2026-03-25T14:09:28.761Z

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Holzheimer sind heiß auf Überraschung gegen KFC Uerdingen

Für ihr Heimspiel in der Oberliga gegen den KFC Uerdingen muss die Holzheimer SG am Samstag auf die Ludwig-Wolker-Anlage ausweichen. Wie die Gastgeber den Ausbruch aus der Normalität nutzen wollen, um wichtige Punkte im Abstiegskampf zu holen.

von RP / David Beineke · Heute, 10:00 Uhr · 0 Leser
Holzheim muss den Sportplatz für das Duell gegen den KFC wechseln
Holzheim muss den Sportplatz für das Duell gegen den KFC wechseln – Foto: Hubert Wilschrey

Jesco Neumann macht keinen Hehl daraus, dass er ein großer Fan der Johann-Dahmen-Sportanlage an der Reuschenberger Straße ist. Auch wenn er mit seiner Mannschaft in der laufenden Saison der Oberliga in der Heimspielstätte bislang weniger Punkte eingefahren hat als in der Fremde (12/18), fühlt sich der Trainer der Holzheimer SG dort wohl. „Wir sind schon lieber in unserer eigenen Kabine. Und wir finden es natürlich auch gut, dass unsere Fans aus dem Ort eine kurze Anreise haben und die Zuschauer direkt am Platz auch eine andere Atmosphäre erzeugen können“, erklärt Neumann. Doch für das Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr) gegen den immer noch mit einem großen Namen ausgestatteten KFC Uerdingen muss die HSG ihre gewohnte Umgebung verlassen.

Anweisung der Stadtverwaltung

Denn bei einem Gespräch vor der Saison mit Stadtverwaltung und Polizei bekamen die Holzheimer Verantwortlichen die Vorgabe mit auf den Weg, mit dieser Partie auf die weitläufigere Ludwig-Wolker-Anlage auszuweichen und wegen der in der Vergangenheit nicht immer ganz so friedlichen KFC-Fans ein entsprechendes Sicherheitskonzept zu erarbeiten. Heraus kam unter anderem ein mit einem Unternehmen aus Krefeld verstärkter Sicherheitsdienst sowie streng getrennte Einlässe und Fanbereiche. Doch das ist die organisatorische Seite, Jesco Neumann ist für den sportlichen Part zuständig und sieht trotz aller Sympathie für die Johann-Dahmen-Sportanlage kein Problem darin, ein Heimspiel in der Saison zu einem „Auswärtsspiel“ zu machen. „Schließlich haben wir diese Saison auswärts schon mehr Punkte geholt“, sagt er mit hörbarer Ironie in der Stimme. Gewichtiger ist für ihn das Argument, für dieses besondere Spiel, es ist für den Aufsteiger nach dem Hinspiel erst das zweite der Vereinsgeschichte gegen den ehemaligen Bundesligisten, aus dem Gewohnten auszubrechen und so bei seinen Spielern vielleicht noch mal ein paar Prozent mehr die Sinne zu schärfen.

Denn eins ist klar: Auch wenn die Holzheimer mit Blick auf die Historie, die Ansprüche und die Zielsetzungen beider Vereine sowie die aktuelle Tabellensituation klarer Außenseiter sind, peilen sie eine Überraschung an, die ihnen Luft im Kampf gegen den Abstieg verschaffen würde. Zum Ausflug auf die Wolker-Anlage, wo die HSG 2024 schon mal gute Erfahrungen mit einem Vorbereitungsspiel gegen Fortuna Düsseldorf gemacht hatte, passt, dass Jesco Neumann mit seinem Team auch in der Vorbereitung auf den Heimspielkracher ausgetretene Pfade verließ. Anstatt wie gewohnt auf dem heimischen Kunstrasen zu trainieren, ergriffen die Holzheimer die Chance, am Mittwoch ein Testspiel gegen die U23 von Borussia Mönchengladbach (Regionalliga) zu bestreiten. Einerseits diente es auf einem der Rasenplätze im Borussia-Park zur Vorbereitung auf das natürliche Geläuf auf der Wolker-Anlage, andererseits war es auch gut für die Fußballerseele, mal der legendären Borussia so nah zu kommen. „Das war schon für alle ein Bonbon, für Spieler, Trainer und Betreuer“, betont Neumann.

HSG will großen Schritt in Richtung Klassenerhalt machen

Da spielte es auch keine Rolle, dass unter dem Strich eine deutliche 0:5-Niederlage stand. „Da sind alle so klar, dass das nicht in den Köpfen bleibt. Das können wir schon gut einschätzen“, sagt der HSG-Coach, der die Gelegenheit auch nutzte, viele Spieler in die Startelf zu bringen, die sich dort in dieser Saison noch nicht so häufig oder gar nicht wiedergefunden haben. In Hälfte zwei wurde dann mit Blick auf die Partie am Samstag aber auch kräftig getauscht. Nach der Partie gab es zwei Tage frei, der volle Fokus liegt nun auf dem Punktspiel gegen den KFC Uerdingen.

Das kann freilich nicht verwundern, denn mit einer Überraschung gegen den Aufstiegskandidaten könnte die HSG ihre Serie von vier ungeschlagenen Partien (acht Punkte) fortsetzen und damit einen großen Schritt Richtung Klassenverbleib machen. Auf der anderen Seite kommen die Uerdinger mit einer Serie von drei Siegen in Folge und brauchen idealerweise drei weitere Punkte, um nicht Boden im Titelkampf zu verlieren. „Ich denke schon, dass der KFC unter Zugzwang steht“, sagt Jesco Neumann, der mit seiner Mannschaft schon bewiesen hat, dass gegen Uerdingen etwas drin ist.

Beim Hinspiel in der Grotenburg sah es angesichts eines beherzten Auftritts lange so aus, als könne die HSG zumindest einen Punkt mitnehmen, doch eine Notbremse samt Roter Karte und dem 1:2 per Elfmeter in der Nachspielzeit machte alle Hoffnungen zunichte. „Das wollen wie dieses Mal besser machen“, sagt Jesco Neumann und ergänzt: „Wir werden alles reinwerfen und haben uns taktisch ein bisschen was überlegt.“