2026-04-29T13:32:52.058Z

Ligavorschau

Hinter den Flagschiffen wird's interessant

Heidelberger Kreisligen +++ Wochenüberblick Teil 1 & Teil 2 & Teil 3

von red. · Gestern, 08:00 Uhr · 0 Leser
Die Rohrbacher wollen Maß nehmen Richtung Kreisklasse A.
Die Rohrbacher wollen Maß nehmen Richtung Kreisklasse A. – Foto: Alex Tiedl

Als wir vor zwei Wochen mit VfB Leimen Trainer Manuel Wengert sprachen, läutete dieser die entscheidenden Wochen der Saison ein. "Wir sind jetzt im Saisonendspurt. Es zählt jedes Spiel", hatte der Erfolgscoach uns mitgeteilt.

Was er damit eröffnete, war nichts weniger als die Crunch-Time der Saison. Die kommenden Wochen bringen die Entscheidungen!

Für uns in der FuPa Baden Redaktion war dies Grund genug, alle Ligen nochmal genauestens unter die Lupe zu nehmen. Welche Entscheidungen stehen in welcher Klasse noch an? Wer steigt auf? Wer muss absteigen? Und was gibt es sonst noch Nennenswertes?

Hier haben wir Stück für Stück die brandaktuellen News. Für jede Liga ein eigener Abschnitt!

Aus vier mach drei: Die Kreisliga

Das vergangene Wochenende könnte ein entscheidendes gewesen sein. Der VfB Leimen machte seine Hausaufgaben vorbildlich und fidelte Dilsberg mit 3:0 vom Feld. Der VfB Rauenberg dagegen schien bei Trainer Hillenbrands Unterricht nicht aufgepasst zu haben und verlor überraschend in Frauenweiler mit 1:2. Nun beträgt der Vorsprung der Wengert-Elf fünf Runden vor Schluss vier Punkte. Ein attraktives Polster, angesichts von zuletzt sieben Siegen in Folge. "Wir haben jetzt natürlich eine super Ausgangsposition", freut sich Leimens Coach. Gleichzeitig mahnt er: "Es ist aber noch ein sehr weiter Weg zu gehen."

Ebenfalls zu Gute kam Rauenbergs Patzer der SG Dielheim. Sie konnte bis auf zwei Punkte an die Mannaberger heranrücken. Aktuell sieht es so aus, als ob das Rennen um den Relegationsplatz das interessanteste Duell werden wird. Allerdings kann ein Spieltag schon wieder alles ändern.

Besonders brisant: Am letzten Spieltag reist die SG Dielheim nach Leimen. Für Spannung wird gesorgt sein.

Im Tabellenkeller wird sich dagegen voraussichtlich nur noch wenig tun. Lediglich der FC Frauenweiler hat noch Restchancen, die Abstiegsränge zu verlassen. Der FCF hat in der Rückrunde eine erfreuliche Entwicklung hingelegt. Für mehr als den drittletzten Platz ist aber die Hypothek aus der Vorrunde voraussichtlich zu hoch.

"Nichts ist geiler als FC Frauenweiler", wird im Wieslocher Stadtteil auch im nächsten Jahr gelten. Es braucht aber ein Wunder, dass dies nicht in der A-Klasse ist. Definitiv absteigen werden die Spvgg Baiertal und der ASC Neuenheim II. So erfreulich die Entwicklung der Anatomen in der ersten Mannschaft ist, so sehr kam der Einbruch bei der Fohlenelf. Eine Klasse tiefer kann man nun eine neue Struktur aufbauen.

Leimen (weiß) befindet sich in der Pole Position für die Landesliga.
Leimen (weiß) befindet sich in der Pole Position für die Landesliga. – Foto: Foto Pfeifer

ABER ABER ABER: Die A-Klasse

Auf den ersten Blick scheint alles entschieden in der A-Klasse. Den beiden Klassenbesten, der VfB Wiesloch und die Aramäer Leimen, ist der Aufstieg rechnerisch nicht mehr zu nehmen. Auch im Kampf um den Klassenerhalt scheinen Heiligkreuzsteinach und Rockenau bereits abgeschlagen zu sein.

Man könnte die Saison als abgeschlossen betrachten. Gäbe es da nicht das Wörtchen "aber". Denn bei genauer Betrachtung birgt die A-Klasse noch einiges an Spannung, „Aber“ man muss richtig hinschauen. Letztlich sind es drei verschiedene "Aber", die die Restrunde noch interessant machen.

ABER 1: Auf dem dritten Aufstiegsplatz liegt Meckesheim-Mönchzell. Die Germania hat bei einem Spiel weniger komfortable fünf Punkte Vorsprung vor dem Vierten aus Gauangelloch.

ABER die Ergebnisse der letzten Wochen waren beim "M-M Club" durchwachsen. "Wir sind etwas aus dem Tritt gekommen", hatte Co-Trainer Samuel Eisinger schon vor Wochenfrist einräumen müssen. Hinzu kommt, dass Mönchzell noch gegen beide "Übermannschaften" Wiesloch und Leimen ranmuss. Diese wollen beide noch Meister werden.

"Gauangeles", sollte sich demnach definitiv noch nicht abschreiben. Mit einer Siegesserie könnten die Grün-Weißen nochmal heranrücken.

ABER Nummer 2: "Willst du Rockenau und Heilig oben sehen, musst du die Tabelle drehen", so könnte man die Lage der beiden Tabellenletzten beschreiben. Seit Mitte der Vorrunde belegen die Odewaldklubs die beiden letzten Plätze. Aktuell sind sie fünf bzw. zehn Punkte hinter den ersten Nicht-Abstiegsplätzen, die der ASV Eppelheim II und der TSV Pfaffengrund innehaben.

ABER zumindest der VfL kann sich noch berechtigte Hoffnungen machen. Denn die direkten Duelle gegen beide Teams stehen noch aus.

Gewinnt Heilig diese Spiele, wären es nur noch zwei Punkte auf beide. Es ist also alles noch offen.

ABER Nummer 3: Die Mannschaften im Tabellenmittelfeld können die Saison auslaufen lassen, ABER es gibt ja noch die Torjägerkanone. Der Rettigheimer Adrian Kretz hat mit 24 Buden Kurs auf die begehrte Trophäe genommen. Er liegt aktuell fünf Tore vor dem Meckesheimer Jonas Pflaugner.

ABER für den Linksfuß vom Tabellendritten ist das in einer guten Halbzeit aufgeholt. Auch Mario Burato vom VfB Wiesloch, aktuell 18 Kisten, ist noch was zuzutrauen. Da liegt noch etwas in der Luft.

Im Endeffekt wirkt also alles erstmal wie entschieden. ABER: Wer FuPa gelesen hat, weiß es besser.

Der VfB Wiesloch (blau) darf nächstes Jahr wieder in der Kreisliga auf Torejagd gehen.
Der VfB Wiesloch (blau) darf nächstes Jahr wieder in der Kreisliga auf Torejagd gehen. – Foto: Foto Pfeifer

Hinter den Flagschiffen wird's interessant: Die Kreisklasse B

Die Spannung in der Kreisklasse B liegt im Kampf um den dritten Aufstiegsplatz. Die Meisterschaftsfrage ist schnell geklärt: Neckarsteinach ist von der Konkurrenz so weit entfernt, wie die Königin Silvia, das Flagschiff von Sponsor Florian Hofstetters "Weißer Flotte", von einem Tretboot.

Auch der zweite Aufsteiger steht schon fest. Die Zweitvertretung des FC Rot wird der Übermannschaft folgen. Die Aussicht, im nächsten Jahr nochmal gegen die geliebten Neckarsteinacher antreten zu dürfen, war für die Hardtwälder wohl Motivation genug.

Doch wie bereits erwähnt, wird es dahinter interessant. Aufsteiger FG Rohrbach und der FV Nußloch II stehen seit Wochen auf den Plätzen drei und vier. Da beide aber nicht wirklich konstant punkten, konnte sich mittlerweile der TSV Handschuhsheim dahinter in Stellung bringen. "Hendesse" gewann zuletzt das Derby gegen Dossenheim II (3:1) und steht nur fünf Punkte hinter der FG. Und die Rohrbacher müssen nächste Woche nach Neckarsteinach. "Wir haben einen Lauf. Ich rechne uns noch Chancen aus und bin optimistisch, dass das klappt", ist Handschuhsheims Sportchef Michael Apfel voller Zuversicht.

Was den genannten Teams in jedem Fall erspart bleibt, ist der Abstiegskampf. Für fünf andere Teams gilt dies leider noch nicht.

Jede Hilfe zu spät kommt für die SG Dielheim II. Ein 0:14 gegen den Tabellenführer besiegelte den Abstieg. Die SG Viktoria Mauer und die SpG Neuenheim/Handschuhsheim III sind dagegen noch in Schlagdistanz zum rettenden Ufer, an welches sich aktuell der VfB St.Leon II und der FC Dossenheim II klammern. Vier Punkte Rückstand sind eine aufholbare Hypothek. Allerdings haben lediglich St.Leon und Neuenheim von diesen vier Teams noch ein direktes Duell gegeneinander.

Dennoch könnte die endgültige Entscheidung erst am letzten Spieltag fallen. Der "Run" auf die Rettungsboote hat begonnen. Bleibt abzuwarten, wer auf dem sinkenden Schiff bleiben muss.

Mia san Spechbach und Neckargemünd: Kreisklasse C1 und 2

Gäbe es beine Kategorie: "Würde dieser Verein in der Bundesliga spielen, dann wäre er...“, der FC Spechbach würde nicht gut abschneiden. Passende Vergleiche wären beispielsweise, "Waldhof Mannheim" (mehrfach in der Relegation gescheitert) oder "Vizekusen" (vier Mal hintereinander der zweite Platz). Doch seit diesem Jahr ist alles vergessen. Der FCS hat sich endlich zum FC Bayern der C-Klasse aufgeschwungen. Die Saison wurde nach Belieben dominiert.

Noch konnten die Sektkorken nicht knallen. Dank zwölf Punkten Vorsprung bei noch vier ausstehenden Spielen darf aber die These gewagt werden: Der FC Spechbach spielt im nächsten Jahr in der B-Klasse!

Gemeinsam hat er dies aller Voraussicht nach mit Blau Weiß Neckargemünd. Der Traditionsklub konnte am Wochenende feiern, ohne etwas dafür getan zu haben. Verfolger Lobbach verlor gegen die Eberbacher Zweitvertretung mit 2:5 und damit wohl den Anschluss an den Tabellenführer. Die Gelb-Schwarzen haben bei drei Punkten Vorsprung und noch einem Nachholspiel alle Möglichkeiten auf den direkten Wiederaufstieg.

Wer in die Relegation geht, ist noch teilweise offen. Gute Karten hat neben Lobbach der FC Badenia St.Ilgen. Auch Bammental III/Dilsberg II dürfte das Ticket nicht mehr zu nehmen sein. In der Staffel 1 ist der Kampf zwischen Wiesloch II und RB Heidelberg aber noch nicht entschieden.

Erfreuliche Nachrichten gibt es von einem alt eingesessenen Club. Union Heidelberg spielte eine sehr stabile Runde und hat noch Restchancen auf die Aufstiegsrunde.

Wichtig auch immer: Welches Team landet auf dem letzten Platz aller Ligen. In diesem Jahr wird es Spechbach II/Mückenloch II treffen. Aufgrund des Rückzugs einiger Teams hat die Fusionsmannschaft lediglich einen Punkt. Ein Vorbild für alle, dass sie die Saison durchgezogen haben.