
Der SV Inning gewann das Ammersee-Derby verdient mit 3:0. Die Gäste nutzten ihre Chancen eiskalt, während Herrsching immer wieder scheiterte.
Im Ammersee-Derby in der A-Klasse 1 hat der SV Inning am Sonntag eine abgeklärte und effiziente Vorstellung gezeigt und sich beim favorisierten TSV Herrsching verdient mit 3:0 (1:0) durchgesetzt. Während die Gäste ihre Möglichkeiten konsequent nutzten, ließ Herrsching selbst beste Chancen ungenutzt – und scheiterte mehrfach am Aluminium.
Die Partie begann intensiv, die Hausherren übernahmen zunächst die Kontrolle und erspielten sich zahlreiche Torgelegenheiten. Doch gleich mehrfach rettete das Gestänge für Inning, zudem zeigte SVI-Torhüter Sebastian Rohrmooser eine herausragende Leistung. „Unser Keeper hat super gehalten“, lobte Trainer Markus Lachmayr. Dessen Mannschaft blieb ihrem Matchplan treu: kompakt stehen und gezielt kontern. Diese Taktik ging voll auf. „Wir haben hauptsächlich auf Konter gespielt und unsere Chancen gut genutzt“, erklärte Lachmayr.
Die Gäste präsentierten sich vor dem Tor eiskalt und veränderten den Spielstand damit noch in Durchgang eins zu ihren Gunsten. Marcel Spiewok besorgte gut fünf Minuten vor der Pause das 1:0, Benjamin Hoti (67.) und Sascha Räbiger (77.) erhöhten Mitte der zweiten Halbzeit. Alle drei Tore waren die Konsequenz aus klug ausgespielten Kontern.
Herrsching rannte weiter an, doch an diesem Tag fehlte die letzte Konsequenz im Abschluss. „Wir hätten noch dreimal so lange spielen können und hätten kein Tor gemacht“, sagte TSV-Trainer Florian Schober frustriert. „Es gibt einfach solche Tage, da läuft nichts. Wir hatten viele Torchancen, aber das Ding wollte heute nicht rein.“
Inning verteidigte derweil diszipliniert und nutzte die Fahrigkeit des Gegners konsequent aus. „Wir wussten über deren Schwächen in der Defensive Bescheid und haben es ihnen richtig schwer gemacht“, analysierte Lachmayr. Seine Elf überzeugte dabei als geschlossene Einheit: „Keiner von uns ist abgefallen. Das war eine Top-Mannschaftsleistung.“
Besonders bemerkenswert: Der SVI sorgte am Sonntag für Vereinshistorie. „Heute haben wir mit der jüngsten Inninger Mannschaft aller Zeiten gespielt“, betonte Lachmayr. „Ich bin begeistert von meinen Jungs. Wenn wir immer so spielen würden, wären wir ganz oben in der Tabelle.“ Gleichzeitig mahnte er jedoch zur Geduld: „Die Jungen sind noch inkonstant. Aber ab nächster Woche rechnen wir konstant mit Punkten.“
Die Herrschinger auf der anderen Seite hatten personell improvisieren müssen. „Wir hatten einige Verletzte und heute nur einen Auswechselspieler“, sagte Schober. „Damit hatten wir nicht die Möglichkeit, noch ein Zeichen zu setzen.“ Zudem habe die lange Spielpause nicht geholfen: „Wir hatten in den letzten drei Wochen zweimal spielfrei – das war nicht gut für uns.“ Auch defensiv zeigte sein Team ungewohnte Schwächen. „Wir haben ungeschickt verteidigt, und Inning hat die Räume gut genutzt“, sagte der TSV-Trainer. Trotz der zweiten Saisonniederlage blieb er gelassen: „Das Spiel wirft uns nicht aus der Bahn.“
Am Ende stand ein überraschender, aber verdienter Erfolg für den SV Inning in einer Partie, die laut Lachmayr „genauso 6:3 für uns ausgehen“ hätte können. Entscheidend war letztlich die Effizienz vor dem Tor – und da hatten die Gäste an diesem Tag klar die Nase vorn.