
Auf dem Platz hat sich Marco Meyer in den vergangenen Jahren den Ruf eines eiskalten Torjägers erschossen. An Meyers Abschlussquote reicht im hiesigen Amateurfußball wohl niemand heran. Dass der Linksfuß auch über eine weiche Seite verfügt, stellte er nun mit dem Wechsel zur SG Benrath-Hassels unter Beweis. Jedenfalls bezeichnete Meyer diesen als Entscheidung aus dem Inneren heraus.
„Ich habe auf mein Herz gehört. Die Art, wie Benrath-Hassels Fußball spielt, hat mich schon immer gereizt. Und wer weiß, ob sich für mich je noch einmal die Gelegenheit ergeben hätte, in einer so guten Bezirksliga-Mannschaft zu spielen“, führt der Routinier aus. Seine Beweggründe schilderte Meyer auch seinem bisherigen Coach und Kumpel Issam Haj Haddou. Der Coach der Sportfreunde Gerresheim hatte das Tauziehen um Meyer in der Winterpause der gerade abgelaufenen Saison gewonnen und diesen von Sparta Bilk an die Leimkuhle gelotst.
Doch der Traum, gemeinsam mit Gerresheim in die Bezirksliga aufzusteigen, erfüllte sich nicht. Auch wenn Meyer in elf Partien immer noch acht Tore beisteuerte, reichte es für die Sportfreunde in der Kreisliga A „nur“ zur Vizemeisterschaft hinter dem SC Unterbach. Damit endete nun auch das gemeinsame Projekt nach nur wenigen Monaten, auch wenn sich Meyer in der Mannschaft pudelwohl fühlte.
Anstatt mit Gerresheim geht der Enkel von Fortuna-Legende Peter Meyer künftig also im Dress der SG Benrath-Hassels noch einmal in der Bezirksliga auf Torejagd. Dort hatte Meyer in der Spielzeit 2024/2025 mit 44 Ligatoren für Sparta Bilk für Aufsehen gesorgt. Dass Meyer ab Sommer noch einmal an solche Fabelzahlen heranreichen kann, darauf werden die Verantwortlichen um Trainer Nermin Ramic hoffen. Nachdem sie in den vergangenen beiden Spielzeiten mit einer namhaft besetzten Mannschaft knapp am Aufstieg in die Landesliga vorbeischrammten, wird nun ein dritter Anlauf unternommen.
Marco Meyer soll dabei der Zielspieler sein, den zuletzt Benjamin Prah (wechselt zu Rhenania Hochdahl) in Benrath-Hassels verkörperte. Abzuwarten bleibt, ob der Angreifer, der im August 36 Jahre alt wird, noch einmal so in Schuss kommt, um eine ganze Saison zu bestreiten. Zuletzt machten sich wieder Probleme in den Knien bemerkbar, sodass sogar über ein Karriereende spekuliert wurde. Doch davon will Marco Meyer nichts wissen.
„Man geht zunächst ja immer vom Schlimmsten aus. Das hat sich aber nicht bestätigt. Ich habe Rücksprache mit meinen Ärzten gehalten. Ich kann in der Vorbereitung Vollgas geben und will mich da wieder richtig in Form bringen“, sagt Meyer, der im Sommer zu einem Team stößt, dessen Probleme in der vergangenen Saison eher in der Defensive lagen.