
Mit der FG Rohrbach und Viktoria Mauer treffen am Sonntag zwei Vereine aufeinander, deren Entwicklung aktuell nicht gegensätzlicher sein könnte. Und dennoch eint sie die Vorfreude auf das Spiel. Denn den Spaß am Fußball verliert man nicht, wie auch immer es gerade läuft.
Die frühen 2010er Jahre werden Anhängern der SG Viktoria Mauer noch lange in Erinnerung bleiben. 2011 nahm man als Kreisligavizemeister an der Relegation zur Landesliga teil. Eine Spielrunde später, 2012, erreichte man das Pokalfinale gegen den FC Dossenheim. Das 15 Kilometer entfernt, auf der anderen Seite des Königstuhls, die FG Rohrbach aus der Traufe gehoben wurde, war damals maximal eine Randnotiz.
Am Sonntag kommt es nun zu einem Match, bei dem es für beide um alles geht. "Wir rechnen uns definitiv Chancen auf den Aufstieg aus. Es zählt jetzt jedes Spiel", sagt Rohrbachs Trainer Tobias Häußler. "Wir müssen jetzt in jedem Spiel versuchen zu punkten, damit wir den Klassenerhalt noch schaffen", fordert Mauers Trainer Jochen Bauer.
Was direkt auffällt, beide Teams brauchen die Punkte dringend. Rohrbach steht vor dem Durchmarsch. Nach der C-Klassenmeisterschaft im vergangenen Jahr, steht man schon wieder auf einem Aufstiegsplatz. Dennoch ist nicht nur Häußler bewusst: "Aufzusteigen wird schwierig, das sage ich ganz klar." Der FV Nußloch II sitzt der FG im Nacken. Und am Mittwoch muss man auch noch zur bisher noch verlustpunktfreien Spvgg Neckarsteinach. Alles andere als drei Punkte gegen Mauer würden das Projekt Aufstieg schwer in Gefahr bringen.
Noch höher ist die Notwendigkeit für Punkte bei den Odenwäldern. Die Viktoria hat ebenfalls einen Durchmarsch hinter sich. Allerdings einen negativen. Innerhalb von zwei Jahren wurde man aus der Kreisliga in die B-Klasse durchgereicht. Hier steht man nun schon wieder auf einem Abstiegsplatz. Vier Punkte sind es zum rettenden Ufer. "Wir müssen auch gegen eine Mannschaft wie Rohrbach einfach mal einen Punkt holen", ordnet Coach Bauer ein.
Eine weitere Möglichkeit zu punkten bietet sich vorher noch am Mittwoch. Der Tabellenletzte aus Dielheim gibt seine Visitenkarte in Mauer ab.
Beide Teams werden entsprechend alles daransetzen, am Sonntag möglichst den Sieg einzufahren. Besonders verlassen werden sich beide auf die Geschlossenheit innerhalb des Teams. "Trotz unseres Tabellenplatzes stimmt bei uns die Einstellung in der Truppe", berichtet Bauer. Auch Rohrbachs Trainer Häußler muss nicht lange überlegen, welche Stärken sein Team hat: "Wir sind eine eingespielte Truppe. Ein Rad greift ins andere", berichtet der 42-jährige.
Mauer wird sein Heil voraussichtlich im pragmatischen Spiel suchen. "Wir wollen einfach spielen. Von mir aus auch mal den Ball einfach wegschlagen", blickt Jochen Bauer voraus. Die FG Rohrbach dagegen sieht ihre Chance eher in einer offensiven Herangehensweise. "Wir brauchen gute Lösungen mit Ball. Gegen den Ball müssen wir aggressiv spielen", hat Häußler seinen Matchplan im Kopf.
Ein entscheidender Faktor könnte auch Aaron Berzel werden. Der Defensivspezialist absolviert seit zwei Wochen wieder Ligaspiele für die SGM. In seiner Vita lesen sich Vereine wie 1860 München und der SC Verl. Da ist er in der B-Klasse zweifelsohne eine Verstärkung. "Aaron gibt uns Stabilität. Ich habe der Mannschaft aber schon gesagt, dass wir uns auf seinen Qualitäten nicht ausruhen dürfen", ist sein Trainer vorsichtig.
Was bei aller Rivalität auffällt: Beiden Teams ist trotz der Brisanz vor allem der Spaß an der Sache anzumerken. So berichtet Jochen Bauer. "Der Zusammenhalt bei uns passt immer. Unsere Jungs kommen gerne ins Training." Und auch Christian Häußler kann nur von guter Stimmung berichten: "Wir wollen einfach aus einer guten, eine ganz besondere Saison machen." Für den Gegner haben beide nur positives übrig. "Mauer war im Hinspiel ein sehr guter Verlierer. Wir würden ihnen den Klassenerhalt auf jeden Fall gönnen", sagt Häußler. Bauer äußert sich ähnlich: "Klar gönne ich Rohrbach den Aufstieg. Nur am Sonntag sollen sie nicht punkten."
So soll es sein. Bei allem Streben nach Erfolg, steht das Verbindende im Mittelpunkt. Im Endeffekt wollen beide einfach nur Spaß am Fußball haben. Damit ist doch alles für einen guten Sonntag angerichtet.