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„Ich habe einfach sehr großen Ehrgeiz“ – Maximilian Knorr lebt Fußball

Spieler beim FV Preußen Eberswalde, Trainer bei der SG Blankenburg und DFB-Stützpunktcoach in Pankow in Personalunion

von red · 10.01.2026, 10:00 Uhr · 0 Leser
– Foto: Imago

Maximilian Knorr vereint Rollen, die im Amateurfußball selten gleichzeitig ausgefüllt werden. Als Spieler des FV Preußen Eberswalde, Trainer der SG Blankenburg und DFB-Stützpunkt-Trainer in Pankow organisiert er seinen Alltag vollständig um den Fußball. Getrieben von Ehrgeiz und Entwicklungslust bewegt sich Knorr zwischen Landesliga, Bezirksliga und Talentförderung – und nimmt die hohe Belastung bewusst in Kauf.

FuPa: Du spielst aktuell in der 1. Herren des FV Preußen Eberswalde in der Landesliga Nord Brandenburg, bist Trainer der 1. Herren der SG Blankenburg in der Bezirksliga Berlin und zudem DFB-Stützpunkt-Trainer – wie kam es zu dieser besonderen Mehrfachrolle?

Maximilian Knorr: Die Mehrfachrolle ist eher aus der Situation heraus entstanden. Ich wurde von meinem alten Heimatverein gebeten, in der aktuellen Lage zu helfen und zu unterstützen. Darüber musste ich nicht lange nachdenken. Mir war wichtig, Verantwortung zu übernehmen und etwas zurückzugeben. Parallel dazu bin ich als DFB-Stützpunkt-Trainer aktiv, wodurch sich für mich faktisch eine Dreifachrolle ergeben hat. Es hat zwar ein wenig Zeit gebraucht, bis alles strukturell gepasst hat, aber inzwischen habe ich meinen Alltag so organisiert, dass sich alle Aufgaben gut miteinander vereinbaren lassen.

FuPa: Wie lange übst du diese Mehrfachrolle bereits aus und was war für dich der ausschlaggebende Punkt, beides parallel machen zu wollen?

Maximilian Knorr: Diese Mehrfachrolle übe ich seit Beginn des neuen Jahres aus. Der ausschlaggebende Punkt war, dass ich aktuell in einer Phase bin, in der ich noch extrem viel Lust habe, selbst Fußball zu spielen, gleichzeitig aber in der Trainerschiene unbedingt weiter vorankommen möchte. Neben meiner Tätigkeit in Blankenburg bin ich auch DFB-Stützpunkt-Trainer am Stützpunkt Pankow, habe also insgesamt drei sportliche Rollen, die ich unter der Woche neben meinem Beruf als Kaufmann in unserer Familienfirma ausfülle. Das bedeutet, dass ich im Grunde die komplette Woche gebunden bin, aber ich bekomme das zeitlich gut organisiert. Vormittags arbeiten und abends dann Fußball. Ich habe einfach sehr großen Ehrgeiz und Spaß daran, mich als Trainer weiterzuentwickeln – genau deshalb nehme ich diese Belastung bewusst in Kauf.

FuPa: Wie sieht eine typische Fußballwoche für dich aus?

Maximilian Knorr: Meine Woche ist sehr klar durchgetaktet. Montags bin ich am Stützpunkt bereits ab dem Nachmittag auf dem Platz. Wir starten mit dem Training um 16:15 Uhr und trainieren bis 19:30 Uhr zwei Jahrgänge. Im Anschluss folgt meist noch das Training mit der 1. Herren, je nach Einheit bis etwa 21 Uhr. Dienstags trainiere ich in Eberswalde, mittwochs in Blankenburg, donnerstags wieder in Eberswalde und freitags erneut in Blankenburg. Samstags steht dann in der Regel mein Spiel mit Eberswalde an, sonntags das Spiel mit Blankenburg. Zusätzlich bin ich unter der Woche sowie am Wochenende regelmäßig bei Sichtungen unterwegs, meist vor meinen eigenen Spielen, da der Jugendbereich überwiegend vormittags oder früh am Tag spielt.

FuPa: Überschneiden sich Termine – und wie gehst du mit solchen Situationen um?

Maximilian Knorr: Überschneidungen kommen insgesamt selten vor. In der Rückrunde werde ich ein- bis zweimal im Rahmen der Stützpunktrunden sonntags für den DFB unterwegs sein. Ansonsten ist es mir wichtig, über klare Absprachen Lösungen zu finden. In Blankenburg habe ich ein gutes Trainerteam um mich herum, sodass im Ausnahmefall auch Einheiten oder Spiele ohne mich durchgeführt werden können. Mein Anspruch ist es, möglichst alles unter einen Hut zu bekommen – und das gelingt in der Regel auch.

FuPa: Eberswalde überwintert aktuell auf Platz 8 – wie bewertest du die Hinrunde aus Spielersicht?

Maximilian Knorr: Wir haben insgesamt eine sehr durchwachsene Hinrunde gespielt. In den letzten Spielen vor der Winterpause hat man jedoch deutlich gemerkt, dass wir – auch mit Hilfe unseres neuen Trainers Lübbe – extrem als Team gereift sind. Das war sowohl auf dem Platz als auch daneben spürbar und hat sich sportlich ausgezahlt. Aktuell befinden wir uns in einem Prozess des Findens und Umstrukturierens. Mit wichtigen Stützen soll über das Jahr hinaus verlängert werden, gleichzeitig werden punktuelle Verstärkungen angestrebt.

FuPa: Blankenburg steht aktuell auf einem Abstiegsplatz – wie gehst du als Trainer mit dieser Situation um?

Maximilian Knorr: Ich habe ein klares Bild davon, wie ich mit der Mannschaft arbeiten möchte. Der Fokus liegt darauf, die Jungs zu einem Team reifen zu lassen und jeden Einzelnen besser zu machen. Ein zentraler Punkt ist dabei die Wiederholungszahl pro Spieler – je öfter ein Spieler aktiv am Ball ist, desto besser wird er. Deshalb ist das Training so aufgebaut, dass jeder von Minute 1 bis Minute 90 möglichst viele Aktionen hat. Mannschaftstaktische Inhalte erarbeiten wir ergänzend über Videoanalysen und Erfahrungswerte. Aus diesem Grund habe ich die Trainingsanzahl auf drei Einheiten pro Woche erhöht, um Entwicklung zu ermöglichen und gemeinsam Widerstände zu überwinden.

FuPa: Welche Ziele verfolgst du mit Eberswalde für die Rückrunde?

Maximilian Knorr: In der Rückrunde geht es darum, als Team weiter zu reifen und wieder mehr Identität in den Verein zu bringen. Gleichzeitig wollen wir uns so aufstellen, dass wir perspektivisch gut vorbereitet und ambitioniert in die kommende Saison gehen können.

FuPa: Welche Ziele habt ihr euch mit Blankenburg für die zweite Saisonhälfte gesetzt?

Maximilian Knorr: Die Ziele wurden gemeinsam erarbeitet – sportlich wie außersportlich. In diesen Prozess waren Trainerteam, Mannschaftsrat und Vorstand eingebunden. Der Fokus liegt darauf, die Spieler individuell besser zu machen und als Einheit zusammenzuwachsen. Wohin die Reise genau geht, wird sich zeigen, aber ein Ziel ist klar: Wir wollen mit dem Verein in der Liga bleiben.

FuPa: Wie hilft dir deine Spielerperspektive in der Trainerrolle – und umgekehrt?

Maximilian Knorr: Ich habe als Spieler viele Trainer kennengelernt und daraus sowohl positive als auch negative Erfahrungen mitgenommen. Beides hilft mir enorm. Fehler gehören für mich dazu – sie sind Helfer, wenn man die richtigen Schlüsse daraus zieht. Genau das versuche ich den Jungs vorzuleben. Besonders dankbar bin ich Christian Metke, dem Stützpunktkoordinator von Berlin. Durch seine regelmäßigen Analysen und sein ehrliches Feedback habe ich enorm viel gelernt und mich als Trainer stark weiterentwickelt.

FuPa: Welche mittel- und langfristigen Ziele verfolgst du persönlich?

Maximilian Knorr: Langfristig möchte ich mich als Trainer maximal weiterentwickeln und die nächsten Lizenzstufen absolvieren. Gleichzeitig habe ich aktuell noch sehr viel Freude daran, selbst zu spielen, und möchte das so lange wie möglich parallel ausüben. Sollte der Punkt kommen, an dem beides nicht mehr zu vereinbaren ist, würde ich mich klar für den Trainerweg entscheiden, da dieser für mich langfristig der zukunftsfähigere ist. Kurz- und mittelfristig möchte ich alle Ziele erreichen, die wir mit Blankenburg und Eberswalde für die Rückrunde definiert haben. Am Stützpunkt ist es mein Anspruch, die Spieler bestmöglich zu entwickeln und den Standort Pankow insgesamt weiter voranzubringen, um langfristig den Anschluss an andere Stützpunkte zu halten.