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Spielbericht

"Im Kollektiv versagt" -Vorsfelde II geht bei den Freien Turnern unter

7:0 zur Pause - Viererpacker Faustmann

von NK · 06.09.2026, 21:56 Uhr · 0 Leser
– Foto: thdeejak.sports

Die Freien Turner Braunschweig haben ihren starken Saisonstart mit einem deutlichen 8:0 gegen den SSV Vorsfelde II fortgesetzt. Dabei benötigten die Gastgeber zunächst einige Zeit, um in die Partie zu finden. Nach dem Führungstreffer von Luca Faustmann in der 23. Minute brachen jedoch alle Dämme: Innerhalb von nur neun Minuten stellte FT auf 5:0.

Dabei hätte die Begegnung aus Sicht von Vorsfeldes Trainer Patrick Klein einen völlig anderen Beginn nehmen können. „Wir hätten nach einer Minute 1:0 führen müssen“, sagte er. Nach hohem Verteidigen lief ein Innenverteidiger der Gäste allein auf das Tor zu, brachte den Ball aber nicht im Gehäuse unter. Auch FT-Trainer Gian Luca Renner räumte ein: „Wir hatten in der ersten Aktion ein wenig Glück, als wir nach einem Ballverlust in einen Konter laufen, Vorsfelde aber nicht konsequent genug abschließen kann.“
Anschließend arbeiteten sich die Braunschweiger zunehmend in die Partie. Unter anderem wurde ein Kopfball von Faustmann über das Tor gelenkt. „Es war bis zum Führungstreffer ein hartes Stück Arbeit. Wir hatten etwas Probleme, in das Spiel zu kommen“, erklärte Renner. In der 23. Minute war es dann Faustmann selbst, der den Bann brach. Renner formulierte es bildlich: „Unser Stürmer Fausti ist es dann auch, der an dem 1:0-Führungstreffer beteiligt ist und damit heute nicht die berühmte Dose, sondern die Ketchupflasche geöffnet hat.“

Vier Tor in sechs Minuten

Tatsächlich ging es anschließend Schlag auf Schlag. Yannis Fischer erhöhte in der 25. Minute auf 2:0, Faustmann legte drei Minuten später seinen zweiten Treffer nach. Gianluca Evers traf in der 29. Minute zum 4:0, ehe ein Eigentor von Mark Thompson in der 31. Minute das 5:0 bedeutete. „Das hat den Knoten gelöst. Man hat von außen gemerkt, dass die Jungs sich in einen Flow spielen konnten. Danach waren wir schwer zu stoppen.“
Für Vorsfelde war gerade diese Phase besonders bitter. „Was danach dann abging, war unerklärlich“, sagte Klein. „Da haben wir einfach im Kollektiv zusammen versagt.“ Der Trainer vermisste in diesen Minuten vor allem die Eigenschaften, die sein Team zuletzt ausgezeichnet hatten: „Diese Mentalität, dieser absolute Wille, dieser Kampfgeist, den haben wir da komplett vermissen lassen.“ Gegen eine Mannschaft wie die Freien Turner werde es dann entsprechend schwierig.

Noch vor der Pause schraubten die Gastgeber das Ergebnis weiter in die Höhe. Faustmann machte in der 40. Minute seinen Dreierpack perfekt, Evers erhöhte zwei Minuten später auf 7:0. „Dafür ziehe ich meinen Hut, dass wir nach einem komplizierten Beginn dann so losmarschieren“, lobte Renner seine Mannschaft.

Nur noch ein Tor im zweiten Durchgang

Nach dem Seitenwechsel folgte in der 54. Minute der achte Treffer. Erneut war Faustmann zur Stelle und erzielte damit sein viertes Tor des Tages. Die Chance auf das 9:0 blieb anschließend ungenutzt: Manuel Gerlof scheiterte mit einem Elfmeter am Vorsfelder Torhüter, der den Ball an den Pfosten lenkte. Renner war mit dem zweiten Durchgang dennoch nicht vollständig zufrieden: „Insgesamt haben mir die zweiten 45 Minuten nicht ganz so gut gefallen, weil wir es nicht mehr so zielstrebig gespielt haben, wie ich es mir gewünscht hätte.“ Das solle die Gesamtleistung jedoch „in keinster Weise“ schmälern.

Klein zog aus der deutlichen Niederlage vor allem eine Lehre. „Die erste Halbzeit war sehr lehrreich für uns“, erklärte der Vorsfelder Trainer. Wenn seine Mannschaft mit einer Einstellung wie nach dem ersten Gegentreffer auftrete, „dann werden wir es schwer haben in der Liga“. Die Enttäuschung sei entsprechend groß gewesen. Nun gehe es darum, weiterzumachen und „so schnell wie möglich wieder die Köpfe frei“ zu bekommen. Für Vorsfelde geht es am kommenden Sonntag mit einem Heimspiel gegen Kästorf weiter. Dann wartet das nächste Top-Team.
Bei den Freien Turnern richtet sich der Blick dagegen bereits auf das nächste Duell. Renner verwies darauf, dass seine Mannschaft inklusive der beiden Pokalspiele aus sieben Partien sechs Siege und ein Unentschieden geholt habe. „Wir haben uns das erarbeitet und verdient, am kommenden Freitag beim Tabellenführer MTV Wolfenbüttel spielen zu dürfen“, sagte er und blickte voraus: „Freitagabend, Flutlicht, A-Platz, Erster gegen Zweiter. Das macht jetzt schon ganz viel Spaß.“
Mit einem 8:0 im Rücken werden die Freien Turner vor Selbstvertrauen nur strotzen.