch auf der Bank hatten wir immer das Gefühl, dass wir nochmal ins Spiel zurückkommen können. Nach dem 2:4 haben wir den Anschluss zum 3:4 geschafft und weiter dagegengehalten, aber am Ende haben dann einfach die Kräfte gefehlt, das muss man auch ehrlich sagen.

Wir haben dann auch gewechselt, weil jeder am Limit war und wollten jedem die Spielzeit geben. Ich habe schon in der 3. Liga gespielt und viele solcher Spiele erlebt, aber für die meisten Jungs war es das erste Spiel gegen einen Profiverein und dann gleich in einem Pflichtspiel – das ist ein riesiges Highlight, das die Zuschauer mit viel Applaus honoriert haben. Ich habe den Jungs gesagt, dass ich wahnsinnig stolz auf sie bin. Ich weiß nicht, wann Ingolstadt zuletzt aus dem Spiel heraus vier Gegentore bekommen hat. Sie haben auch mit der ersten Elf gespielt, bis auf den Torwart, und das zeigt, wie ernst sie das Spiel genommen haben. Ingolstadt hat den Druck erhöht, den wir dann leider nicht lange halten konnten. Aber das ist auch nicht unser Maßstab. Wir können stolz auf unsere Leistung sein und schauen jetzt nach vorne. In Kirchanschöring wartet das nächste schwierige Spiel, deshalb heißt es jetzt gut regenerieren und dann hoffentlich eine gute Partie abliefern.«

Nico Held, Abteilungsleiter und Finanzvorstand des TSV Landsberg: »Ich glaube, wir können trotzdem stolz auf die Truppe sein. Wenn man gegen einen Drittligisten wie FC Ingolstadt mit 2:0 führt, das ist schon etwas Besonderes. Wenn wir das Ergebnis noch ein bisschen länger hätten halten können und nicht direkt die zwei Gegentore bekommen hätten, dann wäre es ein richtig kniffliger Fight für Ingolstadt geworden. An so einem Tag muss bei uns einfach alles zusammenkommen, während beim Gegner ein bisschen weniger laufen muss. Irgendwann hatte ich das Gefühl, bei denen war dann jeder Schuss ein Treffer. Es ist verdient, dass Ingolstadt weiterkommt, aber vier Tore gegen einen Drittligisten zu schießen, das muss man auch erstmal schaffen – ich glaube, so viele Gegentore haben die schon lange nicht mehr kassiert.

Ich habe es den Jungs vor dem Spiel gesagt: Genießt das, solche Spiele kommen nicht oft vor. Manche von uns haben noch nie vor so einer Kulisse gespielt, und auch für Furki und mich auf der Bank war es ein besonderes Erlebnis. Solche Tage sind selten, und das zeigt, was in Landsberg möglich ist. Wenn wir weiter daran arbeiten, sollte das nicht das letzte Spiel gewesen sein, bei dem so viele Zuschauer da sind.«