
Was für ein Pokalabend: Der SC Borussia Lindenthal-Hohenlind hat sich in der ersten Runde des Mittelrheinpokals nach einem zwischenzeitlichen 0:2-Rückstand noch mit 5:3 nach Verlängerung gegen den TuS BW Königsdorf durchgesetzt. Die Zuschauer bekamen dabei nahezu alles geboten: acht Tore, einen verschossenen Elfmeter, eine Rote Karte und eine Entscheidung erst in der Verlängerung.
Dabei sah es kurz vor der Pause zunächst so aus, als würde Königsdorf die Partie in seine Richtung ziehen. Tönnis brachte die Gäste in der 44. Minute mit 1:0 in Führung und legte nur eine Minute später direkt nach. Mit dem 2:0 ging es schließlich in die Halbzeit.
Hohenlinds Trainer Sascha Zinken hatte bereits im Vorfeld mit einer engen Partie gerechnet. „Es war das erwartet schwere Spiel gegen einen gut geordneten Gegner“, sagte er nach dem Abpfiff.
Seine Mannschaft zeigte nach dem Seitenwechsel jedoch sofort eine Reaktion. Nur zwei Minuten nach Wiederanpfiff verkürzte Suso auf 1:2 und brachte Hohenlind damit zurück ins Spiel. In der 59. Minute hatte Königsdorf die große Gelegenheit, den alten Zwei-Tore-Abstand wiederherzustellen. Khvedelidze trat zum Elfmeter an, konnte die Chance jedoch nicht nutzen. Nur zwei Minuten später folgte die Strafe: Hensel erzielte den 2:2-Ausgleich. Damit war die Partie endgültig wieder offen. Für Königsdorf kam es jedoch noch bitterer. In der 67. Minute sah Park die Rote Karte, sodass die Gäste die restliche Spielzeit in Unterzahl bestreiten mussten. „Wir hatten mit der Roten Karte, dem verschossenen Elfmeter und ein paar fragwürdigen Entscheidungen leider auch das Glück nicht auf unserer Seite“, erklärte Königsdorfs Trainer Takahito Ohno anschließend.
Hohenlind nutzte die Überzahl und drehte die Partie schließlich komplett. Hauschke traf in der 80. Minute zum 3:2 und brachte den Aufsteiger erstmals an diesem Abend in Führung. Doch Königsdorf gab sich trotz Unterzahl nicht geschlagen. Nur vier Minuten später erzielte Maruki das 3:3 und erzwang damit die Verlängerung.
Ohno war mit dem Auftritt seiner Mannschaft trotz des späteren Ausscheidens zufrieden. „Es war ein sehr intensives, sehenswertes und gutes Pokalspiel“, sagte er. Seinen Spielern wolle er keinen Vorwurf machen: „Die Jungs haben alles gegeben.“ Der Trainer nahm stattdessen auch sich selbst in die Verantwortung. „Ich übernehme die Verantwortung für die Niederlage, weil wir als Trainerteam es vielleicht verpasst haben, den Jungs in der Halbzeit ein, zwei mögliche Anpassungen mit auf den Weg zu geben.“
In der Verlängerung setzte sich schließlich Hohenlind durch. Fritzen sorgte in der 97. Minute mit dem 4:3 für die erneute Führung. Sechs Minuten später machte Riering mit dem Treffer zum 5:3 den Einzug in die nächste Pokalrunde perfekt. Zinken zeigte sich vor allem mit der Reaktion seiner Mannschaft nach dem Rückstand zufrieden. „Nach einem Doppelschlag kurz vor der Halbzeit hat die Mannschaft eine gute Reaktion gezeigt und ist am Ende verdient weitergekommen“, bilanzierte der Hohenlinder Trainer.
Für Königsdorf endet der Mittelrheinpokal damit bereits nach der ersten Runde. Lange Zeit war die junge Mannschaft allerdings auf Augenhöhe und kämpfte sich selbst in Unterzahl noch einmal zurück. Ohno richtet den Blick deshalb schnell nach vorne. „Ich habe auch viel aus diesem Spiel gelernt. Nächste Woche geht es dann das erste Mal um Punkte, wo wir dann auch wieder alles geben werden.“
Hohenlind darf sich dagegen nach einem spektakulären Pokalabend über den Einzug in die nächste Runde und über einen gelungenen Pflichtspielauftakt nach dem Aufstieg in die Mittelrheinliga freuen.