
Mechtersheim/Hüffelsheim. Darf ein Aufsteiger nach einem 3:3-Unentschieden beim Spitzenreiter, designierten Meister und Oberliga-Aspirant enttäuscht sein? Trainer André Weingärtner war jedenfalls stolz auf die Vorstellung, die seine SG Hüffelsheim am Sonntag beim TuS Mechtersheim an der Kirschenallee ablieferte. Mit einem kleinen Aber: „Wir hätten das Spiel gewinnen müssen. Die Jungs hatten sich das mehr als verdient.“
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Gäste setzen auf Konter und vergeben Chancen
Der Plan der Hüffelsheimer war aufgegangen. Auch von einem individuellen Fehler, den Leotrim Berisha zur frühen Führung der Hausherren nutzte (6.), ließ sich die Elf nicht vom Weg abbringen. Immer wieder schaffte es die Weingärtner-Truppe, in die Tiefe zu spielen und den TuS mit Tempo in Verlegenheit zu bringen. Vor allem Malik Yerima und Christian Hahn auf den Flügeln taten sich dabei hervor. Tim Reidenbach und Johann Frisch im offensiven Zentrum waren immer präsent und forderten die Abwehr ein ums andere Mal. Defensiv ließen der erstmals in der Startelf stehende Nico Najda und Routinier Johannes Balzer auf den Außen nichts anbrennen, nahmen ihre Gegenspieler aus der Partie.
Der Ausgleichstreffer verlief nach Plan. Nach Ballgewinn wurde schnell umgeschaltet und Mailk Yerima schob das Spielgerät unter dem wie immer sehr hoch stehenden TuS-Torhüter Sören Pätzold durch (9.). Ähnlich die Führung: Diesmal stand Jaden Dayton in der Mitte goldrichtig (19.), schaffte wie der Mannschaftskollege auch seinen Premierentreffer für die SG in der Verbandsliga. In der Nachspielzeit der aus Hüffelsheimer Sicht so unnötige wie ärgerliche Ausgleich. „Beide Seiten sehen die Aktion anders, aber der Schiedsrichter hat Elfmeter gepfiffen als drei Spieler gleichzeitig in einen hohen Ball gegangen waren“, so Weingärtner, der den Grund vor allem darin sah, „dass wir sie zu nahe an unser Tor gelassen haben.“ André Moritz (Mainz) jedenfalls zeigte auf den Punkt, und Marcel Bormeth traf.
Nach dem Wechsel das gleiche Bild. Die Mehrzahl der Gelegenheiten hatte die SG, die auch verdient mit 3:2 in Front ging. Yerima startete auf dem rechten Flügel durch, schlug den Ball scharf vor das Tor, und Christian Hahn vollstreckte am langen Pfosten (54.). Danach drückten die Pfälzer, die SG verlegte sich auf Konter und blieb gefährlich. Vor allem in den letzten 20 Minuten schien das 4:2 aus Hüffelsheimer Sicht nur eine Frage der Zeit zu sein. Allein dreimal scheiterten sie jedoch frei vor dem Tor der Hausherren. Der für Hahn, der die erste dieser Gelegenheiten hatte, das Spielgerät aber nicht richtig traf, eingewechselte Tim Krafft, der noch einmal für eine Temposteigerung sorgte, verpasste es dabei einmal, quer zum komplett freien Reidenbach zu spielen, ein anderes Mal scheiterte er an Pätzold. So kam es, wie es kommen musste: Weil die SG-Defensive nicht klären konnte, gelang Talha Baylan nach einem Querschläger der erneute Ausgleich (90.+4).
Weingärtners Bilanz war deshalb auch gespalten. „Von der Emotionalität her ist das natürlich doof. Aber wir haben unser Herz auf dem Platz gelassen, und wer auf dem Feld war, hat überragend gefightet.“ Am kommenden Sonntag (15 Uhr) geht es zuhause auf Palmenstein gegen den FC Basara Mainz. Dann soll endlich der erste Dreier gegen ein Spitzenteam eingefahren werden.
SG Hüffelsheim: Becker – Balzer, Hermann, Mörbel, Najda – Dayton (75. Ludwig), Scheick (67. Müller), Frisch (88. Hohmann) – Yerima (80. Keita), Reidenbach, Hahn (77. Krafft)