
Die Vorbereitung hat eben erst angefangen und da hat Fußball-Oberligist 1. FC Normannia Gmünd gleich mal einen Kracher vor der Brust gehabt: Gegen den Drittligisten 1. FC Saarbrücken testete die Mannschaft von Zlatko Blaskic in Ilshofen. Dort in der Nähe absolvieren die Profis aktuell ein Trainingslager.
Und wenn man im Lager der Gmünder die Ergebnisse in Testspielen nie zu hoch hängen möchte, so lässt sich doch von einer mehr als respektablen Leistung sprechen: Mit 1:2 hat sich die Normannia dem Favoriten geschlagen geben müssen. „Das war eine brutale Leistung, alle sind an ihre Leistungsgrenze gegangen und haben unzählige Meter gemacht“, sagte Sportdirektor Stephan Fichter nach der Partie und erinnert daran, dass diese Saarbrücker kürzlich noch in der Relegation zur 2. Liga angetreten sind.
In der ersten Halbzeit hat der FCN nahezu nichts zugelassen. Einzig eine verunglückte Abwehraktion von Neuzugang Niklas Hofmeister landete am Querbalken (20. Minute). Nach einer halben Stunde dann wurde auch die Normannia gefährlich. Nach einer Hereingabe von Rückkehrer Miladin Filipovic war Alexander Aschauer zur Stelle, verzog jedoch knapp (30.). „Wir haben wirklich sehr gut verteidigt und ein hohes Pressing gespielt, damit ist Saarbrücken überhaupt nicht klargekommen“, resümierte Blaskic. Dadurch wurde der Favorit unsauber in seinen Aktionen, hatte er doch gemerkt, dass sich die Normannia wehrte. „Ich denke schon, dass Saarbrücken uns etwas unterschätzt hat“, sagt Blaskic.
„Das war insgesamt wirklich eine Topleistung von uns“, lobte Blaskic. Und das sollte sich in der zweiten Halbzeit fortführen: Die Normannia ist tatsächlich in Führung gegangen – und das zu diesem Zeitpunkt absolut verdient. Nach Zuspiel eines weiteren Rückkehrers, Kelecti Nkem, legte Marvin Gnaase clever zurück auf Aschauer, der trocken zur Führung vollstreckte (55.). In der Folge hatten die Gmünder weiter Oberwasser, kamen weiter durch die Saarbrücker Profiabwehr, verpassten es aber, den zweiten Treffer nachzulegen, der definitiv möglich gewesen wäre. „Da war der Gegner angeknockt“, so Blaskic.
So kam es am Ende doch noch so, wie man es vor dem Spiel hätte ahnen können, wie es sich während des gesamten Spiels aber nicht abzeichnete, der FCS glich aus. Nach einem langen Ball tauchte Kai Brünker frei vor Yannick Ellermann auf und ließ diesem keine Chance (81.). Kurz vor dem Ende dann zirkelte erneut Brünker den Ball aus 14 Metern in den Torwinkel, was letztlich den Sieg für den Drittligisten bedeuten sollte (89.).
Wenngleich diese Niederlage vom Spielverlauf ärgerlich war, so war Blaskic natürlich stolz auf seine Mannschaft. „Das war insgesamt ein guter Test für uns.“ In den letzten Minuten kam noch hinzu, dass die Gmünder reichlich durchgewechselt hatten, der Spielfluss etwas verloren ging, wie Blaskic befand.
Es gab viele positive Aspekte, die der Übungsleiter rausziehen konnte. Die Neuzugänge haben sich gut integriert in die Mannschaft, auch ordentlich performt, die Umsetzung der Spielidee kamen alle nach und auch die Präsenz in den Zweikämpfen war gegeben. Acht Tage hat die Normannia bislang komplett durchtrainiert, die Spieler wurden ordentlich gefordert.
Eine Vorbereitung bei Blaskic ist bekanntlich kein Zuckerschlecken, sodass man dieses Spiel durchaus etwas höher einstufen kann. „Ich bin aber fast schon froh, dass wir nicht gewonnen haben, was sicherlich im Bereich des Möglichen gewesen wäre. Dann wären die Erwartungen gleich wieder in die Höhe geschnellt“, sagte Blaskic hinterher schmunzelnd. Zur Belohnung gab es zwei freie Tage, die es aber so auch gegeben hätte. Am Dienstag versammelt Blaskic seine Mannschaft wieder um sich.
FCN: Ellermann (ab 82. Albrecht) - Avigliano (ab 70. Mayer), Körner (ab 46. Rössler), Staiger, Filipovic (ab 60. Ramovic) - Hofmeister (ab 60. Nkemb), Grupp, Wilhelm (ab 46. Kianpour) Rapp (ab 82. Reik) - Molinari (ab 60. Gnaase), Aschauer (ab 70. Milojkovic).