Ende März will der Hessische Fußball-Verband endgültig entscheiden, ob aus der Pause ein Abbruch der Saison wird.
Ende März will der Hessische Fußball-Verband endgültig entscheiden, ob aus der Pause ein Abbruch der Saison wird. – Foto: René Weiß

Saisonannullierung ist wahrscheinlich

Am 27. März wird nun final über die aktuelle Runde der Amateurfußballer entschieden

Wiesbaden. Auch nach der Verbandsvorstandssitzung des Hessischen Fußball-Verbands (HFV) am Donnerstagabend ist die Frage, ob die Saison annulliert oder fortgeführt wird, noch nicht final geklärt. Doch alle Zeichen stehen auf Annullierung: Der HFV hat am Donnerstagabend in einer zweieinhalbstündigen Sitzung klargestellt, dass eine vernünftige Beendigung der aktuellen Spielzeit im Amateurfußball kaum noch möglich ist.

Nicht einmal eine Halbserie kann demzufolge in vielen Ligen zu Ende gespielt werden – selbst dann nicht, wenn sich die Corona-Zahlen extrem positiv entwickeln sollten und eine Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs mit Kontakt am 28. März wirklich möglich wäre. Denn dieses Datum ist nach den jüngsten Beschlüssen der Ministerpräsidentenkonferenz das frühestmögliche. Selbst das würde auch nur dann funktionieren, wenn die Inzidenz in ganz Hessen unter 50 liegt – danach sieht es derzeit aber nicht aus.

HFV-Präsident Stefan Reuß untermauerte die Skepsis mit Zahlen: Würde die Punktrunde wieder am 25. April gestartet – drei bis vier Wochen Vorlauf sind Pflicht, auch da waren sich alle einig – wäre es in 46 von rund 450 hessischen Ligen ausgeschlossen, eine Halbrunde zu Ende zu bringen. Würde am 2. Mai gestartet, wären es schon 71. Und alle Vertreter waren sich einig, dass mindestens eine Halbrunde gespielt werden muss, um die Saison werten zu können. Eine Quotientenregelung zuvor mache sportlich keinen Sinn.

Kreisfußballwarte holen Vereine ins Boot

So läuft alles auf eine Annullierung hinaus, am 27. März soll endgültig über diese Frage entschieden werden. Bis dahin sollen sich die Kreisfußballwarte ein Meinungsbild der Vereine ihres Kreises einholen. „Es ist wichtig, die Vereine zu beteiligen, aber letztlich sind wir eh abhängig von der Politik. Wir müssen jetzt endlich Klarheit schaffen und die Saison annullieren. Für die möglichen Aufsteiger tut es mir leid, aber es gibt keine Alternative“, sagt Wiesbadens Kreisfußballwart Dieter Elsenbast. Während Erich Herbst, Kreisfußballwart aus dem Rheingau-Taunus-Kreis, derweil meint: „Ich werde mir noch einen Eindruck verschaffen, wie es die Vereine hier im Kreis sehen. Je mehr Zeit vergeht, desto unwahrscheinlicher wird jedoch eine Saisonfortsetzung. Eine Annullierung ist äußerst wahrscheinlich.“

Beschlüsse sollen auch für Jugend und Frauen gelten

Da die aktuellen Corona-Verordnungen bis einschließlich 28. März gültig sind, sollen im nächsten Schritt bis zum 25. März die Stimmen aus den Kreisen gebündelt werden, um am 27. März eine finale Entscheidung für ganz Hessen treffen zu können. Im Falle einer Annullierung der Meisterschaftsrunde soll dann in den Kreisen nach Möglichkeiten gesucht werden, die Zeit fußballerisch zu nutzen. Das könnten Freundschaftsspiele oder Blitzturniere sein. Zu Ende gespielt werden sollen in den Kreisen die Pokalrunden. Für Frauen und Jugend gilt das Gleiche wie für Männer.



3190 Aufrufe15.3.2021, 08:00 Uhr
Henri Solter/jafAutor

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