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Allgemeines

Hinrundenrückblick Bezirksliga Saarbrücken - Teil 3

von Philipp Flohr · 05.12.2024, 09:34 Uhr · 0 Leser
Enttäuschte Gesichter sah man bei den Kellerkindern in Jägersfreude (gelb) und Fechingen (weiß) häufiger
Enttäuschte Gesichter sah man bei den Kellerkindern in Jägersfreude (gelb) und Fechingen (weiß) häufiger – Foto: Sport News Südwest

Die Abstiegszone

Mit gleich mehreren potentiellen Absteigern aus der Landesliga ist zu rechnen. Und vor allen Dingen ist dieses Mal kein Rückzug einer Mannschaft absehbar. Dies bedeutet also, dass der Klassenerhalt in 24/25 bei einem bis zu drei Absteigern, ganz im Sinne des Wettbewerbs, nur auf sportlichem Wege zu erreichen ist. Mehr oder weniger akut bedroht sind derzeit sechs Teams. Spannung in der Bezirksliga Saarbrücken ist demnach auch am Tabellenende angesagt.

ASC Dudweiler

Ausgelassen war am Brennenden Berg die Freude, als der dort beheimatete Traditionsverein vom ASC im Mai die Meisterschaft und die ersehnte Rückkehr in die Bezirksliga fixmachte. Doch schon wenige Wochen später zeichnete sich ab, dass in 24/25 mit großen Sprüngen nicht zu rechnen sein wird. Bevor die Saison überhaupt losging, teilten einige, ursprünglich fest eingeplante Akteure aus dem Meisterkader mit, dass sie von nun an sportlich kürzertreten. Das darauffolgende Verletztenpech, welches sich über die gesamte Halbserie zog, war für den Aufsteiger somit umso spürbarer. All dies spiegelte sich lange Zeit in der Tabelle wieder, in der man nach einer Sieglosserie von acht Partien Anfang Oktober Rang 14 einnahm. Dennoch behielt man beim ASC kühlen Kopf und konnte die verbleibenden vier Kellerduelle gegen Jägersfreude, St. Arnual, Bischmisheim und Neuweiler allesamt für sich entscheiden. Für Spielertrainer Sascha Arand, der fest von drei Absteigern ausgeht, „kein Grund, einen Gang runterzuschalten“, will man nicht doch noch Zweifel am Klassenerhalt aufkommen lassen. Mutmachend für den ASC wird dabei sein, dass wohl schon zur Wintervorbereitung einige Akteure aus dem Lazarett zurückkehren.

FC St. Arnual

Der Truppe von Spielertrainer Onur Cetin gelang in der Hinrunde etwas Einmaliges. Am 06. Oktober bezwangen die Männer vom Wackenberg den FC Neuweiler auswärts spektakulär mit 5:4 und konnten dem Favoriten aus dem Sulzbachtal so seine bis dato einzige Niederlage zufügen. Dies sollte jedoch beim Tabellenzwölften zum Jahresrückblick einer der ganz wenigen Lichtblicke gewesen sein. Nachdem es schon lange stimmungstechnisch in der Mannschaft haperte und viele Akteure dem Verein den Rücken kehrten, ließ sich der Abstieg im Sommer nicht vermeiden. Und der aktuelle Umbruch gestaltet sich auch eine Liga tiefer wahrlich als keine leichte Aufgabe. „Wir haben sehr viele Spieler jenseits der 30 und mussten aus Berufsgründen sonntags immer wieder durchrotieren. Somit ließen sich unter der Woche taktische Dinge kaum einstudieren,“ so Cetin über den Kader, der zweifelsohne einer dringenden Verjüngungskur bedarf. Gleichzeitig aber hob der 34-Jährige die schon jetzt zurückgekehrte, positive Grundstimmung hervor und strebt mit seinen Männern wie bisher das zu Saisonbeginn angepeilte Mittelfeld an.

FV Fechingen

Drei Punkte hinter St. Arnual nistet sich zur Winterpause der FV Fechingen auf Platz 13 ein; ein ernüchterndes Zwischenresultat, wollte man doch nach dem Abstieg 2022 im dritten Bezirksligajahr endlich den großen Sprung schaffen und einen Angriff auf die Spitzenränge wagen. Vereinzelt unterstrich die mit neuen Akteuren aus der Landesliga gespickte Becker-Elf tatsächlich ihre Klasse, etwa beim sensationellen Pokalerfolg über Kleinblittersdorf während ihres starken Septembermonats oder beim 0:0 gegen Güdingen zum Jahresabschluss. Und auch ansonsten hielt der FVF gegen nahezu jede Mannschaft gut mit, ehe nicht selten im Laufe einer Partie nach Rückständen der Einbruch folgte und man unter die Räder geriet. Vor allem die Unerfahrenheit der jungen Mannschaft und der hinlänglich bekannte Chancenwucher kamen an solchen Tagen ganz besonders zum Vorschein; Faktoren also, an denen langfristig anzusetzen ist. Um das Abstiegsgespenst aus Fechingen zu vertreiben, sollten die machbaren Aufgaben gegen die Konkurrenz Ende März erfolgreich bestritten werden.

DJK Neuweiler

Zurück zum „Ursprung“ kehrte die abstiegsbedrohte DJK aus Neuweiler, nachdem der eigentlich als Dauerlösung erhoffte Frank Schmelzer bereits nach Spieltag zwei genervt sein Trainerdasein mit sofortiger Wirkung beendete. So kam es, wie es viele schon kommen sahen: Bernd Ursprung, der Mann mit weitreichender DJK-Vergangenheit, wurde nach langen Gesprächen mit Freund und Vorstandschef Wolfgang Kuntz dazu bewogen, ein weiteres Mal das Amt des Übungsleiters zu begleiten. Dies sollte sich jedoch nicht wie erhofft auf die Einstellung der Mannschaft auswirken, in der die fehlende Disziplin, etwa in Form von Unzuverlässigkeit oder schlechtem Trainingsbesuch, ein wiederkehrendes Problem darstellte. Trotz durchaus vorhandener Qualitäten war es somit schwer, am Wochenende den gut trainierten und motivierten Gegnern über die gesamte Distanz die Stirn zu bieten, sodass es Stand jetzt zu lediglich zwölf Zählern reichte. Sollte der Aufsteiger aus 2023 zur Rückrunde nicht eine gehörige Schippe draufpacken, wird es ganz schwer, aus dem Keller rauszukommen.

FV Bischmisheim II

Die Problematik Neuweilers hatte man in der Hinrunde auch in Bischmisheim beim FVB II zu beklagen, wo die Truppe über weite Strecken das notwendige Engagement vermissen ließ. So gab es für die „kleinen Rehböcke“ regelmäßig auf die Mütze. Eine erschreckende Tordifferenz von 14:74, gleichbedeutend mit der schwächsten Offensive und Defensive, steht beim FVB zur Winterpause zu Buche. Erst ganz zum Ende des Jahres kam in den Trainingseinheiten und sonntags ein wenig Zug rein, was sich prompt in den Ergebnissen (Siege im November gegen Jägersfreude und St. Arnual) niederschlug. Und an einer positiven Mentalität führt in Bischmisheim auch in 2025 kein Weg vorbei, will man nicht im Sommer den Gang eine Liga tiefer antreten. Mit von der Partie sein wird fortan nicht mehr Alexander Brosius, der nach einjährigem Wirken als Trainer sein Amt aus privaten Gründen zur Verfügung stellt. Da sich bis zum jetzigen Zeitpunkt vereinsintern kein Nachfolger angeboten hat, sucht man nun extern nach einer Lösung.

TuS Jägersfreude

Eine lange Odyssee hatte die TuS Jägersfreude hinter sich, als man mit einer Rumpftruppe die vergangene Spielzeit durchlief und einen mickrigen Zähler einfuhr, groteskerweise durch den Rückzug des AFC Saarbrücken dennoch die Klasse hielt. Nun sollte sich vieles zum Positiven wenden und das Thema Abstiegskampf keine Rolle mehr spielen. Hierzu bediente man sich einer Vielzahl an Akteuren mit Bezirksliga- oder höherklassiger Erfahrung und schien für die diesjährige Runde gewappnet. Wirklich zusammen aber fand die noch sieglose TuS nicht; ganz im Gegenteil: Viele bittere Niederlagen und Nackenschläge zum Start, darunter ein nachträglicher Punktabzug gegen Neuweiler, setzten den Grün-Weißen stark zu und führten bei einigen Akteuren zu einem Motivationsschwund. Ferner gab man etliche Punkte nach einer Führung ab, was nicht unbedingt für die Fitness und die Mentalität in den eigenen Reihen spricht, befindet auch Christian Esseln. „Bereits nach Hinrundenende wurden einige Spielergespräche geführt, um das Mannschaftsgefüge zu stärken. Den Winter werden wir nutzen, um gemeinsam an fußballerischen Grundlagen zu arbeiten,“ so der Trainer über die (Herkules-)Aufgabe Klassenerhalt.