
Der MTV Luhdorf-Roydorf ist die Überraschungsmannschaft der Kreisliga Harburg. Der Aufsteiger mischt im oberen Tabellendrittel mit – und das keineswegs zufällig. Die Luhdorfer verfolgen ein klares Konzept, mit dem sie ihren erfolgreichen Weg ebnen. Einen Weg, der noch lange nicht zu Ende sein muss.
Eigentlich wollten Michael Arndt und Thorsten Hänel gar nicht im Herrenbereich arbeiten. Das Trainerduo war einst im Vorstand des JFV Borstel-Luhdorf aktiv und hatte sich voll dem Jugendfußball verschrieben. Schließlich waren es ehemalige Spieler des Jahrgangs 2000, die längst über den Landkreis verteilt waren, bei denen die Idee aufkam, wieder gemeinsam für ihren Heimatverein aufzulaufen. „Ich habe ihnen gesagt: Wenn ihr das wirklich durchzieht“, erinnert sich Arndt, „dann machen wir das.“
Tatsächlich ließen die Jungs zur Saison 2021/22 ihren Worten Taten folgen – obwohl das Team zunächst als Zweitvertretung in der 3. Kreisklasse an den Start ging. Erst später, als die 1. Mannschaft zum TSV Winsen/Luhe abwanderte, avancierte das Team zur Ligamannschaft. „Der Plan war von Anfang an, 2025/26 in der Kreisliga zu spielen“, verrät Arndt. „Wenn der Aufstieg im letzten Jahr schiefgegangen wäre, wäre das wirklich bitter gewesen.“
In den beiden vorherigen Spielzeiten musste sich der MTV jeweils mit dem dritten Platz begnügen und der Konkurrenz die Aufstiegsplätze überlassen. Dieses Mal reichte Rang drei jedoch, um ebenfalls den Sprung in die Kreisliga zu schaffen. Weil zwischenzeitlich aber die Abmeldung des Landesligisten SV Lindwedel-Hope im Raum stand, drohte der Traum aufgrund der daraus resultierenden Kettenreaktion beinahe doch noch zu platzen. „Das war dann schon nochmal ein Riesenzittern“, schmunzelt Arndt. „Dass es am Ende gereicht hat, war glücklich – aber vor allem auch hochverdient.“
Auf dem Weg in die Kreisliga ist die Mannschaft zu einem Auffangbecken für Heimkehrer geworden. Mit Ausnahme von Sven Netzlaff haben alle Spieler des aktuellen Kaders einst im JFV gespielt. In der laufenden Spielzeit integrierte das Team zudem neun Akteure aus dem eigenen Nachwuchs in die Herrenmannschaft. „Es ist immer unser Wunsch, auf unsere Jugend zu setzen“, betont Arndt. „Darüber hinaus versuchen wir auch weiterhin, ehemalige JFV-Jugendspieler zurückzuholen.“
Aktuell gehört der MTV neben Tabellenführer FC Este 2012 und dem durch Nachholspiele potenziellen Spitzenreiter VfL Maschen zu den Aufstiegsanwärtern. Während der Höhenflug des Aufsteigers für viele Konkurrenten überraschend kommt, hatte die Mannschaft selbst auf eine schnelle Akklimatisierung in der Kreisliga gesetzt. „Wir haben gehofft, dass es uns leichter fällt“, sagt Arndt. „In den letzten Jahren haben sich die Gegner gegen uns oft hinten reingestellt und wir hatten den Druck, immer gewinnen zu müssen. Jetzt können wir das spielerische Niveau auf den Platz bringen, das in unserer Mannschaft steckt.“
Damit könnte die Erfolgsgeschichte am Höllenberg noch lange nicht auserzählt sein. Bei einem ausstehenden Nachholspiel liegt der MTV nur fünf Punkte hinter dem direkten Aufstiegsplatz und könnte auch als Zweiter über die Relegation den direkten Durchmarsch schaffen. „Den Aufstieg als Ziel auszurufen, wäre vermessen“, sagt Arndt. „Aber es gibt kein Gesetz, in dem steht, dass der MTV Luhdorf-Roydorf nicht auch Bezirksliga spielen darf. Wir versuchen auszureizen, was mit unserem Konzept möglich ist – und wenn Maschen oder Este die Tür aufmachen, würden wir durchgehen.“