
Wadhwas Amtsantritt steht in Hetlingen klar im Zeichen des Neuaufbaus – geprägt von deutlicher Kritik des Fußball-Abteilungsleiters Michael Kirmse am ehemaligen Trainer Erkan Sancak. „Die sportliche Entwicklung seit den neuen Impulsen ist ganz klar positiv – wir haben den Turnaround geschafft. Beim Training sehen wir wieder viele Spieler, und wir haben nun eine klare Spielidee“, sagte Kirmse. Zuvor habe es weder Fitness noch einen Matchplan gegeben. „Ich erwarte Leidenschaft und Emotionen. Die Mannschaft muss eine vernünftige Basis schaffen, um schnell Punkte zu holen und mit dem Abstieg nichts zu tun zu haben.“
Auf dem gefrorenen Rasen erwischten die Gastgeber einen perfekten Start: Enis Ay traf nach 23 Minuten zur Führung, ehe Hetlingen kurz vor der Pause durch Gelb-Rot gegen Gati (45.) dezimiert wurde. Trotz Unterzahl erhöhte der eingewechselte Okan Ahmet Gülec nach einer Stunde auf 2:0 (65.) – die Partie schien entschieden.
Doch Nienstedten zeigte die Hartnäckigkeit, die Trainer Robin Graupner später mehrfach hervorhob. „Das Ergebnis lässt sich schwer mit dem Spiel und unseren dazugehörigen Emotionen vereinbaren“, sagte er. „Es sind klar zwei verlorene Punkte, weil wir den Gegner über das ganze Spiel auf schwerem Untergrund dominiert haben und Chancen für zwei Spiele liegen lassen – inklusive der drei Alutreffer.“ Gleichzeitig räumte er ein: „Wir geraten durch zwei Fehler im Aufbau und die ersten beiden Schüsse des Gegners aufs Tor 0:2 in Rückstand.“
Für Graupner war der Punktgewinn daher doppelt zu bewerten: „Von daher ist es auch irgendwo wieder ein gewonnener Punkt.“
In einer furiosen Schlussphase belohnten sich seine Spieler für ihren Aufwand: Erst verkürzte der eingewechselte Paul Kötz (90.+4), dann traf Yannick Reutter zum Ausgleich (90.+6). „Unterm Strich bin ich sehr stolz auf meine Mannschaft“, betonte Graupner. „Sie hat die Rahmenbedingungen und den Kampf angenommen, phasenweise tollen Fußball gespielt und bis tief in die Nachspielzeit alles reingeworfen, um doch noch was Zählbares mitzunehmen.“
Wadhwa wiederum ordnete das Remis pragmatisch ein. Er fühle sich in Hetlingen wohl und setze vor allem auf die neu geschaffene Basis: „Obwohl wir gegen Altona 93 II und jetzt gegen Nienstedten Unentschieden gespielt haben, haben wir positive Erkenntnisse gewonnen. Daran arbeiten wir weiter, dann werden die ersten drei Punkte kommen.“ Das Remis sei „in Ordnung“, da Nienstedten ein „klares Chancenplus“ gehabt habe und man lange in Unterzahl spielte.
Hetlinger MTV – SC Nienstedten 2:2 (1:0)
Hetlinger MTV: Enes Özmen, Francis Amponsah, Nino Saka, Hasan Ozan Karaca, Jakub Andrzej Kokoć, Caleb Gyema (79. Ziart Ferataj), Max Kleim, Inan Türkad, Ebenezer Delali Lallas Gati, Enis Ay (60. Okan Ahmet Gülec), Semih Tokay (72. Abdoulie Max Coly) - Trainer: Mohet Wadhwa
SC Nienstedten: Daniel Dreisow, Tobias Janosch Nadj (86. Levi Richter), Moritz Rosemeier, Lasse Ferdinand Wernecke (66. Paul Kötz), Yannick Reutter, Nicklas Hendrik Dühring (66. Niklas Fuchs), Heinz Linus Domenick Gielnik, Piet Verbeck, Glenn Robert Lentvogt, Filip Jonah Zimmermann, Tim Butenschön - Trainer: Robin Graupner - Trainer: Udo Erxleben
Schiedsrichter: Sören Harder
Tore: 1:0 Enis Ay (23.), 2:0 Okan Ahmet Gülec (65.), 2:1 Paul Kötz (90.+4), 2:2 Yannick Reutter (90.+6)
Gelb-Rot: Ebenezer Delali Lallas Gati (45., wiederholtes Foulspiel/Hetlinger MTV/)
Tabelle
1. FC Eintracht Norderstedt II 15 13-1-1 53:13 40
2. FC Alsterbrüder 14 11-2-1 47:19 35
3. TBS Pinneberg 12 10-0-2 43:21 30
4. FC St. Pauli III 13 9-2-2 28:20 29
5. SV Rugenbergen 14 7-2-5 36:20 23
6. FC Union Tornesch 14 6-3-5 27:23 21
7. Eimsbütteler TV II 14 6-1-7 35:31 19
8. SC Nienstedten 15 6-1-8 28:35 19
9. TuS Osdorf 13 5-3-5 25:28 18
10. SSV Rantzau Barmstedt 14 4-3-7 21:20 15
11. Eintracht Lokstedt 13 4-3-6 21:21 15
12. Hetlinger MTV 14 3-3-8 20:34 12
13. Hamburger SV III 13 3-2-8 22:46 11
14. Altona 93 II 14 2-4-8 18:34 10
15. Klub Kosova 14 2-2-10 31:59 8
16. SC Victoria II 14 1-4-9 18:49 7