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»Hütte muss brennen«: Kickers erwartet Hexenkessel in Leipzig

Donnerstag - Hinspiel: Würzburg fährt mit Respekt, aber auch mit viel Selbstvertrauen zum Meister der Regionalliga Nordost

von Mathias Willmerdinger · 27.05.2026, 17:00 Uhr · 0 Leser
Die Kickers sehen sich gewappnet für Teil eins der Relegation.
Die Kickers sehen sich gewappnet für Teil eins der Relegation. – Foto: Frank Scheuring

Nun startet endlich auch die Relegation zur 3. Liga! Am morgigen Donnerstag steht für die Würzburger Kickers das Hinspiel beim Meister der Regionalliga Nordost, dem 1. FC Lokomotive Leipzig auf dem Plan. Die Kickers müssen sich auf ein brodelndes Bruno-Plache-Stadion einstellen. Der Heimbereich ist mit 10.001 abgesetzten Tickets längst ausverkauft. Auch der Gästeblock dürfte voll werden. Die "Rothosen" wollen sich eine gute Ausgangsposition fürs Rückspiel am Montag erarbeiten, um zuhause am Dallenberg den Aufstieg in die 3. Liga feiern zu können. Bei einem Remis in der Summe beider Partien geht das Rückspiel in die Verlängerung (2 x 15 Minuten). Fällt auch dort keine Entscheidung, folgt ein Elfmeterschießen.

Was die Vereine übrigens verbindet: Beide kennen sich mit der maximalen Enttäuschung aus, in der Relegation zur 3. Liga zu scheitern. Lok Leipzig unterlag vergangenes Jahr auf dramatische Art und Weise dem TSV Havelse, die Kickers zogen 2024 gegen Hannover 96 II im Elfmeterschießen den Kürzeren.


Die Kickers fahren mit viel Selbstvertrauen in die Sachsenmetropole. Der Sieg im Totopokal-Endspiel gegen den TSV 1860 München (5:3 n.E.) gab zusätzlich nochmal einen Push. "Das hat den Jungs sicher noch einmal gut getan, am Ende den Pokal zu stemmen", berichtet Sportdirektor Sebastian Neumann. Die Kickers fahren aber auch mit viel Demut nach Leipzig. "Ich kenne Trainer Jochen Seitz recht gut, in meinen Augen ein sehr guter Trainer. Die Mannschaft kommt über eine sehr hohe Intensität. Lok hat zweimal in Folge den Titel in der Regionalliga Nordost geholt, das verdient allerhöchsten Respekt. Deshalb gehen sie auch als leichter Favorit in die Relegation", meint Neumann, der aber auch seine Kickers gewappnet weiß: "Wir wissen, was uns erwartet, und darauf stellen wir uns ein. Das Trainerteam hat in den vergangenen Tagen sehr viele Gespräche geführt und die Mannschaft auf alle Eventualitäten vorbereitet."

Personalien Würzburger Kickers: Der FWK kann nahezu aus dem Vollen schöpfen. Sorgenkind bleibt aber weiter Spielmacher Eroll Zejnullahu, der seinen letzten Einsatz am 10. April gegen den FC Bayern II absolviert hat. "Es gibt Resthoffnung bei ihm", erklärt Sebastian Neumann und hofft, dass Würzburgs Nummer 10 mit dem feinen Füßchen doch noch helfen kann.

Das sagt Leipzigs Trainer Jochen Seitz vor dem Hinspiel: "Die Hütte muss brennen! Es wird ein hochinteressantes, sehr intensives Spiel werden. Wir sind glücklich, dass wir wieder in der Position sind. Das hat sich die Mannschaft erarbeitet, aber auch der Verein, der alles dafür tut, in der 3. Liga spielen zu können. Wir wollen die beiden Spiele nun auch genießen und nicht nur sagen: Boah, wir müssen! Das werden zwei absolute Highlight-Spiele und wir können so viel gewinnen. Ich weiß, dass Würzburg eine extrem gute Offensive und eine extrem erfahrene Mannschaft hat. Da sind viele Spieler dabei, die schon 2. oder 3. Liga gespielt haben. Aber: Mit ist nicht angst und bange. Wir müssen einfach unseren Job erledigen. Entscheidend in den beiden Spielen wir die Effektivität sein. Ich glaube nicht, dass im Hinspiel eine Entscheidung fällt. Wir wollen ein Ergebnis erzielen, dass uns fürs Rückspiel alle Möglichkeiten offen lässt."

Personalien Lok Leipzig: Stürmer Stefan Maderer, der sich im Sommer Richtung SV Sandhausen verabschieden wird, wird mit ziemlicher Sicherheit nicht zur Verfügung stehen. Bei Laurin von Piechowski besteht laut Seitz noch die kleine Hoffnung, dass er zumindest im Rückspiel mitwirken kann. Jonas Arcalean und Jan Stein fallen langzeitverletzt aus.