
Der SV Günding baut die Tabellenführung aus. Indersdorf holt nach 0:3-Rückstand noch ein 3:3. Röhrmoos kassiert die nächste Klatsche.
In der Fußball-Kreisklasse München 1 bleibt der SV Günding auf Meisterschafts- und Aufstiegskurs. Während die Gündinger ihre Hausaufgaben machten und 3:2 gegen Petershausen gewannen (siehe „Spiel der Woche“ auf Seite 8) nahmen sich die Verfolger Indersdorf und Niederroth beim 3:3 im Gemeindederby gewissermaßen gegenseitig wichtige Punkte weg – und das in einer kurios verlaufenden Partie. Nach 21 Spielen hat der SV Günding 53 Punkte, auf Tabellenrang zwei folgt – schon mit ordentlichem Abstand der SV Niederroth mit 45 Punkten.
TSV Indersdorf – SV Niederroth 3:3: Das Verfolger- und Gemeindederby schien lange eine klare Angelegenheit zu sein. Niederroth erwischte den deutlich besseren Start, war wacher in den Zweikämpfen und bestimmte früh das Tempo. Spielertrainer Dominic Reisner brachte die Gäste bereits in der 11. Minute in Führung, Mateo Velic legte nur zehn Minuten später das zweite Tor nach. Indersdorf fand vor der Pause kaum Zugriff und blieb offensiv weitgehend blass.
Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich zunächst wenig am Spielbild. Niederroth blieb die aktivere Mannschaft und erhöhte durch Dominik Leisch in der 50. Minute auf 0:3. Die Gäste hatten die Partie im Griff und spielten bis weit in die zweite Hälfte hinein eines ihrer stärksten Auswärtsspiele. Viel deutete darauf hin, dass der Tabellenzweite einen direkten Konkurrenten im Aufstiegsrennen entscheidend distanzieren würde.
Doch dann kippte die Partie. Ein Stellungsfehler brachte Indersdorf zurück ins Spiel: Tobias Altstiel verkürzte in der 73. Minute auf 1:3. Nur drei Minuten später folgte der nächste Rückschlag für den SVN, als Marcel Truntschka nach einem Foul den fälligen Elfmeter sicher zum 2:3 verwandelte.
Indersdorf witterte nun seine Chance, erhöhte den Druck und zwang Niederroth immer wieder zu Fehlern im Spielaufbau. Die Gäste fanden kaum noch Entlastung. In der Nachspielzeit belohnten sich die Niederrother schließlich: Truntschka traf zum 3:3 (90.+3) und sicherte seinem Team einen Punkt, der sich wie ein Sieg anfühlte – während Niederroth zwei sicher geglaubten Zählern nachtrauerte.
SV Odelzhausen – FC Tandern 3:2: Odelzhausen legte früh den Grundstein für den Heimsieg in einem Spiel auf insgesamt überschaubarem Niveau. Die Gastgeber waren mit drei Punkten Rückstand auf den Abstiegsrelegationsplatz in die Partie gegangen, Tandern lag direkt davor auf Rang zwölf – entsprechend groß war die Bedeutung des direkten Duells.
Nach einem langen Ball von Sascha Richter verlängerte Frederic Asimont per Kopf ins lange Eck zur Führung (9.). In der Folge entwickelte sich eine umkämpfte Partie, in der Tandern etwas aggressiver wirkte, jedoch zunächst kaum zwingend wurde. Der Ausgleich fiel schließlich nach einem individuellen Fehler: Sebastian Frohnwieser setzte nach und traf zum 1:1 (19.).
Die Antwort der Gastgeber folgte prompt. Maurice Asimont legte nach einem langen Zuspiel im Strafraum quer, Sebastian Widmann drückte den Ball zur erneuten Führung über die Linie (28.). Kurz darauf erhöhte Richter mit einem direkt verwandelten Freistoß auf 3:1 (36.).
Nach dem Seitenwechsel warfen die Gäste alles nach vorne, ohne sich klare Chancen zu erspielen. Der Anschlusstreffer durch Lukas Daumiller (61.) resultierte aus einem Torwartfehler und brachte noch einmal Spannung. In der Schlussphase hatte Tandern sogar die große Chance zum Ausgleich, vergab jedoch freistehend. Zudem sah Daumiller wegen einer Tätlichkeit die Rote Karte. So blieb es beim knappen Heimsieg – durch den nun beide Teams punktgleich sind.
SpVgg Röhrmoos – SV Ampermoching 0:5: Der SV Ampermoching wurde seiner Favoritenrolle bei Schlusslicht Röhrmoos gerecht und kontrollierte die Partie von Beginn an gegen tief stehende Gastgeber. Die Gäste hatten mehr Ballbesitz und erspielten sich die besseren Chancen. Nach knapp einer halben Stunde brachte Marko Todorovic seine Farben folgerichtig in Führung (29.). Kurz vor der Pause legte Philipp Kahl nach und stellte auf 2:0 (39.).
Nach dem Seitenwechsel versuchte Röhrmoos, früher zu stören und offensiver aufzutreten, kam damit aber nur selten gefährlich vor das Tor. Spätestens mit dem verwandelten Foulelfmeter von Tugay Karabazar zum 3:0 (61.) war die Partie entschieden.
In der Folge spielte Ampermoching die Begegnung souverän zu Ende. Michael Dolangez (70.) und David Löwl (81.) sorgten mit ihren Treffern für klare Verhältnisse. Auch kämpferisch hielten die Gäste nach der Pause dagegen und ließen nichts mehr anbrennen.
Unterm Strich stand ein verdienter Auswärtssieg, mit dem sich Ampermoching auf Rang drei verbesserte. Der Rückstand auf den Aufstiegsrelegationsplatz beträgt aktuell vier Punkte.
TSV Hilgertshausen – SV Haimhausen 0:1: Haimhausen setzte im Auswärtsspiel in Hilgertshausen auf eine kompakte und disziplinierte Ausrichtung – auch aus der Not heraus. Mit kleinem Kader und personellen Problemen in der Offensive konzentrierten sich die Gäste darauf, defensiv stabil zu stehen und wenig zuzulassen.
Hilgertshausen hatte zwar mehr vom Spiel, fand gegen die tief stehende SVH-Defensive aber nur selten klare Lösungen. Zweimal wurde es dennoch gefährlich, doch weder Marius Klimmer (17.) noch Josef Keimel (36.) brachten die Kugel im Tor unter.
Nach dem Seitenwechsel bot sich ein ähnliches Bild, allerdings setzte Haimhausen nun auch offensiv immer wieder Nadelstiche. Einer davon führte zum entscheidenden Treffer: In der 64. Minute nutzte Routinier Marcus Malle eine dieser Gelegenheiten und erzielte das 1:0. In der Schlussphase blieb es eine Abwehrschlacht. Hilgertshausen versuchte noch einmal alles, biss sich jedoch an den leidenschaftlich verteidigenden Gästen die Zähne aus. Haimhausen brachte den knappen Vorsprung mit viel Einsatz über die Zeit – und Hilgertshausen verabschiedete sich aus der Spitzengruppe.
Bei den Gastgebern pure Enttäuschung. TSV-Abteilungsleiter Norbert Schneider brachte es auf den Punkt: „Wir hätten heute noch eine Stunde spielen können und trotzdem kein Tor geschossen. Leider haben wir wieder einmal die Gunst der Stunde nicht genutzt, waren zu harmlos. Somit ist der Zug für uns abgefahren.“
AEG Dachau – TSV Bergkirchen 7:4: Bei einem unterhaltsamen Torfestival hat AEG drei wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg eingefahren. Das Griechen-Team steht nun vier Punkte vor dem Relegationsplatz und acht vor dem direkten Abstiegsplatz.
Die Tore für die AEG erzielten Vasileios Tselempis (1.), Dimitrios Savvidis (15.), Kyriakos Akritidis (35.), Alexandros Tanidis (49.), Vasileios Gitsas (51./69./78.). Bergkirchen konnte nur bedingt mithalten. Es trafen Dominik Hörmann (33.), Maximilian Mayr (67.), Leonhard Wittmann (77.) und Andreas Zech (83.).
„Wir haben hochverdient gewonnen, leider sind wir nach dem 5:1 sehr unaufmerksam gewesen und haben uns dadurch Gegentore gefangen“, so das Urteil von AEG-Sprecher Jorgo Andreadis. „Ansonsten waren wir spielerisch und läuferisch weit überlegen.“ Vollkommen frustriert war Bergkirchens Trainer Simon Zacherl: „Was soll ich sagen? Es war ein katastrophaler Auftritt, wir haben einfach viel zu passiv gespielt und AEG zum Toreschießen förmlich eingeladen.“ Die Niederlage sei jedenfalls völlig verdient.
TSV Schwabhausen – SpVgg Erdweg 1:3: Das Lokalderby riss dieses Mal niemanden vom Hocker. Vor allem in der zweiten Halbzeit bot sich den Zuschauern ein zerfahrenes Spiel. Es gab wenig spielerische Höhepunkte zu bestaunen, dafür jede Menge kleine Fouls.
Die Gäste aus Niederroth begannen stark, aus ihrer Überlegenheit resultierte der Führungstreffer durch Satuk Can schon nach sieben Minuten. Die Schwabhausener konnten die Partie in der Folge ausgeglichen gestalten und erzielten folgerichtig schnell den Ausgleich, Torschütze war Christian Henning. Bis zur Halbzeit passierte nichts Nennenswertes mehr.
Nach Wiederbeginn beharkten sich beide Mannschaften nach Kräften. Vor den Toren tat sich wenig. Erst in der 85. Minute traf Can erneut. Die Entscheidung fiel durch einen direkt verwandelten Freistoß von Marco Habermehl in der Nachspielzeit, vorausgegangen war ein katastrophaler Fehler der Schwabhausener Abwehr.
VfL Egenburg – 1. SC Gröbenzell 2:2: In einer zunächst ausgeglichenen Partie fehlten auf beiden Seiten die klaren Aktionen, ehe die Gäste mit zunehmender Spielzeit gefährlicher wurden. Mehrfach lud der VfL den Gegner durch einfache Ballverluste zu Umschaltmomenten ein. Die Latte rettete einmal nach einem Lupfer.
Offensiv blieb Egenburg bis auf wenige Ausnahmen harmlos. Die beste Gelegenheit vergab Tobias Bogenhauser, dessen Abschluss kurz vor der Linie geblockt wurde. Kurz vor der Pause fiel dann doch die Führung für Gröbenzell: Haris Omic traf aus kurzer Distanz zum 0:1 (37.).
Nach dem Seitenwechsel zeigte der VfL ein anderes Gesicht. Die Egenburger waren präsenter, gewannen mehr Zweikämpfe und verlagerten das Spiel zunehmend in die gegnerische Hälfte. Folgerichtig fiel der Ausgleich: Nach Flanke von Maximilian Weindl traf Christian Hain per Kopf zum 1:1 (53.).
Egenburg blieb am Drücker und drehte die Partie wenig später. Nach einem Standard setzte Tobias Bogenhauser nach und traf per Dropkick zum 2:1 (62.). Die Führung hielt jedoch nicht lange. Tim Wäcken glich nur wenige Minuten später mit einem Distanzschuss zum 2:2 aus (66.). In der Schlussphase hatten beide Teams noch Möglichkeiten, ein weiterer Treffer fiel jedoch nicht mehr. So blieb es bei einem Remis, mit dem Egenburg nach schwacher erster Hälfte gut leben kann.