
Fabian Hürzeler verfolgt auch als Premier-League-Trainer weiterhin den FC Pipinsried. Seinem Ex-Verein traut er diese Saison den Aufstieg zu.
Fabian Hürzeler vergisst nie, wo er herkommt. „Das ist wichtig. Dadurch bleibt man realistisch und bodenständig“, sagt er. Dabei hätte Hürzeler allen Grund, die Bodenhaftung zu verlieren. Er hat das Unrealistische geschafft – mehrfach: Den FC St. Pauli übernahm Hürzeler Ende 2022 als 15. der 2. Bundesliga und führte die Kiezkicker in der Folgesaison zum Aufstieg. Mittlerweile coacht er den englischen Erstligisten Brighton & Hove Albion. Mit 31 Jahren ist Hürzeler der jüngste Cheftrainer der Premier-League-Geschichte.
Aber zurück zu den Anfängen: Als Spieler blieb Hürzeler der große Durchbruch verwehrt. Er spielte zwar für den FC Bayern, die TSG Hoffenheim und 1860 München, jedoch nur für die Reserven. Also entschied sich Hürzeler für einen anderen Weg. 2016 wechselte er zum FC Pipinsried. Den „Dorfklub“ führte er als Spielertrainer in seiner Debüt-Saison zum ersten Regionalliga-Aufstieg der Vereinsgeschichte. Es war der Beginn einer steilen Karriere.
Trotz seiner Wechsel zum FC St. Pauli und in Premier League verlor Hürzeler seinen Ex-Klub nie aus den Augen: „Ich checke immer die Ergebnisse, weiß welche Spieler sie holen und wer Trainer ist.“
Den aktuellen Pipinsried-Coach Josef Steinberger kennt Hürzeler aus seiner Zeit bei 1860 München. Als er Spieler in der 2. Mannschaft war, trainierte Steinberger parallel die Jugend. Nach Hürzelers Wechsel zu Pipinsried standen sich die beiden an der Seitenlinie gegenüber. „Er war ein Gifthaferl. Während der 90 Minuten hatte er nicht viele Freunde. Aber man hat damals schon gesehen, dass er als Trainer einiges drauf hat“, sagt Steinberger über Hürzeler.
Und der ist selbst voll des Lobes für seinen Nachfolger: „Steinberger zu verpflichten, war sehr clever von Pipinsried. Er hat eine sehr gute Art als Trainer und eine gute Idee vom Fußball.“
Vergangene Spielzeit hatte Pipinsried als Regionalliga-Absteiger nichts mit dem Wiederaufstieg zu tun. Seit Steinberger im Sommer übernommen hat, sieht es anders aus. Dass Pipinsried auf Platz sechs überwinterte, lag lediglich an einer Reihe von Spielabsagen. Sollte der „Dorfklub“ seine vier Nachholspiele allesamt gewinnen, spränge er an die Tabellenspitze.
„Steinberger hat die Professionalität und das Sieger-Gen zurückgebracht, weil er das selbst extrem vorlebt“, sagt Hürzeler. Für die Regionalliga-Rückkehr drückt er aus der Premier League die Daumen: „Ich traue ihnen den Aufstieg auf jeden Fall zu.“