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Ligabericht

Hinrundenrückblick Bezirksliga Saarbrücken - Teil 1

von Philipp Flohr · 03.12.2024, 14:08 Uhr · 0 Leser
Ligaprimus FC Neuweiler: Für die Elf von Arulanantham gab es bislang allen Grund zur Freude
Ligaprimus FC Neuweiler: Für die Elf von Arulanantham gab es bislang allen Grund zur Freude – Foto: Sport News Südwest

Ob oben oder unten; die Bezirksliga Saarbrücken bietet dieses Jahr deutlich mehr Spannung als in den ganzen Jahren zuvor. Sowohl die Aufstiegs- als auch die Abstiegsfrage ist derzeit völlig offen. Die Halbserie in der Bezirksliga bot einige Überraschungen. Welche Mannschaft sich wo in der Tabelle wiederfindet und wer den bisherigen Erwartungen gerecht wurde, wird in der folgenden, dreiteiligen Halbzeitanalyse dargelegt.

Das Spitzenquartett

Kein Überflieger wie Bübingen oder Fischbach, dafür gleich vier Mannschaften, die sich einen heißen Kampf um die begehrten Aufstiegsplätze liefern. Die beste Ausgangslage zum Jahresende hat der FC Neuweiler mit einem Sechspunktevorsprung auf Rang zwei.

FC Neuweiler

Von nicht wenigen Experten zu Saisonbeginn als Top-Aufstiegsanwärter gehandelt, wurde der FCN in der Hinrunde seiner Favoritenrolle absolut gerecht. 15 von möglichen 18 Siegen fuhr man ein, gleichbedeutend mit der Herbstmeisterschaft. Zwar entstand durch vereinzelte Abgänge im Sommer die ein oder andere Lücke in der Mannschaft, jedoch konnte man diese durch eine Reihe guter und vielseitig einsetzbarer Akteure schließen. Und die damit verbundene Flexibilität ist, neben dem Offensivpressing und dem Ballbesitzfußball, eben jener Trumpf, auf den der Erfolg Neuweilers zurückzuführen ist. Freudige Gesichter daher bei allen FCN-Anhängern inklusive Sathees Arulanantham, dessen Arbeit als Übungsleiter mehr und mehr seine Früchte trägt. Daneben gibt es „Am Koppshaus“ auch in Punkto Kaderplanung nur Positives zu vermelden. Zum Jahreswechsel wird Abwehrspieler Dennis Klos nach halbjähriger Abstinenz in Landstuhl an seine alte Wirkungsstätte zurückkehren. Darüber hinaus kündigte Arulanantham (noch ohne namentliche Nennung) einen weiteren Hochkaräter zur Rückrunde an. Eine klare Ansage somit an das Verfolgertrio

SV Güdingen

Dieses wird angeführt vom SV Güdingen mit stolzen 41 Punkten auf der Habenseite, wodurch sich der positive Trend im Saarbrücker Süden auch in der aktuellen Runde fortzusetzen scheint. Während es in den Vorjahren der technisch und läuferisch starken Truppe ein wenig an der Durchschlagskraft und Effizienz fehlte, weist die Elf von Dirk Caspari nun mit 71 Toren noch vor Neuweiler die gefährlichste Offensive auf. Aus der Abteilung Angriff stach dabei Eigengewächs und 22-Toremann Dylan Catalano hervor; ein weiterer Beleg für die erfolgreiche Nachwuchsarbeit, findet auch Caspari, der mit der Hinrunde sehr zufrieden ist. „Erneut ist uns die Integration junger Spieler gelungen. Darüber hinaus verfügen wir über eine starke Offensive, die von einer erfahrenen Hintermannschaft unterstützt wird,“ so der SVG-Trainer. Einzig der Ausfall Tristan Schweitzers wird den güdinger Anhängern etwas Sorgenfalten bereiten. Der Mittelfeldmotor auf der Zehn zog sich Ende September in Jägersfreude einen Kreuzbandriss zu und konnte bis dato nicht adäquat ersetzt werden. Ansonsten ist jedoch Planungssicherheit gegeben, schließlich gab bereits jetzt ausnahmslos jeder Akteur ligaunabhängig seine Zusage für die kommende Spielzeit. Im Hinblick auf die verbleibende Runde formulierte Caspari die Relegation als das angestrebte Ziel, betonte aber, dass die Weiterentwicklung der Mannschaft und der Juniorenspieler weiterhin im Vordergrund steht.

Viktoria Hühnerfeld

Rein von den Zahlen war es eine hühnerfelder Hinrunde mit einigen Parallelen zu der aus der Vorsaison. Seinerzeit befand man sich dank vieler überzeugender Auftritte ebenfalls im Spitzenfeld der Tabelle. Die Bilanz in 24/25 nach 18 Spieltagen konnte nun gar um vier Zähler getoppt werden. Obwohl man damit auf Tuchfühlung zum einen Punkt besser platzierten Güdingen ist, fällt das Zwischenfazit zur Winterpause nicht ganz so positiv aus wie noch zwölf Monate zuvor. „Da war deutlich mehr drin“, so der sportliche Leiter Martin Munkelt, der damit auf die vermeidbaren Niederlagen im Herbst abzielt. Gerade den Punktverlusten gegen St. Arnual oder Saar 05 II wird man in Hühnerfeld hinterhertrauern. Die Offensive bei der Viktoria ist zwar schlagkräftig und breit aufgestellt, verfügt jedoch im Gegensatz zur Konkurrenz nicht über einen echten Torjäger und ist mit 48 Treffern ligaweit nur Durchschnitt. Umso mehr Verlass hingegen ist auf die Defensive, die pro Partie lediglich 1,20 Gegentreffer zuließ. Ein psychologischer Vorteil im Kampf um die oberen Ränge könnte der nachträglich am grünen Tisch zugesprochene Sieg gegen Kontrahent Scheidt (wegen eines Wechselfehlers) sowie der Heimvorteil im März gegen Güdingen sein. „Es wäre der Mannschaft zu wünschen, dass sie sich endlich mit dem Aufstieg belohnt“, so Munkelt, der mit Vorfreude auf die Rückserie blickt.

SV Scheidt

Zu einer der ganz großen Überraschungen bisher zählt zweifelsohne der SV Scheidt, der mit einer eingespielten, jedoch nicht sonderlich verstärkten Truppe in die neue Saison ging. In 23/24 als Aufsteiger noch im stabilen Mittelfeld platziert steht das aktuelle Team der Stunde nunmehr auf einem beachtlichen vierten Rang und mischt dicke im Aufstiegskampf mit. Das Erfolgsrezept: „Harte Arbeit und ein guter Trainingsbesuch“, verriet Trainer Markus Becker auf Nachfrage. „Dadurch war es nicht nur möglich, konditionell zuzulegen, sondern auch an unserem Abwehrverhalten und am Umschaltspiel zu arbeiten.“ Und wäre dem starken Kollektiv um Top-Scorer Moritz Müller gegen Hühnerfeld zum Jahresabschluss beim Stand von 4:0 nicht ein unnötiger Lapsus unterlaufen (Überschreitung der zulässigen Wechselfenster), stünde der SVS durch den Sieg gar auf dem Relegationsrang. Zur sich nun aufdrängenden Aufstiegsfrage üben sich Becker & Co. in großer Bescheidenheit: „Wir alle wissen wo wir herkommen. Für den Verein ist es nach langer Kreisligazugehörigkeit erst das zweite Jahr Bezirksliga. Der Aufstieg ist für uns kein muss, würden ihn aber selbstverständlich mitnehmen.“