
TSV Eller 04 – SC Rhenania Hochdahl 1:2 (0:2). Von einer Sensation zu sprechen ist vielleicht ein Stück weit übertrieben. Aber eine faustdicke Überraschung, das war er allemal, der erste Saisonsieg des SC Rhenania ausgerechnet beim als klarer Favorit ausgemachten TSV Eller 04. Der gestürzte Spitzenreiter rutschte damit auf Rang fünf ab. Die Hochdahler wiederum sind jetzt nur noch einen Zähler vom ersten Nichtabstiegsplatz (14. – Nievenheim) entfernt.
Groß war der Jubel in der Hochdahler Kolonie nach insgesamt 97 Minuten an der Vennhauser Allee. Spieler, Staff und der mitgereiste Anhang, sie alle freuten sich riesig über den unerwarteten Sieg. „Ich habe fast keine Stimme mehr, wir haben von draußen immer lautstark angefeuert. Eller machte ja mächtig Druck, hatte in der zweiten Halbzeit gefühlte 70 Prozent Ballbesitz. Auch wenn wir unsere Konter nicht sauber zu Ende spielten, die Jungs haben gegengehalten, alles rausgehauen und sich am Ende für die tolle kämpferische Leistung belohnt“, bilanzierte Peter Burek. Und der Coach ergänzte: „Die Atmosphäre während des Spiels, die Unterstützung unserer Fans und die Erleichterung nach dem Schlusspfiff, das war fast so wie in der Aufstiegssaison.“
Gleichwohl hatte der Liganeuling gegen den mit guten Einzelspielern topbesetzten TSV 04 Schwerstarbeit zu verrichten. Aber wie schon eine Woche zuvor, beim sehr achtbaren 2:4 gegen den neuen Zweiten MSV Düsseldorf, warfen die Hochdahler ihre (wieder entdeckten) Tugenden wie Kampfgeist und Laufbereitschaft in die Waagschale. Dazu kam eine positive Kommunikation untereinander. „Die Spieler haben sich gegenseitig aufgemuntert und Mut gemacht. Das wird auch in Zukunft ein bedeutender Faktor in unserem Spiel sein“, stellte Burek fest.
Dessen Team ging durch ein Eigentor des Elleraners Sascha Bechert in Führung (10.), der einen knallharten Schuss von „Walli“ Papadopoulos unhaltbar für Ioannis Latrovalis abfälschte. Der Keeper hatte auch beim 0:2 durch Oliver Krizanovic keine Abwehrchance (34.), der, nach einer Balleroberung im Mittelfeld angespielt, aus der Distanz unhaltbar abzog. Der sechste Saisontreffer des 25-jährigen Angreifers. Die Führung nahmen die Gäste verdient mit in Pause, weil das komplette Team vorbildlich nach hinten arbeitete, schnell ins defensive Umschaltspiel fand und die tiefgestaffelte Abwehr mit den aufmerksamen Arbnor Alija und David Mislovic im Zentrum nichts anbrennen ließ.
Auch im zweiten Spielabschnitt zog sich der Aufsteiger bestens aus der Affäre. Eller versuchte es über beide Außenbahnen, oft auch mit Flanken aus dem Halbfeld. Aber bis auf den Anschlusstreffer durch Bechert, der per Hacke diesmal ins richtige Tor traf (68.), ließ die SCR-Defensive kaum etwas zu. Zwei gefährliche Distanzschüsse (80., 84.) parierte der sichere und viel Ruhe ausstrahlende Torhüter Daniel Mazikowski.
Noch einmal Chefcoach Burek: „Das war rundum eine Topleistung. Die Jungs haben auch in den letzten Wochen, als es nicht gut lief, an sich geglaubt. Dazu kam die gemeinsame Aussprache und Analyse nach dem 2:8 in Dormagen. Ich denke, dadurch haben wir den richtigen Weg gefunden und sind als Gemeinschaft noch enger zusammengerückt.“