
Von Wesuwe über Meppen nach Haren, einmal quer durch den Frauenfußball. Acht Tore ohne Sieger, eine Halbzeit zum Staunen und ein Topspiel mit klarer Kante. Wer unterwegs ist, sieht mehr und manchmal reicht schon ein Nachmittag für drei ganz unterschiedliche Fußballgeschichten.
Acht Tore, kein Sieger - Wesuwe trifft früh, spät und mittendrin

Dieses Spiel hatte mehr Wendungen als ein Sonntagskrimi, nur ohne Täter, dafür mit acht Treffern. Wesuwe beginnt früh, gleicht spät aus und mittendrin trifft Andervenne II einfach munter weiter. Am Ende bleibt ein 4:4, das sich eher nach „alles drin“ als nach Punkteteilung anfühlt.

Früher Treffer, schneller Schlagabtausch
Der FC Wesuwe legte los wie der sprichwörtliche Blitz: Alina Schulte traf bereits in der 3. Minute zum 1:0. Doch die Antwort der Zweitvertretung aus Andervenne ließ nicht lange auf sich warten. Lara Dühnen (8.), Sarah Papenbrock (16.) und Fiona Wübbe (19.) drehten die Partie innerhalb von elf Minuten auf 1:3.
Wesuwe blieb jedoch dran und wie. Emily Brink verkürzte per Foulelfmeter (28.), Alicia Nehus stellte noch vor der Pause auf 3:3 (45.). Halbzeitstand: alles wieder offen, Puls vermutlich bei allen Beteiligten auch.
Dühnen trifft wieder und Wesuwe hat das letzte Wort
Nach dem Seitenwechsel war es erneut Lara Dühnen, die Andervenne II in Führung brachte (53.). Doch wie schon zuvor hatte Wesuwe die passende Antwort parat: Wieder war es Alina Schulte, die in der 87. Minute den Schlusspunkt setzte - 4:4.
Schiedsrichter Steve Schwalm leitete die Partie und hatte zur Halbzeit sogar noch Zeit für einen kleinen Plausch, bei diesem Spielverlauf vermutlich die ruhigsten Minuten des Tages.
Am Ende bleibt ein wildes Unentschieden: Wesuwe trifft früh und spät und steht nun auf Platz fünf der Frauen-Kreisliga Emsland. Andervenne II bleibt Zweiter hinter der FSG Haren.
Oder anders gesagt: Wer hier einen Sieger gesucht hat, fand stattdessen einfach ein Fußballspiel, das sich nicht entscheiden wollte.
Pink, präzise, gnadenlos - Dübbelte & Co. im Torrausch

Halbzeitbesuch in Meppen und der hatte es in sich. Während der Schiedsrichter vom vorherigen Spiel diesmal als Zuschauer vorbeischaute, setzte die SG Schleper/Lehrte auf dem Platz direkt neue Maßstäbe. Union Meppen/SF Schwefingen II hatte dabei meist nur eine Rolle: hinterherlaufen.

Ein Spiel auf ein Tor und ein Name fällt immer wieder
Die erste Halbzeit ist schnell erzählt und doch voller Treffer. Die SG Schleper/Lehrte drückte das Geschehen fast ausschließlich in die Hälfte der Unionerinnen und fiel dabei nicht nur durch ihre pinken Trikots auf, sondern vor allem durch ihr Spiel mit dem Ball.
Maja Dübbelte eröffnete den Torreigen früh (6.) und legte bis zur 30. Minute gleich noch zwei Treffer nach. Dazwischen und danach mischte auch Carolin Meyer mit einem Doppelpack (32., 35.) kräftig mit. Ergebnis zur Pause: 0:5 und ein Spiel, das zu diesem Zeitpunkt bereits klar verteilt war.
Kamera weg, Tempo raus
Zur zweiten Halbzeit war der Berichterstatter schon wieder unterwegs und auf dem Platz ging es plötzlich etwas ruhiger zu. Vielleicht ein Gang zurück, vielleicht einfach alles schon erledigt.
Ein weiteres Tor fiel dennoch: Maja Dübbelte traf in der 48. Minute und machte ihren Viererpack perfekt. Danach passierte, zumindest auf der Anzeigetafel, nichts mehr.
Nach einigen Wechseln pfiff Schiedsrichter Kilian Ruthmann die Partie um 17:45 Uhr ab.
Manchmal reicht eine Halbzeit, um ein Spiel zu erzählen. Und manchmal reicht danach ein einziger Treffer, der Rest war da längst entschieden.
Später Ehrentreffer, klare Sache - Herzlake erwischt Haren auf dem falschen Fuß

Pünktlich zur zweiten Halbzeit angekommen und das Spiel war gefühlt schon entschieden. Herzlake führte bereits mit 2:0 und ließ auch danach wenig Zweifel aufkommen, wer an diesem Nachmittag die bissigere Mannschaft war. Haren mühte sich, bekam am Ende aber nur noch den späten Trost.
Herzlake legt vor - Haren läuft hinterher
Als der Blick aufs Spielgeschehen in Haren fiel, stand es bereits 0:2. Ina Kappel (14.) und Hanna Hatting (32.) hatten für den VfL Herzlake vorgelegt und vor allem eines gezeigt: Zielstrebigkeit vor dem Tor.
Die Harenerinnen hingegen fanden bis dahin keinen Weg nach vorne, während sich ein Großteil des Spiels in ihrer Hälfte abspielte. Herzlake war gedankenschneller, bissiger und immer wieder zügig am Strafraum der Gastgeberinnen. Immerhin hielt die Defensive stand, wenn es brenzlig wurde und hatte mit Theresa Janssen im Tor einen sicheren Rückhalt.

Diskussion ums 0:3 und ein spätes kleines Wunder
In der zweiten Halbzeit änderte sich am Spielverlauf wenig. Herzlake blieb das tonangebende Team und kam schließlich zum dritten Treffer. Dem 0:3 in der 74. Minute durch Lydia Thomes ging aus Sicht der Harenerinnen ein Foulspiel voraus, der Schiedsrichter Timon Grönninger sah das anders und gab den Treffer.
Damit war die Partie entschieden. Haren blieb zwar bemüht, doch vieles wollte an diesem Nachmittag nicht gelingen. Erst in der Nachspielzeit gelang doch noch ein kleines Erfolgserlebnis: Emelie Therhorst traf zum 1:3 (90.+3).
Trotz der Niederlage bleibt die FSG Haren Tabellenführer der Frauen-Kreisliga, während der VfL Herzlake weiterhin auf Platz drei steht.
Oder anders gesagt: Manchmal reicht ein später Treffer fürs Gefühl, auch wenn die Punkte längst verteilt sind.
