2025-12-17T10:26:01.779Z

Allgemeines
Hannes Nissen (re.) mit dem Heider SV beimLOTTO MASTERS 2025.
Hannes Nissen (re.) mit dem Heider SV beimLOTTO MASTERS 2025. – Foto: Volker Schlichting

„Ich finde die Regionalliga total attraktiv“

Hannes Nissen (Geschäftsführer Heider SV Liga GmbH im Interview

Zum Jahresausklang stellte sich Hannes Nissen, der Geschäftsführer des Heider SV, den Fragen von Olaf Wegerich und beantwortete diese ausführlich.

Der Heider SV ist als Vizemeister in die Saison gestartet und überwintert in der Flens-Oberliga auf dem 3. Platz. Wie bewertest du das bisherige Abschneiden nach 19 Saisonspielen?
In der Bewertung der Hinrunde wird nach wie vor der im Sommer angeschobene Prozess berücksichtigt. Nach dem Heimsieg gegen den MTSV Hohenwestedt waren wir auch tabellarisch auf einem sehr vernünftigen Weg. In den letzten drei Spielen haben wir diese gute Ausgangslage relativ unnötig verspielt.

Bei all den guten und positiven Entwicklungen dieser Hinrunde müssen wir fairerweise sagen, dass die Anzahl der Gegentore deutlich zu hoch ist. Auch die vielen kapitalen Individualaussetzer sind nicht positiv. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass wir Rückschläge einkalkuliert haben. Somit werden wir auch im Winter nicht in Panik verfallen.

Mit welchen Erwartungen gehst du in die verbleibenden Spiele?
Tabellarisch ist in der zweiten Saisonhälfte noch viel möglich. Ich gehe davon aus, dass Todesfelde an der Spitze seine eigenen Kreise ziehen wird. Wir wollen in der Platzierung 2 bis 5 eine gute Rolle spielen und das Maximale herausholen. Wir hatten in der Hinrunde in jedem Spiel mindestens fünf Stammspieler nicht zur Verfügung, nun erwarten wir viele Spieler zurück. Diese personelle Entwicklung wird dem Trainerteam mehr Spielraum geben. In der Wintervorbereitung beziehungsweise in der zweiten Saisonhälfte wird der größte Fokus darauf liegen, den angeschobenen Prozess mit all seinen Facetten voranzutreiben. Wir wollen uns in vielen Bereichen verbessern.

Wie weit sind die Personalplanungen für die kommende Saison fortgeschritten?
Die Planungen für die nächste Saison laufen natürlich auf Hochtouren. Vom aktuellen Kader sind 19 Spieler längerfristig gebunden oder haben vor Kurzem für die neue Saison verlängert. Bei einigen Spielern geht es nur noch um Details. Mit zwei Neuzugängen gibt es auch schon unterschriebene Vereinbarungen, dazu werden wir Anfang des Jahres offiziell etwas vermelden. Wir haben die Augen offen und werden sicherlich noch auf der Zugangsseite tätig werden. Aber wie in jeder Transferperiode schließe ich auch Abgänge nicht aus. Da werden noch Gespräche stattfinden. Und klar ist: Nicht nach jedem Gespräch wird eine weitere Zusammenarbeit resultieren.

Das Spitzenspiel des Heider SV gegen den SV Todesfelde war ein enges beim 2:4.
Das Spitzenspiel des Heider SV gegen den SV Todesfelde war ein enges beim 2:4. – Foto: Volker Schlichting

Auch im Trainerteam gibt es schon Vereinbarungen für die nächste Saison, offene Gespräche allerdings auch. Das ist aber kein Problem, da beide Seiten offen und ehrlich miteinander kommunizieren.

Wie siehst du den Heider SV mit seiner Ligamannschaft derzeit sportlich und finanziell aufgestellt im Vergleich zu den anderen ambitionierten Vereinen in der Oberliga?
Im Vergleich zu anderen Top-Teams habe ich ein gemischtes Gefühl. Individuell und von der Qualität der Mannschaft sehe ich uns immer in der Lage, jeden Gegner zu schlagen. Dennoch sehe ich die U23 von Holstein Kiel als „Ausnahme“ in der Liga. Die Bedingungen, finanziellen Möglichkeiten und Unterstützung aus der Profimannschaft sind sicherlich einmalig. Auch Todesfelde stellt sich zurzeit außerhalb des Platzes breit auf.

Wir tun gut daran, auf unsere eigenen Themen zu schauen. Wir wollen in der zweiten Saisonhälfte das Maximum herausholen und uns so für 2026/27 in eine gute Ausgangslage bringen.

Könnte die Regionalliga in den nächsten Jahren für euch wieder ein Thema sein, und falls ja, an welchen Stellschrauben müsste noch gedreht werden?
Die Regionalliga wird immer ein Thema sein. Wir erwarten von unseren Spielern und Trainern maximale Akribie und maximalen Fleiß. Das bedeutet für uns, maximal ambitionierte Chancen zu ermöglichen. Und in dieser Hinsicht ist die Regionalliga der größtmögliche Wettbewerb. Finanziell wäre die Regionalliga immer ein großer Schritt, aber es kommt auf das „Wie“ an.

Wenn so ein Coup noch einmal gelingen sollte, habe ich eine klare Vorstellung von so einer Situation. Das ist allerdings aktuell kein Brennpunkt und auch sportlich als Thema überhaupt nicht angemessen.

Die Regionalliga besteht ja nicht nur aus den Zuschauermagneten SV Meppen, VfB Lübeck und VfB Oldenburg. Ist die Spielklasse mit Blick auf die vielen Zweitvertretungen von Profivereinen, die über ganz andere finanzielle Möglichkeiten verfügen, überhaupt ein erstrebenswertes Ziel?
Ich finde die Regionalliga total attraktiv. Wenn man bedenkt, dass Spieler wie Omar Marmoush und Anton Stach an der Meldorfer Straße gespielt haben, ist das ein absolutes Highlight für jeden Spieler, gerade für unsere junge Fraktion.

Gleichzeitig hat man dann Heimspiele gegen den VfB Lübeck, den SV Meppen und viele andere. Da kommen dann nicht 500 Zuschauer, sondern unter Umständen 3000 bis 4000 Zuschauer.
Sportlich ist es sehr, sehr schwer, die Klasse zu halten. Ich muss aber auch sagen, dass ich den SV Todesfelde im letzten Jahr nicht als Kanonenfutter empfunden habe. Die haben sich wacker geschlagen und viele Spiele knapp verloren.

Auch der Heider SV konnte in der letzten Regionalliga-Periode gerade bei Heimspielen viele vermeintlich größere Mannschaften ärgern. Aber noch einmal: Aktuell ist die Regionalliga überhaupt kein Thema. Dafür müssen wir mehrere Schippen drauflegen.

Werdet ihr im neuen Jahr, insofern es die Personallage zulässt, eure zweite Mannschaft im Kampf um den Klassenerhalt unterstützen?
Die Unterstützung der U23 ist eine Selbstverständlichkeit. Wer das nicht versteht oder mitgeht, ist hier falsch. Wenn ich sehe, wie sich ein Yusef Abdelrahman in der ersten Saisonhälfte in der U23 eingebracht hat, ist das vorbildlich. Und dieses Engagement hat ihm sicherlich geholfen, nun in einer ganz tollen Entwicklung zu sein.

Die Spieler des Heider SV bedanken sich beim LOTTO MASTERS 2025 für die tolle Unterstützung der Fans
Die Spieler des Heider SV bedanken sich beim LOTTO MASTERS 2025 für die tolle Unterstützung der Fans – Foto: Volker Schlichting

Die U23 ist von enormer Bedeutung. Bei einem Kader von 25 Leuten, wenn denn viele fit sind, ist die Spielpraxis ein großes Thema. Ich muss aber auch unseren Trainer Markus Wichmann in Schutz nehmen. Bei unseren Verletzungssorgen in der letzten Zeit war eine große Unterstützung oft nicht möglich. Ich bin mir sicher und kenne Markus gut genug: Wenn das Personal stimmt, wird er bestmöglich unterstützen. Man darf nicht vergessen, in der letztjährigen Meistersaison haben wir oft mit vier bis fünf Spielern unterstützt.

Nur noch wenige Tage, dann stehen in der Kieler Wunderino-Arena die Hallenmasters auf dem Programm. Mit wie vielen Fans rechnest du, die den Heider SV unterstützen?
All unsere Karten für das Hallenmasters sind verkauft. Wir sind also mal wieder komplett ausverkauft. Ich rechne mit mindestens 700 Heidern in Kiel. Eine tolle Unterstützung.

Aufrufe: 02.1.2026, 14:33 Uhr
Olaf WegerichAutor