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Im Elfmeterschießen: WSV kämpft Schonnebeck in Unterzahl nieder

Niederrheinpokal: Der Wuppertaler SV bezwingt die SpVg Schonnebeck im Elfmeterschießen und steht trotz langzeitiger Unterzahl in der zweiten Pokalrunde.

von Markus Becker · 09.08.2026, 18:02 Uhr · 0 Leser
Friessner Montas (li.) erzielte alle drei Treffer der Schonnebecker.
Friessner Montas (li.) erzielte alle drei Treffer der Schonnebecker. – Foto: IMAGO/ Funke Foto Services

In einem unsagbar dramatischen Spiel mit zahlreichen Drehungen und Wendungen bezwingt der Wuppertaler SV Ligakonkurrent SpVg Schonnebeck im Elfmeterschießen mit 7:6 (3:3) (0:2). Für die Gäste traf Yan Marcos Friessner Montas dreifach, letztlich aber ohne Ertrag. Das Spiel fand vor leeren Rängen im Stadion am Zoo statt.

Schonnebecks Doppelschlag nach der Trinkpause -Friessner Montas überragt

Um ein Haar begann die Partie mit einem Ausrufezeichen. Duje Goles wurde über die rechte Seite mit einem hohen Ball in Szene gesetzt. Schonnebeck-Keeper Jan Fauseweh eilte aus seinem Kasten, wurde allerdings von dem WSV-Offensivmann stehen gelassen. Dieser legte den Ball von der Grundlinie zurück auf Sam Sausmikat, der die Kugel nur über das verwaiste Tor hämmerte (1.). In der Folge hatten die Hausherren sicher mehr vom Spiel, zeigten sich griffiger und drängten die Schwalben über weite Strecken in die eigene Hälfte.

So verzeichnete der WSV zunächst klare optische Vorteile, doch ohne echte Tormöglichkeiten. Zumindest bis zur 19. Spielminute: Dann zog Kapitän Semir Saric mit Tempo nach innen, setzt in vollem Lauf den Schuss aus über 20 Metern ab, doch die Kugel prallte am rechten Innenpfosten ab, den Nachschuss setze Goles vorbei.

Entsprechend deutete sich der erste Treffer für die Hausherren an, die Trinkpause Mitte der ersten Hälfte drehte den Spielverlauf allerdings komplett auf links. Schonnebeck kombinierte sich erstmals schnell in Richtung Sechzehner und setzte so Yan Marcos Friessner Montas in Szene. Dessen Flachschuss passierte Fotios Adamidis unter seinem Bein - 1:0 (28.). Und plötzlich hatten die Schwalben Blut geleckt. Moritz Isensee wurde über die rechte Seite geschickt, gab weiter ins Zentrum auf Friessner Montas, der sich die Kugel einmal zurechtlegte und mit einem gezielten Abschluss ins Eck den Doppelschlag perfekt machte (30.).

Der WSV verlor in dieser Phase komplett den Faden und musste sich glücklich schätzen, dass Friessner Montas statt dem Dreierpack nur ins Außennetz traf (34.). Auch Marcio Elia Lopes da Silva (38., 44.) ließ noch zwei dicke Chancen liegen. Dazwischen lenkte Fauseweh einen Abschluss von Eren Albayrak um den Pfosten (40.). In Sachen Chancenqualität ging die Pausenführung für die Gäste sogar in Ordnung. Die Elf von Tim Schneider hatte zwar über weite Strecken das Spiel im Griff, brachte den Gegner mit einer schwachen Phase aber wieder zurück.

Nach dem Seitenwechsel wurde den WSV-Fans, die sich zum Public Viewing am Barmer Bahnhof einfanden, auch nicht unbedingt besser zu Mute. Besonders das Tempo von Friessner Montas stellte die Hausherren vor immer größere Probleme. Zunächst landete sein Abschluss noch in den Armen von Adamidis (48.), direkt darauf schickte er Lopes da Silva bei einer gefährlichen Umschaltsituation auf die Reise, Jaden Korzynietz konnte diesen aber noch stellen (49.). Wenig später war es dann geschehen. Diesmal wurde Noel Westenberger ins Laufduell mit Friessner Montas geschickt, was der Schonnebecker klar für sich entschied und auch Adamidis mit einem abgeklärten Abschluss überwand - Dreierpack (53.).

Der WSV kämpft sich zurück

Es schien wie die Vorentscheidung, doch mit dem Rücken zur Wand stemmte sich der WSV noch einmal dagegen. Eine Flanke des kurz zuvor erst eingewechselten Arian Amyn landete auf der Stirn von Albayrak, der den Ball ins Eck platzierte (62.). Und das Momentum war nun tatsächlich wieder auf Seite der Wuppertaler. Ein wuchtiger Abschluss vom ebenfalls eingewechselten Linus Fröhlich rauschte unter das Tordach - plötzlich nur noch ein Treffer Differenz (67.). Nun schienen die Wupperaler am Drücker und legten tatsächlich kurz darauf nach. Nach einer Freistoßflanke reagierte Fauseweh auf einen Kopfball zunächst schnell, beim Nachschuss von Korzynietz war er aber machtlos (78.).

In der Folge war es eine offene Partie, Schonnebeck vergab durch Friessner Montas (83.) und Simon Skuppin (84.) dicke Chancen. Direkt darauf sollte die Partie noch eine weitere Wendung nehmen. Eren Albayrak ging auf Höhe der Mittellinie rüde mit hohem Bein in den Zweikampf. Der Platzverweis war vertretbar (85.). Nun kippte die Partie wieder klar auf Seiten der Gäste. Der WSV konnten sich nur noch in der eigenen Hälfte verschanzen, konnten dabei aber auch nicht die Offensivvorstöße der Essener komplett unterbinden. Noch einmal Skuppin (87.), Youssef Kamboua (90.) und mit der letzten Aktion Robin Brandner (90.+7) kamen dem Siegtreffer nah, doch besonders WSV-Keeper Adamadis wuchs in der Schlussphase über sich hinaus.

Wuppertaler Überlebenskampf und Erlösung im Elfmeterschießen

In der Verlängerung tat sich zunächst nicht viel. Der WSV ordnete sich in einem 5-3-1 neu an und versuchte nur noch Brände in der Defensive zu löschen. Schonnebeck lief an, kam aber nicht mehr so zwingend wie zuvor hinter die Ketten. Die wohl beste Möglichkeit ergab sich Ibrahim Kanat, der nach einem Eckstoß frei zum Kopfball kam, diesen aber nicht ordentlich drücken konnte (102.). Auch in der zweiten Hälfte der Verlängerung ein ähnliches Bild: Nur noch Schonnebeck spielte, der WSV versuchte jeden Ball aus der Gefahrenzone zu befreien. Besonders zwingend wurden die Schwalben aber auch nicht mehr.

Friessner Montas setzte sich zunächst stark durch, wurde dann aber noch geblockt (110.). Kurz darauf scheiterte Tim Kuhlmann am über sich hinaus wachsenden Adamidis (113.). Erst kuzr vor Abpfif wurde es dann nochmal brenzlig. Zunächst vergab ausgerechnet Friessner Montas die XXL-Möglichkeit freistehend im Strafraum (119.), direkt im Anschluss hätte Fröhlich zum Helden auf der anderen Seite werden können, feuerte jedoch über den Querbalken (120.).

So ging es ins Elfmeterschießen, wo jeder beim WSV die Nerven hielten - alle Schützen trafen. Auf der anderen Seite scheiterte bei Schonnebeck Denzel Oteng Adjei am Pfosten, Simon Skuppin fand in Adamidis seinen Meister. Am Ende eines denkwürdigen Nachmittags bestand also der WSV auf dramatische Weise und steht in der zweiten Pokalrunde.

Wuppertaler SV – SpVg Schonnebeck 7:6 n.E.
Wuppertaler SV: Fotios Adamidis, Kilian Bielitza (54. Genc Lajqi), Arlind Bajrami (60. Linus Lillebror Fröhlich), Noel Westenberger, Ariyoh Yussuf Ayinla (32. Felix Herzenbruch), Jaden Korzynietz, Semir Saric, Dario Biancardi, Duje Goles (80. Brightney Igbinadolor), Sam Sausmikat (60. Arian Amyn), Eren Albayrak - Trainer: Tim Schneider
SpVg Schonnebeck: Jan Fauseweh, Kevin Kehrmann, Tim Kuhlmann, Noah Kloth, Ibrahim Kanat, Henrik Scheibe, Robin Andre Brandner, Moritz Isensee (71. Simon Skuppin) (97. Leif Sören Linnig), Denzel Oteng Adjei, Marcio Elia Lopes da Silva Do Vale (71. Robin Andre Brandner), Yan Marcos Friessner Montas - Trainer: Dirk Tönnies
Schiedsrichter: Jens Laux - Zuschauer: 150
Tore: 0:1 Yan Marcos Friessner Montas (28.), 0:2 Yan Marcos Friessner Montas (30.), 0:3 Yan Marcos Friessner Montas (53.), 1:3 Eren Albayrak (62.), 2:3 Linus Lillebror Fröhlich (67.), 3:3 Jaden Korzynietz (78.), 3:4 Noah Kloth (121. i.E.), 4:4 Jaden Korzynietz (121. i.E.), 4:5 Henrik Scheibe (121. i.E.), 5:5 Felix Herzenbruch (121. i.E.), 6:5 Dario Biancardi (121. i.E.), 6:6 Youssef Kamboua (121. i.E.), 7:6 Semir Saric (121. i.E.)
Rot: Eren Albayrak (85./Wuppertaler SV/Hartes Einsteigen)
Besondere Vorkommnisse: Simon Skuppin (SpVg Schonnebeck) scheitert mit Foulelfmeter an Torwart (121.). Denzel Oteng Adjei (SpVg Schonnebeck) scheitert mit Foulelfmeter an Torwart (121.).