
Worms. Als der Schlusspfiff ertönte, sanken die Spieler des VfR Wormatia Worms und FC Cosmos Koblenz unisono zu Boden. Die beiden Oberligisten hatten zwar kein hochklassiges Spiel geboten, dafür aber bis zum Ende alles gegeben und sich ausgepowert. Schlussendlich siegten die Hausherren, die klar bessere Mannschaft, bei Temperaturen von zeitweise mehr als 30 Grad knapp mit 1:0 (0:0).
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Erste Halbzeit für Ddaou „in allen Belangen top“
Dass die Gäste bis in die Schlussminuten hinein noch auf einen Punktgewinn hoffen konnten, lag einzig und allein an den Wormsern. Die Mannschaft von Anouar Ddaou hatte die Partie zu jeder Zeit im Griff, kontrollierte das Geschehen, verpasste es aber, das Spiel vorzeitig zu entscheiden. Zweimal stand den Wormsern dabei auch der Pfosten im Weg. Zunächst, als Mert Özkaya per Hacken-Zuspiel von Angreifer Noah Maier frei auf das Cosmos-Tor zulief (60.). Und in der Nachspielzeit, als Niklas Meyer den Ball an dieselbe Stelle des Torgehäuses knallte (90+5.). Ddaou sagte nach dem Schlusspfiff: „Wir müssen unsere Torchancen besser nutzen und uns früher belohnen.” Insgesamt war der Wormser Coach mit dem Auftritt seines Teams aber zufrieden. „Wir haben gegen den Ball gut gearbeitet, die Abstände gehalten, hatten gute Umschaltmomente und das Timing beim Pressing hat gepasst. Die ersten 45 Minuten waren in allen Belangen top.”
Bis um die 60. Minute herum gefiel Anouar Ddaou das Geschehen auf dem Platz. Dann ließen bei den Hausherren die Kräfte nach. Keine Überraschung für den 45-Jährigen. „Bei so einem Wetter, am zweiten Spieltag. Da kann man die Intensität nicht über 90 Minuten hoch halten. Irgendwann werden die Beine schwer.”
Auch der Torschütze des Tages, Mert Özkaya, hatte einen „verdienten” Sieg seines Teams gesehen, das er in der 32. Minute mit dem Führungstreffer erlöste. „Wir als Mannschaft mussten nach dem Spiel in Kaiserslautern (0:3 Anm.) etwas gut machen und ich persönlich war dem Team auch noch etwas schuldig”, erklärte der Spielmacher, der auf dem Betzenberg noch eine ganz klare Chance vergeben hatte. Diese Aktion spukte dem 23-jährigen Matchwinner in der Trainingswoche noch im Hinterkopf herum. Mit dem Siegtreffer gegen Cosmos, hat er sich für diese misslungene Aktion schon wieder rehabilitiert. „70 Prozent” des Tores, sagte Mert Özkaya anschließend, gingen aber auch auf das Konto von Rechtsaußen Nico Jäger, der den Treffer mit einem schönen Solo an die Grundlinie vorbereitet hatte.
Weitere gute Abschlüsse fanden ihren Weg nicht ins Tor von Gäste-Torwart Josue Duverger, zudem Torhüter der Nationalmannschaft von Haiti. Nico Jäger versprang der Ball bei der Annahme leicht – drüber (3.). Tom Fladung aus der zweiten Reihe – auch drüber (10.). Jäger aus spitzem Winkel – vorbei (16.). Bei einem schönen Angriff über Mert Özkaya, Jäger und Maier legten alle drei, trotz eigener guter Abschlussposition, nochmal quer und verpassten dadurch das vorentscheidende 2:0.
Tobias Edinger hat wenig zu tun, hält aber einen Elfer
Von den Gästen waren über 90 Minuten nur Halbchancen zu notieren und Gäste-Trainer Yusuf Emre Kasal ärgerte sich anschließend: „Das war ein schlechtes Spiel von uns und ich habe meiner Mannschaft in der Halbzeitpause gesagt, dass wir mit unserem Einsatzwillen nicht auf Augenhöhe sind.” Es habe sich für ihn angefühlt, als befinde er sich mit seiner Mannschaft auf einem lockeren „Gruppenausflug”. Und dennoch wäre für die Gäste beinahe der Ausgleichstreffer gefallen. Weil der Ball dem an diesem Nachmittag etwas unglücklich agierenden Wormatia-Verteidiger Luca Baderschneider an die Hand gesprungen war, hatte der Schiedsrichter auf Elfmeter für Cosmos entschieden. Passend zum schwachen Gesamtauftritt der Gäste hielt Wormatia-Keeper Tobias Edinger den schwachen Versuch von Khery Hamka aber problemlos (53.). „Das war ein Schlüsselmoment”, haderte der Gäste-Trainer. „Da hätte das Spiel vielleicht kippen können.”
Apropos Yusuf Emre Kasal. Beim Tus Mechtersheim spielten Mert Özkaya und auch sein Zwillingsbruder Kaan einst unter dem jetzigen Cosmos-Coach. „Wir haben ein gutes Verhältnis und mögen uns”, erklärte Mert Özkaya und sprach von einem für ihn „besonderen Spiel“. Schmunzelnd sagte er: „Ich bin trotzdem froh, dass ich ein Tor gegen ihn und sein Team gemacht habe.”